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Kettner Edelmetalle
12.09.2026
14:32 Uhr
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40 Billionen Dollar Schulden: Bessents Rechnung geht nicht auf

40 Billionen Dollar Schulden: Bessents Rechnung geht nicht auf
Symbolbild: KI-generiert

US-Finanzminister Scott Bessent gibt sich gelassen: Die Vereinigten Staaten könnten aus ihrem Schuldenberg von 40 Billionen Dollar "herauswachsen". Das sagte er am 20. August in einem Interview mit dem US-Sender CNBC. Doch Ökonomen widersprechen scharf – und die Anleihemärkte offenbar auch.

"Nichts Magisches" an 40 Billionen?

Bessents Botschaft an die Märkte lautete im Kern: Keine Panik. An der Zahl 40 Billionen sei nichts Magisches, das Defizit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung sinke, und die steuerliche Sofortabschreibung für Fabriken, Maschinen und Agrargebäude sei kein Konsum, sondern eine Investition in die Zukunft.

"Wir ziehen die Zwille zurück" – so beschrieb der Minister sinngemäß die aufgestaute Energie, die sich in den kommenden Jahren in Wachstum entladen solle.

Tatsächlich fiel die Defizitquote laut den zitierten Daten von 6,2 Prozent des BIP im Jahr 2024 auf 5,8 Prozent im Jahr 2025. Klingt nach Trendwende. Ist es aber, so die Kritik, nicht.

Der blinde Fleck: 80 Billionen, die niemand bilanziert

In einer Analyse des libertären Mises Institute wird der Optimismus des Ministers regelrecht zerlegt. Die offizielle Schuldenzahl unterschätze das Problem dramatisch, heißt es dort: Nicht enthalten seien die ungedeckten Verpflichtungen von Social Security, Medicare und den Pensionsfonds des Bundes.

Deren Barwert beziffern die Treuhänder – zu denen Bessent selbst zählt – demnach auf rund 80 Billionen Dollar zusätzlich. Macht in Summe mindestens 120 Billionen. Zwei der Fonds dürften der Analyse zufolge bereits Anfang der 2030er Jahre leerlaufen. Einen Plan dafür? Gibt es nicht.

Sparen? Findet praktisch nicht mehr statt

Noch unbequemer ist ein zweiter Befund. Die Nettoersparnis der US-Volkswirtschaft lag zwischen 1950 und 1974 bei zehn bis fünfzehn Prozent des Nettonationalprodukts. Seit dem Hoch 1965 schmilzt sie – in den 2020er Jahren liegt sie nahe null.

Parallel dazu explodierten die Defizite, mit Ausschlägen in der Finanzkrise 2008 und während der Corona-Lockdowns 2020. Nur unter Präsident Clinton gab es zwischenzeitlich einen kleinen Überschuss. Etwa die Hälfte des Rückgangs der Ersparnis gehe auf das Konto der Staatsdefizite, so die Berechnung.

Die Logik dahinter ist bestechend einfach: Ob der Staat Ersparnisse über Steuern oder über Schulden abschöpft, ändert nichts daran, dass sie fehlen – für Fabriken, Maschinen, echte Produktivität. Steuersenkungen ohne Ausgabendisziplin sind demnach ein Nullsummenspiel mit Zinseszins.

Wenn Wachstum nur Inflation heißt

Und das gefeierte BIP-Wachstum? Es speise sich, so die Kritiker, zu großen Teilen aus frisch geschaffenem Geld. Inflation blähe die nominale Wirtschaftsleistung auf, erhöhe zugleich über automatische Rentenanpassungen die Verpflichtungen – und löse gar nichts.

Die Märkte scheinen das zu ahnen. Medienberichten zufolge nähern sich die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen der Marke von fünf Prozent, während der Finanzminister mit Anleiherückkäufen gegensteuert. Gold notiert derweil nahe historischer Höchststände – 2025 legte das Metall Marktdaten zufolge um über 50 Prozent zu.

Für deutsche Sparer ist das kein fernes Schauspiel. Auch Berlin finanziert Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe auf Pump. Wer glaubt, Schulden ließen sich durch Wachstum wegzaubern, sollte die amerikanische Kurve kennen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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