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27.05.2026
07:48 Uhr

Wachstumsprognose im freien Fall: DIHK rechnet nur noch mit kümmerlichen 0,3 Prozent

Wachstumsprognose im freien Fall: DIHK rechnet nur noch mit kümmerlichen 0,3 Prozent

Wer geglaubt hatte, die deutsche Wirtschaft könne sich nach drei verlorenen Jahren endlich aus dem Sumpf ziehen, wird in dieser Woche unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,0 Prozent auf magere 0,3 Prozent zusammengestrichen. Ein Wert, der nicht mehr als statistisches Rauschen ist und der einmal mehr zeigt, in welchem desolaten Zustand sich die einstige Wirtschaftslokomotive Europas befindet.

Doppelte Belastung – hausgemacht und importiert

DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov macht für die jüngste Talfahrt eine gefährliche Gemengelage verantwortlich. Zu den seit Jahren ungelösten Strukturproblemen hierzulande kämen nun auch die wirtschaftlichen Verwerfungen durch den Krieg im Nahen Osten hinzu. Geschwächt durch drei Jahre Rezession und Stagnation fühlten sich viele Unternehmen schlicht an ihrer Belastungsgrenze, so Melnikov.

Es ist bemerkenswert, dass die DIHK mit ihrer Prognose noch pessimistischer ausfällt als die ohnehin schon ernüchterte Bundesregierung. Diese hatte ihre Erwartung erst vor einem Monat halbiert und rechnet inzwischen mit 0,5 Prozent. Selbst die Wirtschaftsweisen, die im November noch 0,9 Prozent in Aussicht stellten, dürften ihr Frühjahrsgutachten in dieser Woche kräftig nach unten korrigieren. Das deutsche Wachstumsmärchen ist endgültig zur Geistergeschichte verkommen.

Stimmung wie zu Corona-Zeiten – nur ohne Lockdown

Die Lagebeurteilung der Unternehmen ist alarmierend: Mehr als jeder vierte Betrieb stuft die eigene Geschäftslage als schlecht ein. Lediglich 23 Prozent sprechen noch von guten Geschäften. Solch düstere Stimmungswerte hat es zuletzt während der Pandemie gegeben – nur dass diesmal kein Virus, sondern eine Mischung aus politischer Fehlsteuerung und geopolitischen Schocks die Wirtschaft lähmt. Ein Drittel der Unternehmen rechnet für die kommenden zwölf Monate mit noch schlechteren Geschäften, acht Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn.

Energiepreise als Sargnagel

Als größtes Risiko nennen 70 Prozent der Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise. Hier rächt sich nun ein Jahrzehnt ideologisch motivierter Energiepolitik: Während andere Industrienationen pragmatisch auf einen breiten Energiemix setzen, hat sich Deutschland in eine selbst gewählte Abhängigkeit von wetterabhängigen Stromquellen manövriert und gleichzeitig zuverlässige Grundlastkraftwerke abgeschaltet. Steigen nun durch den Nahost-Konflikt die Öl- und Gaspreise weiter, trifft das eine Wirtschaft, die ohnehin schon mit den höchsten Energiekosten Europas zu kämpfen hat. Melnikov spricht vom „Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“ – auch Baumaterialien und Kunststoffe verteuerten sich rapide.

Arbeitsplatzabbau und Investitionsstau

Die Folgen sind absehbar und bitter: Nur 22 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen erhöhen, mehr als ein Drittel muss kürzen. Und – besonders schmerzhaft für die Beschäftigten – knapp ein Viertel der befragten Betriebe plant Personalabbau. Wer in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen verfolgt hat, weiß: Von Porsche über Bosch bis zur Stahlindustrie reihen sich Hiobsbotschaften aneinander.

Reformpaket bis zur Sommerpause – Hoffnung oder Hohn?

Die DIHK fordert von der Bundesregierung schnelle Entlastungen: niedrigere Energiekosten, sinkende Arbeitskosten, geringere Steuern und endlich einen wirksamen Abbau des bürokratischen Wahnsinns, der deutsche Unternehmer Tag für Tag in den Papierberg zwingt. Bundeskanzler Friedrich Merz und sein Vize Lars Klingbeil haben ein großes Reformpaket bis zur Sommerpause angekündigt. Doch die Skepsis ist groß: Wer ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auflegt, das die nächsten Generationen über Steuern und Inflation abbezahlen müssen, schafft keine echte Entlastung, sondern verschiebt Lasten lediglich in die Zukunft. Und das Versprechen, keine neuen Schulden zu machen, klingt im Echo des Berliner Regierungsviertels bereits hohl.

Was bleibt dem Bürger?

Die Wahrheit ist unbequem: Wer sich in Zeiten politischer Orientierungslosigkeit, geopolitischer Brandherde und schleichender Geldentwertung allein auf staatliche Versprechen verlässt, lebt gefährlich. Die Geschichte lehrt, dass in Phasen wirtschaftlicher Erosion physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihre Rolle als verlässlicher Wertspeicher immer wieder eindrucksvoll bewiesen haben. Während Aktien schwanken, Immobilienpreise stagnieren und das Vertrauen in Papierwährungen bröckelt, bleibt das Edelmetall, was es seit Jahrtausenden ist: ein Anker in stürmischen Zeiten. Eine kluge Beimischung zur Vermögensabsicherung war selten so naheliegend wie heute.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen stellen die Meinung der Redaktion dar und sind keine Anlageberatung. Wir empfehlen jedem Leser, sich vor Anlageentscheidungen eigenständig zu informieren und gegebenenfalls qualifizierten Rat einzuholen. Jede Anlageentscheidung erfolgt in eigener Verantwortung.

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