
Zurück in die 70er: Großbritannien wählt den Weg des Staatssozialismus – Andy Burnham setzt auf Verstaatlichung und Fünfjahresplan-Nostalgie

Wer geglaubt hatte, das Vereinigte Königreich habe seine wirtschaftspolitischen Lektionen aus der Vergangenheit gelernt, wird nun eines Besseren belehrt. Mit Andy Burnham, dem selbsternannten „King of the North“, hat König Charles III. am Montag einen neuen Premierminister vereidigt, der das einstige Empire in ein sozialistisches Experiment verwandeln möchte. Von Marktwirtschaft, Freiheit und unternehmerischer Eigenverantwortung ist nicht mehr die Rede. Stattdessen: Zehnjahrespläne, Verstaatlichungen und die feste Absicht, das Rad der Geschichte zurückzudrehen.
Ein „Wendepunkt“ – aber in welche Richtung?
In seiner Antrittsrede vor dem jubelnden Parteivolk kündigte Burnham nichts Geringeres als die „größten Veränderungen der letzten 40 Jahre“ an. Übersetzt heißt das: Er will alles rückgängig machen, was Großbritannien seit den Reformen Margaret Thatchers wirtschaftlich stabilisiert und wettbewerbsfähig gemacht hat. Die „Eiserne Lady“ befreite das Land einst aus der Umklammerung überbordender Gewerkschaftsmacht und ineffizienter Staatsbetriebe. Burnham hingegen behauptet, das Land habe damals „einige falsche Wege eingeschlagen“.
Man reibt sich verwundert die Augen. Wer die Geschichte kennt, weiß, in welchem desolaten Zustand sich Großbritannien vor Thatcher befand: gelähmt durch Streiks, wirtschaftlich abgehängt, ein „kranker Mann Europas“. Und ausgerechnet dorthin will der neue Premier zurück?
Verstaatlichung als Allheilmittel – ein gefährlicher Irrweg
Konkret plant die neue Labour-Regierung die vorübergehende Verstaatlichung des Wasserversorgers Thames Water sowie die vollständige Übernahme der Nationallotterie durch den Staat. Wer glaubt, der Staat könne Betriebe effizienter führen als private Unternehmer, hat aus den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts nichts gelernt.
„Wenn Sozialisten etwas von Wirtschaft verstünden, wären sie keine Sozialisten.“
Dieses geflügelte Wort scheint über den Plänen Burnhams zu schweben wie eine düstere Vorahnung. Denn seine wirtschaftliche Vision liest sich wie ein Katalog gescheiterter Ideologien. Die angekündigte „Reindustrialisierung Großbritanniens durch öffentliche Auftragsvergabe“ und der viel beschworene Zehnjahresplan wecken unweigerlich Erinnerungen an die planwirtschaftlichen Fünfjahrespläne östlicher Prägung. Zentralistische Wirtschaftssteuerung hat noch nie Wohlstand geschaffen, sondern stets Mangel, Ineffizienz und Bürokratie hervorgebracht.
Demokratie nach Gutsherrenart
Besonders bemerkenswert ist Burnhams Umgang mit dem Wählerwillen. Neuwahlen? Fehlanzeige. Obwohl er nicht vom Volk, sondern von seiner eigenen Partei ins Amt gehievt wurde, weist er Forderungen der Opposition brüsk zurück. Wer die Mehrheit im Unterhaus hinter sich habe, so Burnham, verfüge auch über die „Legitimität, die Dinge voranzubringen“. Ein bemerkenswertes Demokratieverständnis für jemanden, der einen radikalen Linkskurs ohne frisches Mandat der Bürger durchsetzen möchte.
Dabei war es Labour selbst, die ihren erfolgreichen Wahlsieger Keir Starmer in atemberaubender Geschwindigkeit absägte. Der Mann, der die Partei 2024 zu einer historischen Mehrheit geführt hatte, verabschiedete sich mit den lakonischen Worten „Meine Arbeit ist getan“. Der wahre Grund für seinen Sturz: Labour rutschte in den Umfragen ab und wurde ausgerechnet von Nigel Farages konservativer Reform UK überholt.
Die Lehre für uns alle
Statt aus dem Erstarken der bürgerlich-konservativen Kräfte die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Kurs zu korrigieren, flüchtet sich Labour noch weiter nach links. Ein Manöver, das zum Scheitern verurteilt sein dürfte. Und es sollte auch dem deutschen Beobachter eine Warnung sein: Wohin uns immer neue Staatsschulden, wachsende Bürokratie und immer tiefere Eingriffe in die Wirtschaft führen, lässt sich am britischen Beispiel studieren.
Wenn Regierungen ihre Bürger in Abhängigkeit und den Staat in Schulden treiben, gibt es einen Wert, der über Jahrtausende hinweg seine Beständigkeit bewahrt hat: physische Edelmetalle. Gold und Silber unterliegen keiner staatlichen Planwirtschaft, keinem Verstaatlichungsdekret und keiner ideologischen Laune. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie einen Schutz, den kein Zehnjahresplan der Welt zunichtemachen kann.
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