
Als die Natur noch blühte: Mittelalterliche Bauern zeigen moderner Landwirtschaft, wie es geht

Eine bemerkenswerte Studie offenbart, was viele längst ahnten: Die viel gepriesene moderne Landwirtschaft mit ihren industriellen Methoden hat der Natur mehr geschadet als genutzt. Ausgerechnet das oft als rückständig belächelte Mittelalter erreichte am Bodensee eine Pflanzenvielfalt, von der wir heute nur noch träumen können. Ein Befund, der zum Nachdenken anregen sollte – nicht nur über Agrarpolitik, sondern über unser gesamtes Verhältnis zur Natur.
Der Höhepunkt der Biodiversität lag vor tausend Jahren
Ein interdisziplinäres Forscherteam der Max-Planck-Gesellschaft unter Leitung des Geoanthropologen Adam Izdebski hat die Vegetationsgeschichte der Bodenseeregion über einen Zeitraum von 4.000 Jahren akribisch untersucht. Das Ergebnis dürfte manchen Verfechter des technologischen Fortschritts ernüchtern: Um das Jahr 1000 nach Christus erreichte die Pflanzenvielfalt in dieser Region ihren absoluten Höhepunkt – trotz wachsender Bevölkerung und intensiver landwirtschaftlicher Nutzung.
Im Vergleich zur Bronzezeit wuchsen damals nahezu doppelt so viele verschiedene Pflanzenarten in der Region. Das mittelalterliche Ökosystem zeichnete sich zudem durch eine bemerkenswerte Ausgewogenheit aus: Keine Pflanzengruppe dominierte über eine andere. Die Natur befand sich in einem harmonischen Gleichgewicht, das wir heute vergeblich suchen.
Das Geheimnis des mittelalterlichen Erfolgs
Was machten unsere Vorfahren anders? Die Antwort liegt in ihrer Herangehensweise an die Landwirtschaft. Schriften aus dem Archiv des Klosters St. Gallen beschreiben die Region als einen bunten Flickenteppich aus Wildnis, Halbwildnis und bewirtschafteten Flächen. Diese Mosaiklandschaft bot unzähligen Pflanzenarten Lebensraum.
„Unsere Ergebnisse dokumentieren eine Erfolgsgeschichte der Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt. Menschliche Gemeinschaften können biodiverse Landschaften fördern und haben dies über lange Zeiträume hinweg bewiesen."
Die Einführung der Dreifelderwirtschaft im Jahr 763, innovative Werkzeuge wie der Pflug und die Vernetzung durch Klöster wie St. Gallen – dessen Ländereien vom Allgäu bis zum Elsass und von der Lombardei bis zur Toskana reichten – begünstigten die Einwanderung neuer Pflanzenarten. Der Anbau erfolgte je nach Bedarf, nicht nach den Vorgaben industrieller Effizienz.
Der Niedergang begann mit der Moderne
Ab 1350 setzte der Rückgang ein, zunächst durch die verheerenden Pestwellen, die fast die Hälfte der Bevölkerung dahinrafften. Doch der eigentliche Todesstoß für die Pflanzenvielfalt kam später: Mit der Neuzeit und der Spezialisierung auf Monokulturen wie Flachs begann der schleichende Verfall. Die industrielle Landwirtschaft des 20. und 21. Jahrhunderts vollendete schließlich, was die Monokultur begonnen hatte.
Heute sind laut einer Studie aus dem Jahr 2023 fast ein Fünftel aller europäischen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Besonders Pflanzen mit 27 Prozent und Wirbellose mit 24 Prozent stehen auf der Kippe. Ein erschreckendes Zeugnis für den vermeintlichen Fortschritt.
Was wir vom Mittelalter lernen können
Die Studie räumt mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: Intensive Landwirtschaft und menschliche Eingriffe in die Natur müssen nicht zwangsläufig zum Verlust der Artenvielfalt führen. Es kommt auf das Wie an. Die mittelalterlichen Bauern bewiesen, dass Nahrungsproduktion und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen.
Die Forscher appellieren an die heutigen politischen Entscheidungsträger, Lehren aus dem mittelalterlichen Optimum zu ziehen. Mischkulturen, Dreifelderwirtschaft und Mosaiklandschaften haben sich als der Biodiversität zuträglich erwiesen. Ihre Erhaltung hängt direkt von traditionellen Formen der Landwirtschaft ab – nicht von den Subventionsprogrammen der EU oder den Vorgaben ideologiegetriebener Agrarpolitik.
Vielleicht sollten wir öfter in die Vergangenheit blicken, statt blind dem Fortschrittsglauben zu folgen. Unsere Vorfahren wussten offenbar besser als wir, wie man mit der Natur im Einklang wirtschaftet.
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