
Antisemitischer Brandanschlag in London: Jüdische Rettungswagen in Flammen aufgegangen
Was in der Nacht zum Montag im Londoner Stadtteil Golders Green geschah, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Vier Krankenwagen des jüdischen Rettungsdienstes Hatzalah wurden vorsätzlich in Brand gesetzt – direkt neben der Machzike-Hadath-Synagoge, im Herzen eines überwiegend jüdisch geprägten Viertels. Die Metropolitan Police behandelt den Fall als antisemitisches Hassverbrechen. Und wieder einmal stellt sich die bittere Frage: Wie weit ist es mit der Sicherheit jüdischer Gemeinden in Europa eigentlich noch gekommen?
Ein gezielter Angriff auf die Schwächsten
Gegen 1:40 Uhr nachts wurde die Londoner Feuerwehr zum Highfield Court alarmiert. Dort brannten vier Rettungsfahrzeuge lichterloh – Fahrzeuge, die nicht dem Profit dienen, sondern dem Schutz menschlichen Lebens. Hatzalah ist ein ehrenamtlicher Rettungsdienst, der sich der medizinischen Notfallversorgung der jüdischen Gemeinschaft verschrieben hat. Wer solche Fahrzeuge anzündet, der greift nicht bloß Blech und Gummi an. Der greift eine ganze Gemeinschaft an, ihre Sicherheit, ihr Vertrauen in den Rechtsstaat.
Glücklicherweise wurde bei dem Anschlag niemand verletzt. Umliegende Wohnhäuser mussten jedoch vorsorglich evakuiert werden, Straßensperrungen blieben den ganzen Tag über bestehen. Die Brandursache werde noch untersucht, teilte die Feuerwehr mit – doch an der Vorsätzlichkeit der Tat dürfte kaum ein vernünftiger Mensch zweifeln.
Drei Verdächtige – keine Festnahmen
Die leitende Ermittlerin Sarah Jackson erklärte, man gehe derzeit davon aus, drei Verdächtige zu suchen. Überwachungskameras würden ausgewertet, zudem habe die Polizei Kenntnis von Online-Videos, die offenbar im Zusammenhang mit der Tat stünden. Festnahmen? Bislang keine. Ein Zustand, der für die betroffene Gemeinde kaum beruhigend sein dürfte.
Die ehrenamtliche Nachbarschaftswache Shomrim North West London fand deutliche Worte. Man verurteilte die Brandstiftung als einen „gezielten und zutiefst besorgniserregenden Vorfall". Der Angriff habe sich gegen einen „unverzichtbaren Rettungsdienst" gerichtet. Auf Facebook schrieb die Organisation unmissverständlich: „Ein Angriff auf diese Rettungswagen ist ein Angriff auf die Sicherheit, das Wohlergehen und die Widerstandsfähigkeit unserer Gemeinschaft."
Ein Symptom einer gefährlichen Entwicklung
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine beunruhigende Serie antisemitischer Übergriffe, die Europa seit dem Aufflammen des Nahost-Konflikts heimsucht. Ob in Paris, Berlin oder eben London – jüdische Einrichtungen, Synagogen und nun sogar Rettungsdienste werden zur Zielscheibe eines Hasses, den man in dieser Intensität auf europäischem Boden längst überwunden glaubte. Doch die Realität zeichnet ein anderes Bild.
Man muss sich die Perversität dieses Anschlags vor Augen führen: Hier wurden keine militärischen Einrichtungen attackiert, keine politischen Symbole beschädigt. Hier wurden Krankenwagen angezündet. Fahrzeuge, deren einziger Zweck es ist, Menschen in Not zu helfen. Wer so etwas tut, dem geht es nicht um politischen Protest. Dem geht es um blanken, enthemmten Judenhass.
Auch in Deutschland kennen wir diese Entwicklung nur zu gut. Die Kriminalitätsstatistiken sprechen eine unmissverständliche Sprache: Antisemitische Straftaten haben massiv zugenommen, und die politisch Verantwortlichen reagieren mit Sonntagsreden statt mit konsequentem Handeln. Wer die Sicherheit seiner Bürger – aller Bürger, unabhängig von Religion oder Herkunft – nicht gewährleisten kann oder will, der hat in einem Regierungsamt nichts verloren. Das ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern entspricht dem Empfinden eines Großteils der Bevölkerung, die sich nach einer Politik sehnt, die Recht und Ordnung wieder in den Mittelpunkt stellt.
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