
Warsh-Hammer in Jackson Hole: Goldpreis stürzt um fast drei Prozent!
Ein paar Sätze aus Wyoming genügten, und am Goldmarkt brach die Rally ein. Am Freitag sagte US-Notenbankchef Kevin Warsh beim Notenbanktreffen in Jackson Hole, die Federal Reserve habe beim Kampf gegen die Inflation noch „Arbeit zu erledigen“. Danach fiel der Goldpreis im Spothandel um 2,75 Prozent auf 4.474,45 US-Dollar je Feinunze.
Gold-Futures zur Lieferung im Dezember gaben sogar 3 Prozent auf 4.524,10 Dollar nach. Silber erwischte es Berichten zufolge noch härter, mit einem Minus von fast 4 Prozent.
Vom Drei-Monats-Hoch in den freien Fall
Der Rückschlag kommt nach einer starken Woche. Erst am Dienstag hatte Gold mit 4.696,18 Dollar den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten erreicht. Auslöser der Rally war eine überraschende Ankündigung des US-Finanzministeriums.
Wie mehrere Medien berichteten, will Washington die Rückkäufe von Staatsanleihen mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren mindestens verdoppeln. Zuvor waren die Renditen langlaufender US-Papiere auf den höchsten Stand seit rund 19 Jahren gestiegen. Für Goldanleger war das ein klares Signal: Wenn ein Staat seine eigenen Anleihen stützen muss, steht es um das Vertrauen in die Schuldenpapiere offenbar schlechter als gedacht.
Was hat Warsh genau gesagt?
Laut den Berichten erklärte Warsh, die Fed werde „Arbeit zu erledigen“ haben, falls die Notenbanker nicht darauf vertrauen könnten, dass die zugrunde liegende Teuerung zum Ziel von 2 Prozent zurückkehrt. Näher hat der Fed-Chef bislang nicht angedeutet, dass auch Zinserhöhungen nötig werden könnten.
Die Märkte reagierten sofort. Nach Daten des CME-FedWatch-Tools stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 36 auf 56 Prozent. Für Dezember sehen Händler einen Zinsschritt nach oben inzwischen zu 80 Prozent als ausgemacht an. Der Dollar kletterte auf den höchsten Stand seit über einer Woche, damit wird Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer.
Lautes Bellen, kurzer Stock?
Der unabhängige Analyst Tai Wong sagte, Gold werde hart abgestraft, weil Warsh bestätige, dass sich die Inflation nicht nennenswert abschwäche. Es könne zwar erneut nach dem Motto „laut reden und einen kurzen Stock tragen“ laufen. Der Markt werde die September-Sitzung nun aber als Münzwurf einpreisen. Anders gesagt: Ob Warsh seinen Worten auch Taten folgen lässt, ist offen.
Warum Zinsen dem Gold zusetzen
Der Zusammenhang ist bekannt. Gold wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Steigen die Renditen von Anleihen und Tagesgeld, kostet das Halten des Edelmetalls mehr, und kurzfristig orientierte Spekulanten verkaufen. Genau das war am Freitag zu beobachten.
Ein Blick zurück zeigt allerdings, wie wenig solche Tagesbewegungen über den langfristigen Wert aussagen. Seit Jahren hat sich Gold gegen steigende Zinsen, einen starken Dollar und viele schlechte Prognosen behauptet. Bei Kursen von fast 4.500 Dollar ist der Rückgang vom Freitag kaum mehr als eine Delle. Es ist keine Trendwende.
Die eigentliche Frage bleibt ungelöst
Der Ausverkauf verdeckt das Grundproblem. Die USA kämpfen mit hartnäckiger Inflation, langfristige Renditen nahe Rekordniveau zwingen das Finanzministerium zum Eingreifen, und die Notenbank denkt über höhere Zinsen nach. Die Staatsverschuldung steigt in den USA ebenso wie in Deutschland, wo Berlin mit dem milliardenschweren Sondervermögen neue Lasten für künftige Generationen schafft. Wer so viel Schulden macht, kann sich hohe Zinsen auf Dauer kaum leisten.
Für langfristig denkende Sparer bedeuten solche Rücksetzer deshalb weniger Gefahr als Gelegenheit. Physisches Gold und Silber gehören nicht in den Handelsplan von Zockern. Sie eignen sich als ruhige Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen, als Absicherung gegen eine Geldpolitik, die erkennbar unter Druck steht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich. Edelmetallpreise können schwanken.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













