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Kettner Edelmetalle
01.08.2026
20:38 Uhr

57 Prozent erwarten den Bruch: Die Bürger haben die Koalition längst abgeschrieben

57 Prozent erwarten den Bruch: Die Bürger haben die Koalition längst abgeschrieben

Es gibt Umfragen, die man in Berlin gerne als Momentaufnahme kleinredet. Und es gibt Umfragen, die einem Regierungsbündnis das politische Totenglöckchen läuten. Die aktuellen Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild am Sonntag" gehören eindeutig zur zweiten Kategorie: 57 Prozent der Befragten rechnen damit, dass diese Bundesregierung das reguläre Ende der Wahlperiode 2029 nicht erreicht. Nur 29 Prozent glauben noch an ein Durchhalten bis zum Schluss, 14 Prozent wollten sich gar nicht äußern.

Ein Vertrauensvorschuss, der nie ankam

Man muss sich das Ausmaß dieses Misstrauens vor Augen führen. Eine Regierung, die im Mai 2025 mit dem pathetischen Titel "Verantwortung für Deutschland" angetreten war, hat es innerhalb weniger Quartale geschafft, dass eine klare Mehrheit der Bürger nicht mehr über politische Inhalte diskutiert, sondern nur noch darüber, wann der Laden auseinanderfliegt. Das ist keine Kritik an einzelnen Gesetzen mehr. Das ist die Bankrotterklärung eines gesamten Regierungsmodells.

Noch bitterer liest sich die zweite Frage. Lediglich 25 Prozent trauen dem neubesetzten Kabinett zu, in diesem Jahr noch wichtige Reformen abzuschließen. 65 Prozent halten das für ausgeschlossen. Anders formuliert: Zwei von drei Deutschen erwarten von ihrer eigenen Regierung faktisch nichts mehr. Kein Handeln, kein Ergebnis, keine Wende.

Wer regiert, ohne zu liefern, verwaltet irgendwann nur noch seinen eigenen Abstieg.

Rente, Wirtschaft, Gesundheit – die Sorgen sind bemerkenswert bodenständig

Interessant ist, worüber sich die Menschen tatsächlich Gedanken machen. Ganz oben steht die Rente mit 64 Prozent, dicht gefolgt von der Wirtschaft mit 63 Prozent und dem Gesundheitswesen mit 62 Prozent. Danach kommen innere Sicherheit mit 54 Prozent und Migration mit 53 Prozent. Gefragt wurden 1.002 Personen am 30. und 31. Juli 2026, jeder durfte bis zu fünf Themen nennen.

Auffällig ist, was in dieser Liste fehlt. Kein Wort von den Lieblingsprojekten der Hauptstadtblase, keine Debatte über Sprachvorschriften, keine Begeisterung für symbolpolitische Nebenkriegsschauplätze. Die Bürger sorgen sich um ihre Altersvorsorge, ihren Arbeitsplatz, ihre Arztversorgung und darum, ob sie abends noch sicher durch die Innenstadt kommen. Genau jene Themen also, die in Berlin über Jahre hinweg mit einer Mischung aus Vertagung und Verlegenheit behandelt wurden.

Warum die Rente an der Spitze steht

Dass die Alterssicherung die Sorgenliste anführt, ist kein Zufall. Ein umlagefinanziertes System, das auf schrumpfende Beitragszahlerzahlen bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung trifft, ist arithmetisch angezählt. Wer dann noch ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur auflegt und die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz schreibt, verschiebt Lasten mit einer Selbstverständlichkeit in die Zukunft, die einem den Atem raubt. Die Zinsen dafür zahlen Menschen, die heute noch zur Schule gehen. Und das ausgerechnet unter einem Kanzler, der im Wahlkampf keine neuen Schulden versprochen hatte.

Was Schulden mit Ihrem Ersparten machen

Wer den Verdacht hegt, dass am Ende jeder Schuldenberg über die Geldentwertung abgetragen wird, liegt historisch betrachtet selten falsch. Papierversprechen lassen sich nachdrucken, Kaufkraft nicht. Genau deshalb schauen viele Bürger inzwischen skeptischer auf ihre Sparkonten und Anleihedepots und stärker auf reale Werte. Physisches Gold und Silber tragen kein Ausfallrisiko einer Regierung im Gepäck – sie sind unabhängig davon, ob eine Koalition bis 2029 hält oder vorher zerbricht.

Der eigentliche Skandal ist die Gewöhnung

Dass eine Mehrheit ein vorzeitiges Ende erwartet, ist schlimm. Dass es kaum noch jemanden aufregt, ist schlimmer. Das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates erodiert leise, aber stetig – und mit ihm die Bindekraft der etablierten Parteien. Nach unserer Auffassung, die ein erheblicher Teil der Bevölkerung teilen dürfte, braucht dieses Land wieder Politiker, die für Deutschland arbeiten und nicht gegen die Interessen der eigenen Bürger.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und spiegelt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene, sorgfältige Recherche und liegt in der ausschließlichen Verantwortung des Anlegers. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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