
Amazon greift nach der KI-Krone: Bis zu 50 Milliarden Dollar für OpenAI
Der Kampf um die Vorherrschaft in der künstlichen Intelligenz erreicht eine neue Dimension. Der US-Technologieriese Amazon verhandelt offenbar über eine Investition von bis zu 50 Milliarden Dollar in das ChatGPT-Unternehmen OpenAI. Eine Summe, die selbst in der an Superlativen gewöhnten Tech-Branche für Aufsehen sorgt.
Ein Wettrennen der Giganten
Die Verhandlungen befinden sich nach Informationen von Reuters noch in einem frühen Stadium, die endgültigen Zahlen seien noch nicht festgelegt. Doch allein die Größenordnung verdeutlicht, welche strategische Bedeutung die großen Technologiekonzerne dem Rennen um die KI-Dominanz beimessen. Amazon-Chef Andy Jassy soll die Gespräche persönlich mit OpenAI-Gründer Sam Altman führen.
Sollte sich Amazon tatsächlich mit einem derart massiven Investment beteiligen, würde der Online-Handelsriese zum größten Geldgeber in der aktuellen Finanzierungsrunde des KI-Unternehmens aufsteigen. OpenAI strebt insgesamt eine Kapitalaufnahme von bis zu 100 Milliarden Dollar an, was das Unternehmen mit rund 830 Milliarden Dollar bewerten würde.
Die üblichen Verdächtigen mischen kräftig mit
Amazon ist keineswegs der einzige Interessent. Der japanische Technologie-Investor SoftBank verhandelt ebenfalls über eine zusätzliche Investition von bis zu 30 Milliarden Dollar. Auch Nvidia, dessen Chips die KI-Modelle von OpenAI antreiben, soll Gespräche über eine Beteiligung von bis zu 30 Milliarden Dollar führen. Microsoft, seit Jahren ein treuer Unterstützer von OpenAI, erwägt offenbar eine weitere Investition von weniger als 10 Milliarden Dollar.
Bemerkenswert ist dabei, dass Amazon bereits erheblich in den OpenAI-Konkurrenten Anthropic investiert hat – rund 8 Milliarden Dollar flossen in das Unternehmen, das mittlerweile mit 183 Milliarden Dollar bewertet wird. Anthropic hat sich als ernstzunehmender Rivale etabliert und prognostiziert für 2026 eine Verdopplung bis Verdreifachung seiner Umsätze auf etwa 26 Milliarden Dollar.
Der Börsengang rückt näher
OpenAI bereitet derweil den Boden für einen Börsengang, der das Unternehmen mit bis zu einer Billion Dollar bewerten könnte. Erst kürzlich unterzeichnete das Unternehmen einen Computing-Deal über 10 Milliarden Dollar mit dem Nvidia-Herausforderer Cerebras – ein weiteres Zeichen für die enormen Investitionen in Rechenzentren, die der KI-Boom erfordert.
Für den deutschen Beobachter stellt sich unweigerlich die Frage, wo Europa in diesem globalen Wettlauf um die Zukunftstechnologie steht. Während amerikanische und asiatische Konzerne Milliardensummen in die KI-Entwicklung pumpen, verliert sich die deutsche Politik in Regulierungsdebatten und ideologischen Grabenkämpfen. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz wäre gut beraten, hier endlich die Weichen für eine wettbewerbsfähige deutsche Technologielandschaft zu stellen – bevor der Zug endgültig abgefahren ist.
Hinweis zu Kapitalanlagen
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Technologieunternehmen oder deren Aktien sind mit erheblichen Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen sowie eigene Recherchen durchführen.

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