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Kettner Edelmetalle
27.08.2026
10:26 Uhr
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Wirtschaftskrieg gegen Teheran: Warum Washington jetzt auch Gold ins Visier nimmt

Wirtschaftskrieg gegen Teheran: Warum Washington jetzt auch Gold ins Visier nimmt
Symbolbild: KI-generiert

Der Iran hat die neuen US-Sanktionen in einem Brief an die Vereinten Nationen als Akt des staatlichen und wirtschaftlichen Terrorismus verurteilt. Außenminister Abbas Araghtschi wandte sich damit an UN-Generalsekretär António Guterres, den Sicherheitsrat und sämtliche Mitgliedstaaten. Der Vorwurf: Washington wolle die rechtmäßigen Wirtschaftsbeziehungen Teherans zu anderen Staaten kappen, nachdem die USA ihre Ziele militärisch nicht erreicht hätten.

„Operation Outcast“ – der Ausschluss aus der Weltwirtschaft

Auslöser ist ein Sanktionspaket, das US-Finanzminister Scott Bessent am Montag vorstellte. Betroffen sind fast 60 mit dem Iran verbundene Organisationen, Personen und Schiffe aus den Bereichen Nukleartechnik, Raketen, Cybertechnologie und Öl. Auch Genehmigungen für bestimmte Überweisungen in den Iran wurden ausgesetzt.

Für mögliche Sekundärsanktionen nimmt das Finanzministerium laut Bessent fünf zentrale Auslands-Einnahmequellen ins Visier: digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt. Ins Visier gerät zudem ein Netzwerk aus Firmen und Schiffen einer sogenannten Schattenflotte – von den Emiraten über Hongkong, China und Singapur bis in die Schweiz.

Jede Art von Zusammenarbeit mit diesem mörderischen Regime wird die Verantwortlichen der vollen Wucht der amerikanischen Macht aussetzen.

Das sagte Bessent wörtlich. Auf die Frage, ob das auch für China gelte – den Hauptabnehmer iranischen Öls – antwortete er ausweichend: Niemand solle Washingtons Entschlossenheit auf die Probe stellen.

Der Nadelöhr-Effekt: Hormus bleibt dicht

Die eigentliche Bombe für die Weltwirtschaft liegt woanders. Die Straße von Hormus ist seit einem halben Jahr weitgehend blockiert. Nach vorläufigen Daten des Schifffahrtsmonitors Kpler passierten am Dienstag nur fünf Frachter die Meerenge – der Zehn-Tage-Schnitt liegt bei 15.

Erneut wurde in der Nacht ein Öltanker von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen, meldete die britische Behörde UKMTO. Die Besatzung sei in Sicherheit, die Urheberschaft bleibe unklar. Der Iran und der Oman verhandeln parallel über eine temporäre Route und Minenräumung; ein iranischer Vizeaußenminister kündigte an, künftig solle kein einziges Kriegsschiff mehr passieren dürfen.

Durch dieses Nadelöhr fließt normalerweise ein erheblicher Teil der weltweiten Öl-, Gas- und Düngerexporte. Jede Woche Blockade schlägt über Fracht- und Energiekosten am Ende auch auf deutsche Fabrikhallen und Stromrechnungen durch – ein Land, das seine eigene Energiebasis über Jahre verkleinert hat, ist solchen Schocks besonders ausgeliefert.

Kein Zeitplan, kein Ende

Trump gibt sich unbeeindruckt. Im Interview mit Al Jazeera erklärte er, die USA würden „sehr deutlich gewinnen“, er habe keinen Zeitplan für neue Gespräche: Es dauere, solange es dauere. Zum Obersten Führer Modschtaba Chamenei sagte er, dieser sei vermutlich „sehr schwer verletzt“, aber nicht tot.

Bemerkenswert bleibt ein Detail des Sanktionspakets: Dass Washington ausgerechnet Gold als eine der Lebensadern iranischer Staatsfinanzen einstuft, zeigt, was Notenbanken und Regierungen seit Jahrzehnten wissen. Physisches Edelmetall funktioniert auch dann noch, wenn der Zugang zum Dollar-System gekappt ist. Medienberichten zufolge markierte der Goldpreis Anfang 2026 bei rund 5.595 Dollar je Unze einen Rekord – getrieben von genau diesen geopolitischen Brüchen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und liegt in der Verantwortung des Anlegers.

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