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Allianz-Alarm: Deutsche Autobauer sparen sich ins China-Abseits!

Allianz-Alarm: Deutsche Autobauer sparen sich ins China-Abseits!
Symbolbild: KI-generiert

Europas Autoindustrie fährt bei den Investitionen kräftig zurück, ausgerechnet jetzt. Laut einer neuen Studie des Kreditversicherers Allianz Trade haben die Hersteller ihre Investitionen in diesem Jahr um 20 Prozent gekürzt. Kurz vor dem Start des Pariser Autosalons am 12. Oktober warnen die Ökonomen: Der Rückstand auf China könnte weiter wachsen.

Sparen, während die Konkurrenz Gas gibt

Andere Branchen machen es anders. Europäische Großkonzerne außerhalb der Autoindustrie haben ihre Investitionen der Studie zufolge um zehn Prozent erhöht. Die Autobauer dagegen treten auf die Bremse, mitten im größten Technologiewechsel ihrer Geschichte.

Für die Allianz-Fachleute liegt das Problem tiefer. Über zwei Jahrzehnte sei zu viel Kapital in Verbrennertechnik, schnelle Renditen und üppige Dividenden geflossen. Elektrifizierung und Digitalisierung habe man dagegen viel zu spät angepackt.

Ein Bumerang kommt zurück

Als die Konzerne endlich umsteuerten, hätten sie ihr Geld nach dem Gießkannenprinzip auf zu viele Projekte verteilt. So sieht es Allianz-Trade-Autoexperte Guillaume Dejean. Die Kapitalverwendung der vergangenen zwanzig Jahre sei ein Bumerang, der nun zurückkehre. Ein hartes Urteil über eine Branche, die lange als Herzstück der deutschen Wirtschaft galt.

Die Zahlen sind ein Weckruf

Wie ernst die Lage ist, zeigt schon die Pariser Messe: Der Anteil europäischer Aussteller schrumpft laut Allianz auf nur noch 40 Prozent. Chinesische Marken wie BYD, Xpeng oder Zeekr drängen auf die Bühne, die früher Wolfsburg, Stuttgart und München gehörte.

  • Wertschöpfung: Je in Europa verkauftem Auto seit 2021/22 um 30 bis 45 Prozent gesunken
  • Marktanteil Europa: minus zehn Prozent
  • Marktanteil China: minus sieben Prozent

Es kann noch schlimmer kommen. Milo Bogaerts, Chef von Allianz Trade in den deutschsprachigen Ländern, rechnet vor: Büße die deutsche Autoindustrie bis 2030 in Europa und China jeweils drei weitere Prozentpunkte ein, stünden rund drei Milliarden Euro Wertschöpfung auf dem Spiel.

Wer am Ende die Zeche zahlt

Das trifft nicht nur die Konzernbilanzen. Bei deutschen Herstellern laufen bereits harte Sparprogramme. Schließt ein Werk oder fallen Kapazitäten dauerhaft weg, verlieren Beschäftigte ihre Jobs. Mittelständische Zulieferer geraten ins Wanken, Kommunen fehlen die Gewerbesteuern. Ganze Regionen hängen am Auto.

Und die Politik? In Brüssel wird seit Monaten über eine Lockerung des geplanten Verbrenner-Aus ab 2035 gestritten. Die Allianz-Ökonomen warnen: Eine Aufweichung ohne verbindlichen Fahrplan könne Europas Hersteller noch weiter hinter die asiatische Konkurrenz zurückwerfen. Kritiker der EU-Klimapolitik sehen das anders. Für sie ist der ständige Zickzackkurs aus Brüssel selbst ein Teil des Problems, denn wer heute investieren soll, braucht vor allem eines: verlässliche Rahmenbedingungen statt politischer Kehrtwenden.

Gibt es noch einen Ausweg?

Ganz abschreiben will die Studie Europas Autobauer nicht. Der Niedergang sei kein Naturgesetz. Neue Umsätze könnten vor allem Software und digitale Dienste bringen. Außerdem böten europäische Elektroautos unter 50.000 Euro teils ein besseres Verhältnis von Preis und Reichweite als chinesische Modelle.

Ob daraus dauerhaft profitable Geschäftsmodelle werden, ist allerdings offen. Käufer haben zwar mehr Auswahl, kämpfen aber mit Unsicherheit bei Preisen, Verfügbarkeit und Restwerten. Für Aktionäre der Autokonzerne dürften die Zeiten satter Ausschüttungen vorerst vorbei sein. Wer sein Vermögen nicht allein vom Schicksal einzelner Branchen abhängig machen will, setzt auf breite Streuung. Physisches Gold und Silber können dabei als krisenfeste Beimischung dienen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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