
Waffenruhe mit dem Iran: Erleichterung in der Welt – doch Israel sitzt nicht einmal am Verhandlungstisch
Eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sorgt weltweit für vorsichtigen Optimismus. Doch hinter der diplomatischen Fassade brodelt es gewaltig: Israels Oppositionsführer Jair Lapid spricht von der größten „politischen Katastrophe" in der Geschichte seines Landes – und wirft Premierminister Benjamin Netanjahu ein beispielloses strategisches Versagen vor.
Trump verkündet den Deal – kurz vor Ablauf des Ultimatums
Es war buchstäblich die letzte Minute. Kurz bevor ein amerikanisches Ultimatum an Teheran ablief, verkündete US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social eine „beidseitige Waffenruhe". Der Iran erklärte sich im Gegenzug bereit, die strategisch bedeutsame Straße von Hormus – jene Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports fließt – für zunächst zwei Wochen wieder zu öffnen. Ein Deal, der die globalen Energiemärkte kurzfristig beruhigen dürfte, dessen langfristige Tragweite jedoch völlig ungewiss bleibt.
Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Vereinbarung auf der Plattform X und dankte Pakistan ausdrücklich für seine Vermittlerrolle. Nun bestehe das Ziel darin, ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln, so Merz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Waffenruhe als „gute Sache". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer „dringend benötigten Deeskalation", und UN-Generalsekretär António Guterres rief alle Konfliktparteien auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen.
Weltweite Zustimmung – von Peking bis Ankara
Die Liste der Befürworter liest sich wie ein Who's Who der internationalen Diplomatie. Das Außenministerium des Oman mahnte, nun müssten die Anstrengungen für eine dauerhafte Lösung intensiviert werden. Die Türkei, China und Ägypten schlossen sich dem Chor der Erleichterung an. Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim nannte die Waffenruhe „ein gutes Zeichen für die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität". Südkorea forderte eine „zügige und sichere" Wiederaufnahme der freien Durchfahrt durch die Straße von Hormus für alle Schiffe.
Besonders bemerkenswert: Selbst aus Moskau kamen wohlwollende Töne. Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, bezeichnete die Vereinbarung als „Erfolg für die Iraner". Trump habe Bereitschaft signalisiert, über iranische Forderungen zu sprechen. Ob Washington allerdings Teherans Ansprüche auf Entschädigungen und eine Anerkennung der iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus akzeptieren werde, sei völlig offen, so Medwedew. Man darf getrost davon ausgehen, dass Russland diese Entwicklung vor allem deshalb begrüßt, weil sie die amerikanische Aufmerksamkeit weiterhin vom Ukraine-Konflikt ablenkt.
Netanjahus bittere Bilanz: Kein Ziel erreicht
Während die Welt aufatmet, herrscht in Jerusalem blankes Entsetzen – zumindest in Teilen der politischen Opposition. Zwar erklärte das Büro von Premierminister Netanjahu auf X, Israel stimme der Waffenruhe zu, betonte jedoch ausdrücklich, dass diese nicht für den Libanon gelte. Doch genau hier setzt die vernichtende Kritik von Oppositionsführer Jair Lapid an.
„In unserer gesamten Geschichte hat es noch nie eine solche politische Katastrophe gegeben."
Mit diesen Worten fasste Lapid seine Einschätzung zusammen. Israel habe nicht einmal mit am Verhandlungstisch gesessen, „als Entscheidungen getroffen wurden, die den Kern unserer nationalen Sicherheit betrafen". Das Militär habe zwar alle Anweisungen befolgt, doch Netanjahu habe „politisch und strategisch versagt" und „kein einziges der Ziele erreicht, die er sich selbst gesetzt hatte".
Diese Kritik wiegt schwer. Denn Netanjahu hatte die Zerschlagung oder zumindest eine erhebliche Schwächung des iranischen Atomprogramms als zentrales Kriegsziel ausgegeben. Davon ist nach aktuellem Stand nichts zu erkennen. Stattdessen findet sich Israel in einer Situation wieder, in der andere Mächte über seine Sicherheitsinteressen verhandeln – ohne israelische Beteiligung. Ein Szenario, das für den jüdischen Staat historisch betrachtet stets zu den schlimmsten Albträumen gehörte.
Was bedeutet die Waffenruhe für Europa und Deutschland?
Für Deutschland und Europa ist die vorübergehende Beruhigung der Lage am Persischen Golf zunächst eine gute Nachricht. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Lebensadern der globalen Energieversorgung. Ihre Blockade hatte die Ölpreise in den vergangenen Wochen massiv in die Höhe getrieben und die ohnehin fragile europäische Wirtschaft zusätzlich belastet. Eine Wiedereröffnung – selbst wenn sie nur zwei Wochen dauert – verschafft den Märkten eine dringend benötigte Atempause.
Doch man sollte sich keinen Illusionen hingeben. Zwei Wochen sind keine Ewigkeit. Und die grundlegenden Konflikte zwischen dem Iran, Israel und den USA sind durch diese Waffenruhe keineswegs gelöst. Die Frage, ob Teheran sein Atomprogramm tatsächlich aufgibt oder lediglich Zeit gewinnt, bleibt unbeantwortet. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten werden Europa noch lange beschäftigen – und sie werden auch die Energiepreise und damit die Inflation weiter beeinflussen.
Gerade in Zeiten solcher geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine solide Vermögenssicherung ist. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher in Krisenzeiten bewährt. Wer sein Portfolio mit physischen Edelmetallen ergänzt, schafft sich ein Stück Unabhängigkeit von den Unwägbarkeiten der Weltpolitik und den Schwankungen der Finanzmärkte.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für individuelle Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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