
Windkraft auf See: Wenn selbst die Profiteure der Energiewende die Reißleine ziehen
Es ist ein bemerkenswertes Eingeständnis, das da Anfang Juli 2026 aus Stuttgart zu vernehmen war. Ausgerechnet der Chef eines der größten deutschen Energiekonzerne, Georg Stamatelopoulos von der EnBW, verlangt eine Korrektur beim heiligen Gral der grünen Transformation: dem Ausbau der Windkraft auf hoher See. Der Grund? Turbinen, Seekabel, Spezialschiffe und vor allem das Kapital sind schlicht zu teuer geworden. Wenn selbst jene, die am Offshore-Boom kräftig mitverdienen, öffentlich zur Vorsicht mahnen, sollte in Berlin eigentlich jede Alarmglocke schrillen.
Ideologie trifft auf ökonomische Realität
Deutschland hält unbeirrt an seinen ambitionierten Zielmarken fest: 30 Gigawatt Offshore-Leistung bis 2030, satte 70 Gigawatt bis 2045. Zahlen, die auf dem Papier wunderbar klingen, in der Realität aber an der harten Mauer der Kostenexplosion zerschellen. Nach Darstellung des EnBW-Chefs haben sich Offshore-Projekte binnen weniger Jahre um 30 bis 40 Prozent verteuert. Er formuliert es diplomatisch:
„Wir müssen die Bezahlbarkeit im Auge behalten. Ein niedrigeres Ausbauziel wäre eine sinnvolle Korrektur nach 20 Jahren, kein Bremsen.“
Man muss diese Worte übersetzen: Die politisch verordnete Planwirtschaft der Energiewende rechnet sich nicht mehr. Und wer zahlt am Ende die Zeche für diese Realitätsverweigerung? Wie so oft der deutsche Bürger und die ohnehin schon geschundene Industrie.
Wenn keiner mehr mitbieten will
Besonders entlarvend ist ein Signal aus den Ausschreibungen: Im August 2025 gingen für zwei zentral voruntersuchte Offshore-Flächen erstmals überhaupt keine Gebote ein. Kein einziges. Die Entwickler scheuten die toxische Mischung aus horrenden Investitionen, langen Laufzeiten und unsicherer Refinanzierung. Der Markt hat gesprochen – und sein Urteil ist vernichtend. Während Ende 2025 rund 10 Gigawatt am Netz standen, soll sich dieser Wert bis 2030 nahezu verdreifachen. Ein Wunschdenken, das mit der Kalkulation der Betreiber nicht mehr in Einklang zu bringen ist.
Die Rechnung landet beim Bürger
Stamatelopoulos schlägt eine Zwischenmarke von zunächst 55 Gigawatt vor, um danach neu zu entscheiden. Ein vernünftiger Ansatz – doch für die Bundesregierung unter Kanzler Merz entsteht ein Zielkonflikt, der kaum lösbar erscheint. Wird der teure Offshore-Strom trotz aller Warnungen durchgepeitscht, wandert die Rechnung schnurstracks über Netzentgelte, Strompreise und Fördermodelle zurück zu Verbrauchern und Unternehmen. Die vielbeschworenen Differenzverträge? Sie verlagern das Marktrisiko einfach auf den Staat – also erneut auf den Steuerzahler.
Die Energiewende auf See entscheidet sich eben nicht an der windigen Küste, sondern am nüchternen Rechenschieber ihrer Finanzierbarkeit. Und genau hier klaffen die grünen Träume und die betriebswirtschaftliche Wahrheit meilenweit auseinander.
Was bleibt dem klugen Anleger?
Wenn selbst milliardenschwere Energieprojekte plötzlich ins Wanken geraten und Investoren reihenweise das Weite suchen, zeigt sich einmal mehr, wie fragil politisch getriebene Anlagemodelle sein können. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, tut gut daran, auf bewährte Sachwerte zu setzen. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Kursschwankungen und ideologischen Experimenten ihren Wert bewahren – eine sinnvolle Ergänzung für jedes breit gestreute Portfolio.
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