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Zins-Alarm aus St. Louis: Fed-Falke will „bald“ wieder erhöhen!

Zins-Alarm aus St. Louis: Fed-Falke will „bald“ wieder erhöhen!
Symbolbild: KI-generiert

Alberto Musalem, Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, hat am 30. Oktober in New York weitere Zinserhöhungen in den USA in Aussicht gestellt. Die Inflation sei „zu hoch“, eine zusätzliche Straffung der Geldpolitik werde nach seiner Einschätzung „notwendig sein, und zwar bald“. In derselben Woche stieg der Goldpreis auf bis zu 3.965 US-Dollar je Unze.

Die Teuerung lässt sich nicht vertreiben

Musalem sprach vor dem Shadow Open Market Committee, einem Kreis von Ökonomen, der die Politik der Notenbank seit mehr als 50 Jahren kritisch begleitet. Seine Rede war deutlich. Laut den PCE-Daten für September liegen sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation bei 3 Prozent oder darüber. Die Risiken sieht Musalem nach eigenen Worten auf der Seite einer hartnäckig zu hohen Inflation.

Für die kommenden 18 Monate skizzierte er zwei Szenarien. Das wahrscheinlichere: Die Inflation bleibe klar über dem Zwei-Prozent-Ziel, wenn die Fed nicht weiter strafft. Das weniger wahrscheinliche: Die Teuerung sinke auch ohne weitere Schritte von selbst. Darauf allein wollen sich Anleger offenbar nicht verlassen.

Lieber kleine Schritte jetzt als später der große Hammer

Seine Begründung ist nüchtern. Kleine Zinsschritte zu einem frühen Zeitpunkt richteten weniger Schaden an als große, abrupte Eingriffe zu einem späteren. Medienberichten zufolge hatte die Fed die Zinsen im September angehoben und sie nun in einer Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Zwei Mitglieder des Gremiums stimmten dagegen und wollten eine sofortige Erhöhung.

Musalem schließt sich der Formulierung von Fed-Chef Kevin Warsh an, die jüngste Erhöhung habe „eine Dosis geldpolitischer Unterstützung zurückgenommen“. Insgesamt sei die Geldpolitik aber weiterhin locker, sagt Musalem. An den Terminmärkten rechnen Händlern zufolge rund drei Viertel der Marktteilnehmer mit einer Erhöhung im Dezember. Auch Dallas-Fed-Chefin Lorie Logan soll mindestens zwei weitere Schritte von je einem Viertelprozentpunkt erwarten.

Stabile Jobzahlen und doch weniger im Portemonnaie

Mit 4,2 Prozent wirkt die Arbeitslosenquote solide. Musalem warnte trotzdem davor, sich davon täuschen zu lassen. Die Löhne der meisten Beschäftigten seien langsamer gestiegen als die Preise. Viele Amerikaner fielen deshalb „real zurück“, obwohl sie Arbeit haben.

Auch den Immobilienmarkt beschrieb er als „erheblich belastet“. Gründe seien hohe Hypothekenzinsen, teures Bauen und zu wenige Wohnungen. Höhere Leitzinsen lösen keines dieser Probleme. Sie verschärfen sogar das erste davon.

Inflation als heimliche Steuer

Musalem berief sich auf die Monetaristen Allan Meltzer, Karl Brunner und Anna Schwartz. Sie hatten in den 1970er-Jahren, einem Jahrzehnt der Inflation, die These vertreten, dass stabile Preise eine Voraussetzung für Vollbeschäftigung sind und kein Gegensatz zu ihr. Inflation nannte er eine „verzerrende Steuer, und zudem eine regressive“. Sie trifft also kleine Einkommen am stärksten. Die Inflationserwartungen der Bürger seien laut Umfragen zuletzt gestiegen, vor allem wegen höherer Energie- und Rohstoffpreise.

Der bekannte Notenbank-Kritiker Peter Schiff sieht die Ursache dagegen bei der Fed selbst:

„Inflation ist eine Ausweitung der Geldmenge, wozu auch Kredit gehört.“

Gold zeigt, wie viel Vertrauen fehlt

Musalem warnte außerdem: Verliere die Öffentlichkeit das Vertrauen in den Willen der Fed zu stabilen Preisen, würden die Renditen von Anleihen voraussichtlich weiter steigen. Damit würden Kredite in der ganzen Volkswirtschaft teurer. Ob die Notenbank dieses Vertrauen zurückgewinnen kann, ist offen.

Der hohe Goldpreis zeigt, wie skeptisch viele Anleger sind. Wer in Europa jahrelang Negativzinsen und den Verlust an Kaufkraft erlebt hat, kennt das Muster. Notenbanken kündigen Stabilität an, aber die Rechnung zahlen die Sparer. Physisches Gold und Silber können deshalb eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein, weil sie nicht vom Versprechen einer Zentralbank abhängen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.

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