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Kettner Edelmetalle
04.09.2026
12:34 Uhr
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89 Prozent: Amerikas Vertrauen in den Staat kollabiert

89 Prozent: Amerikas Vertrauen in den Staat kollabiert
Symbolbild: KI-generiert

Es ist ein Rekord, auf den niemand stolz sein kann: 89 Prozent der erwachsenen US-Bürger halten Korruption in ihrer Regierung für weit verbreitet. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Gallup-Umfrage. Es ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006 – ein Sprung um zehn Punkte binnen eines Jahres.

Zum Vergleich: Zwischen 2010 und 2025 bewegte sich der Wert laut Gallup in einer Spanne von 72 bis 79 Prozent. Vor 20 Jahren, bei der ersten Messung, lag er noch bei 59 Prozent. Der Vertrauensschwund ist also kein Ausrutscher, sondern ein Trend – und er beschleunigt sich.

Wenn Demokraten und Republikaner sich plötzlich einig sind

Das Bemerkenswerte an den Zahlen ist ihre parteiübergreifende Wucht. Bei den Demokraten kletterte der Anteil laut Gallup von 57 Prozent im letzten Amtsjahr Joe Bidens auf 76 Prozent im Vorjahr und nun auf 91 Prozent. Bei den parteiunabhängigen Wählern sind es 90 Prozent.

Bei den Republikanern liegt der Wert bei 83 Prozent – und damit bemerkenswert stabil. 2024, unter demokratischer Führung, waren es 87 Prozent. Gallup deutet das so: Bei Demokraten hänge die Wahrnehmung eng daran, wer gerade im Weißen Haus sitzt, während konservative Wähler offenbar eine grundsätzlichere, weniger vom Machtwechsel abhängige Skepsis gegenüber dem Staatsapparat hegten.

Ein Blick auf die politische Kultur der USA erklärt viel: Misstrauen gegen Washington gehört dort zur DNA. Von Tammany Hall über den Teapot-Dome-Skandal bis Watergate reicht die Kette der Affären. Neu ist die Höhe des Ausschlags.

Die USA vor Ungarn, Griechenland und Tschechien

International ist das Ergebnis brisant. In den 38 OECD-Staaten sank der Median jener, die Korruption in ihrer Regierung für weit verbreitet halten, laut Gallup von 69 Prozent im Jahr 2009 auf unter 60 Prozent seit 2022. 2025 lag er bei 59 Prozent – die USA damals schon bei 79 Prozent.

Damit stünden die Vereinigten Staaten erstmals an der Spitze der OECD-Rangliste. Früher führten Länder wie Griechenland, Ungarn oder Tschechien dieses Feld mit Werten über 90 Prozent an. Weltweit lagen seit 2023 nur vier von 132 befragten Ländern über dem aktuellen US-Wert: Libanon (92 %), Peru (92 %), Ghana und Nigeria (je 90 %).

Und die Wirtschaft? Kommt deutlich besser weg

Auch Korruption in Unternehmen sehen die Amerikaner zunehmend kritisch: 71 Prozent, acht Punkte mehr als im Vorjahr. Doch die Lücke zur Politik beträgt 18 Punkte – der größte je gemessene Abstand in den USA. Im Schnitt der Jahre 2006 bis 2025 lag er bei elf Punkten. Der Bürger traut also dem Unternehmer inzwischen deutlich mehr als dem Apparat, der ihn regiert.

Was das für Deutschland bedeutet

Wer nun beruhigt nach Berlin blickt, sollte genauer hinsehen. Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International kam Deutschland zuletzt auf 77 Punkte und Rang 10 – im Zehnjahresvergleich aber vier Punkte weniger. Die Organisation warnte ausdrücklich, unter dem Etikett „Bürokratieabbau" würden Kontrollmechanismen im Vergaberecht beschnitten – ausgerechnet in einer Zeit milliardenschwerer Sondervermögen.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das die eigentliche Botschaft dieser Zahlen: Vertrauen ist die härteste Währung eines Staates – und sie lässt sich, anders als Geld, nicht drucken. Wo es schwindet, suchen Bürger nach Werten, die keiner politischen Mehrheit bedürfen. Physisches Gold und Silber gehören seit Jahrtausenden dazu.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung der Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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