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Kettner Edelmetalle
01.09.2026
09:07 Uhr
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3,3 Prozent! Energiepreis-Schock treibt Euro-Inflation nach oben

3,3 Prozent! Energiepreis-Schock treibt Euro-Inflation nach oben
Symbolbild: KI-generiert

Die Teuerung im Euroraum zieht wieder kräftig an. Nach ersten Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat kletterten die Verbraucherpreise im August im Jahresvergleich um 3,3 Prozent – nach 2,9 Prozent im Juli. Damit liegt die Inflation deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent.

Die Erstschätzung wurde am 1. September veröffentlicht und traf exakt die Erwartungen der Volkswirte. Ein Trost ist das kaum: Für Millionen Haushalte in Deutschland bedeutet jeder Zehntelpunkt weniger Kaufkraft am Monatsende.

Energie explodiert – der Krieg schlägt an die Tankstelle durch

Die Ursache ist so eindeutig wie unbequem: Die Energiepreise stiegen um 14,3 Prozent gegenĂĽber dem Vorjahr, nach bereits 10,3 Prozent im Juli. Treiber sind die anziehenden Brennstoffpreise infolge des andauernden Iran-Kriegs.

Der Konflikt, der im Juni 2025 mit israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen eskalierte, hält die Rohstoffmärkte weiter in Atem. Medienberichten zufolge wurde erst kürzlich erneut ein Tanker in der Straße von Hormus angegriffen – jener Nadelöhr-Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öls verschifft wird.

Die Kernrate, die Energie und Lebensmittel ausklammert, sank derweil leicht auf 2,4 Prozent nach 2,5 Prozent im Juli. Der zugrundeliegende Preisdruck bröckelt also – doch was nützt das dem Pendler an der Zapfsäule?

Deutschland: 2,9 Prozent und eine wachsende Arbeitslosigkeit

In Deutschland meldete das Statistische Bundesamt fĂĽr August eine Teuerung von 2,9 Prozent nach 2,8 Prozent im Juli. Parallel dazu stieg die Arbeitslosigkeit nach Angaben der Bundesagentur fĂĽr Arbeit weiter auf 3,06 Millionen Menschen.

Steigende Preise bei gleichzeitig schwächelndem Arbeitsmarkt – diese Kombination ist ökonomisch die unangenehmste aller Welten. Sie beschreibt jenen Zustand, den Ökonomen seit den Ölkrisen der 1970er Jahre als Stagflation fürchten: Die Notenbank kann nur eines bekämpfen, entweder die Inflation oder die Konjunkturflaute.

Die EZB steht mit dem RĂĽcken zur Wand

Am 10. September entscheidet der EZB-Rat erneut über den Leitzins. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hatte sich zuletzt öffentlich für ein höheres Zinsniveau ausgesprochen und damit die Märkte auf eine Straffung eingestimmt. Berichten zufolge preisen Terminmärkte inzwischen einen Anstieg in Richtung 2,50 Prozent ein.

Für Bauherren, Kreditnehmer und hoch verschuldete Staaten wären steigende Zinsen eine schwere Last. Für Sparer immerhin ein kleiner Lichtblick – auch wenn selbst höhere Zinsen bei 3,3 Prozent Inflation real weiterhin Verlust bedeuten dürften.

Was Anleger daraus lernen können

Die Botschaft dieser Zahlen ist unbequem: Preisstabilität ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein politisches Versprechen, das an geopolitischen Krisen und schuldenfinanzierten Staatsausgaben zerbrechen kann. Wer in Deutschland spart, kämpft seit Jahren gegen einen schleichenden Kaufkraftverlust.

Physische Edelmetalle haben sich historisch in Phasen von Geldentwertung, Krieg und Währungsunsicherheit als Anker bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können Gold und Silber deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein – als Versicherung, nicht als Wette.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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