
40 Billionen Dollar: Amerikas Schuldenuhr rast außer Kontrolle

Es ist eine Zahl mit 14 Stellen – und kaum noch jemand kann sie begreifen: Die Staatsverschuldung der USA hat am Mittwoch erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Konkret meldete das Finanzministerium 40.047.425.768.420 Dollar. Umgerechnet rund 34,3 Billionen Euro.
Vor fünf Monaten fiel die 39-Billionen-Marke, im Oktober zuvor die 38. Der Takt, in dem neue Billionen-Schwellen fallen, wird immer kürzer.
Der Präsident, der die Schulden tilgen wollte
2016 versprach Donald Trump im Wahlkampf, den gesamten Schuldenberg binnen acht Jahren abzutragen – über neue Handelsabkommen und mehr Wachstum. Das Wachstum kam tatsächlich. Der Schuldenabbau nicht: Seither hat sich die Verschuldung verdoppelt.
Nach Berichten internationaler Medien haben sich die US-Schulden allein in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt – unter Republikanern wie Demokraten. Die OECD attestiert den Vereinigten Staaten laut Medienberichten inzwischen die schlechteste Haushaltslage aller Industrieländer.
Drei Kostentreiber auf einmal
Dass die 40-Billionen-Marke Monate früher fiel als von Analysten erwartet, hat dem Bericht zufolge vor allem drei Gründe:
- Der Iran-Krieg: Pentagon-Vertreter sprachen von über elf Milliarden Dollar Kosten allein in der ersten Woche.
- Die gekippten Zölle: Nachdem der Oberste Gerichtshof im Februar große Teile der „Notstandszölle" für rechtswidrig erklärte, musste Washington Unternehmen zunächst 160 Milliarden Dollar zurückzahlen – fest eingeplantes Geld.
- Die Steuersenkungen von 2025: Finanzminister Scott Bessent wollte das Defizit von über sechs auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken. Es bewegt sich in die Gegenrichtung.
Allein in diesem Haushaltsjahr dürften mehr als zwei Billionen Dollar neue Schulden hinzukommen. Rund die Hälfte des Defizits fließt nach Berechnungen der Denkfabrik CRFB schlicht in Zinsen für Altschulden. Deren Politikdirektor Marc Goldwein sagte gegenüber „CNN", das Erschreckendste sei, wie man dem Beginn der Schuldenspirale live zusehen könne.
Und die Sparkommission? Ein Rohrkrepierer
Das von Elon Musk mitgegründete „Department of Government Efficiency" sollte mindestens eine Billion Dollar einsparen. Herausgekommen sind nach eigenen Angaben gut 200 Milliarden – und selbst diese Zahl halten Prüfer des Government Accountability Office für unzuverlässig. Ein Lehrstück darüber, wie schwer sich Staaten mit dem Sparen tun.
Warum das auch deutsche Sparer trifft
Die Schuldenquote liegt bei 123 Prozent des BIP. Zum Vergleich: 2007, kurz vor der Finanzkrise, waren es 62 Prozent. Ex-Fed-Chef Jerome Powell brachte es im Frühjahr auf den Punkt: Nicht die Höhe sei untragbar, sondern der Kurs.
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren geklettert, der 30-jährige Hypothekenzins liegt bei fast 6,7 Prozent. Ökonom Gabriel Felbermayr warnte gegenüber dem „Handelsblatt", die Gefahr einer größeren globalen Staatsschuldenkrise sei derzeit sehr hoch. Auch der IWF spricht von einem möglichen „explosiven Schuldenpfad".
Und Deutschland? Die Regierung Merz hat ein 500-Milliarden-Sondervermögen aufgelegt und die Schuldenbremse faktisch entkernt. Wer in Berlin auf Washington zeigt, sollte den eigenen Kurs mitdenken.
Was Anleger daraus lesen
Papiergeld ist ein Versprechen – und Versprechen von Staaten mit 40 Billionen Dollar Schulden werden nicht wertvoller. Physische Edelmetalle kennen keinen Emittenten, der ausfallen kann. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie deshalb ein nüchternes Instrument der Absicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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