
American Gold Eagle: Dezember-Verkäufe steigen, doch das Jahresergebnis offenbart einen dramatischen Einbruch

Die jüngsten Verkaufszahlen der US-amerikanischen Prägeanstalt United States Mint zeichnen ein zwiespältiges Bild für die legendäre Goldanlagemünze "American Gold Eagle". Während der Dezember einen leichten Aufschwung verzeichnete, zeigt der Blick auf das Gesamtjahr 2025 einen besorgniserregenden Trend, der Anleger aufhorchen lassen sollte.
Dezember bringt zaghafte Erholung
Im vergangenen Monat konnte die US Mint immerhin einen Lichtblick vermelden. Die Verkäufe des Gold Eagle stiegen sowohl bei der Stückzahl als auch beim Gesamtgewicht gegenüber dem Vormonat an. Konkret wurden 14.500 Münzen mit einem Gesamtgewicht von 14.000 Unzen abgesetzt – ein deutlicher Sprung gegenüber den mageren 10.500 Münzen beziehungsweise 6.000 Unzen im November.
Bemerkenswert ist dabei die Konzentration auf die größeren Stückelungen. Die Käufer griffen ausschließlich zu den halben und ganzen Unzen-Münzen: 13.500 Ein-Unzen-Münzen und 500 Halb-Unzen-Münzen wechselten den Besitzer. Die kleineren Stückelungen fanden hingegen keinerlei Abnehmer – ein Indiz dafür, dass vor allem kapitalkräftige Investoren am Markt aktiv waren.
Der Vergleich zum Vorjahr entlarvt das wahre Ausmaß
Doch wer glaubt, diese Dezember-Zahlen seien ein Grund zur Euphorie, der irrt gewaltig. Ein Blick auf das Gesamtjahr 2025 offenbart einen regelrechten Absturz der Nachfrage. Mit lediglich 374.500 verkauften Münzen und einem Gesamtgewicht von 183.500 Unzen liegt das Ergebnis weit unter dem Vorjahresniveau. Zum Vergleich: 2024 setzte die US Mint noch stolze 999.000 Münzen mit einem Gewicht von 412.000 Unzen ab.
Das bedeutet einen Rückgang von über 60 Prozent bei der Stückzahl und mehr als 55 Prozent beim Gewicht. Wie erklärt sich dieser dramatische Einbruch? Die Gründe sind vielschichtig und spiegeln die wirtschaftspolitischen Verwerfungen unserer Zeit wider.
Wirtschaftliche Unsicherheit als zweischneidiges Schwert
Paradoxerweise führt gerade die massive wirtschaftliche Unsicherheit – ausgelöst durch die aggressive Zollpolitik der Trump-Administration mit 20 Prozent auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren – nicht automatisch zu höheren Goldkäufen. Viele Anleger halten ihr Pulver trocken, warten ab oder haben schlichtweg weniger verfügbares Kapital für Edelmetallinvestitionen.
Hinzu kommt die Tatsache, dass der Goldpreis in den vergangenen Monaten bereits erheblich gestiegen ist. Für manchen Kleinanleger sind die Einstiegspreise schlicht zu hoch geworden. Die Konzentration auf größere Stückelungen im Dezember unterstreicht diese These eindrucksvoll.
Gold bleibt unverzichtbarer Vermögensschutz
Trotz der rückläufigen Verkaufszahlen bei der US Mint sollte niemand den fundamentalen Wert physischer Edelmetalle unterschätzen. In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung unter Kanzler Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant und damit die Schuldenlast künftiger Generationen weiter erhöht, bleibt Gold ein unverzichtbarer Baustein zur Vermögenssicherung.
Die Geschichte lehrt uns: Papiergeld kommt und geht, Gold bleibt. Wer sein Portfolio mit physischen Edelmetallen diversifiziert, schützt sich gegen Inflation, Währungsturbulenzen und politische Fehlentscheidungen – von denen es in Deutschland und Europa wahrlich nicht mangelt.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor dem Kauf von Edelmetallen oder anderen Anlageprodukten eine eigenständige Recherche durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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