
Apotheke mit Gesinnungscheck: „AfD-Wähler, geht zur Konkurrenz!“

Eine Apothekerin aus Bielefeld macht Politik am Verkaufstresen. Die Inhaberin der Panda-Apotheke an der Radrennbahn hat auf Instagram erklärt, wer mit der AfD sympathisiere, solle ihr Geschäft meiden. Als ihre Google-Bewertung daraufhin abstürzte, bezeichnete sie die Kritiker laut Medienberichten als „Vollpfosten von der AfD“.
Erst die Ausladung, dann der Rückzieher
Was als Bekenntnis zur Weltoffenheit gemeint war, bekam schnell einen bitteren Beigeschmack. In ihrem ersten Video wandte sich die Inhaberin direkt an AfD-Anhänger:
„Jeder, der mit der AfD sympathisiert, sie wählt: Bitte meide meine Apotheke, meide mein Team, meide mein Umfeld.“
Bei ihr sei zwar „Platz für alle Menschen“, die Kundschaft müsse auch nicht „blond“ sein und „blaue Augen“ haben. Eine Ausnahme gebe es aber doch: Wer AfD wähle, dürfe „zur Konkurrenz gehen. Gerne! Danke“.
Nach heftigem Gegenwind in den Kommentaren folgte ein Nachtrag. Ihre Apotheke sei „kein politischer Ort“, hieß es nun. Gleichzeitig bekräftigte sie, AfD-Sympathisanten seien dort „nicht willkommen“. Wie beides zusammenpasst, darf sich jeder selbst überlegen.
Lachen über die Sterne-Flut
Danach kam die nächste Runde. Grinsend kommentierte die Apothekerin vor der Kamera den Einbruch ihrer Google-Bewertung. Wer glaube, sie mit schlechten Sternen schocken zu können, habe sich geirrt. Sie könne „sich wegschreien“, so die Inhaberin: „Macht weiter so. Viel Spaß!“
Im vorerst letzten Video klang sie dann deutlich ernster. Sie habe nie gesagt, dass sie jemanden „verhungern“ lasse. Natürlich würden auch AfD-Wähler bedient und mit Medikamenten versorgt, und zwar mit dem gleichen Service wie alle anderen. Ihr Nachsatz: „Aber mögen tu ich euch trotzdem nicht.“
Warum eine Apotheke kein Café ist
Dass der Rückzieher kam, hat einen einfachen Grund. Apotheken haben nach dem Apothekengesetz einen gesetzlichen Versorgungsauftrag. Die Apothekenbetriebsordnung schreibt in Paragraf 17 vor, dass ärztliche Verschreibungen „in einer der Verschreibung angemessenen Zeit auszuführen“ sind. Fachleute sprechen vom Kontrahierungszwang. Ausnahmen gibt es etwa bei Verdacht auf Rezeptfälschung oder Missbrauch. Die politische Meinung des Kunden gehört nicht dazu.
Eine Apotheke ist also kein beliebiger Laden. Sie gehört zur Daseinsvorsorge und lebt zu einem großen Teil von den Beiträgen der gesetzlich Versicherten, und das sind Wähler aller Parteien.
„Werte vor Umsatz“
Ihre Apotheke hat die Inhaberin nach eigenen Angaben bei der Initiative „Wirtschaft widerspricht“ eingetragen. Die Initiative wirbt mit dem Motto „Werte vor Umsatz“. Laut ihrer Website müssen teilnehmende Firmen unter anderem die AfD klar ablehnen und dürfen keine geschäftlichen Kontakte zu AfD-nahen Strukturen pflegen. Im Verzeichnis stehen demnach derzeit 176 Unternehmen.
Kein Einzelfall
Erst vor Kurzem hatte die Betreiberin des Berliner Cafés Eule einem AfD-Anhänger nach eigener Darstellung den Kaffee verweigert und angekündigt, das auch künftig so zu halten. Kritiker nannten das undemokratisch.
Aus Sicht unserer Redaktion steckt dahinter ein gefährliches Muster. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 kam die AfD auf 20,8 Prozent der Zweitstimmen. Wer Millionen Bürger pauschal zu unerwünschten Kunden erklärt, spaltet die Gesellschaft, statt sie zusammenzuhalten. Ausgerechnet unter dem Banner von „Vielfalt“ und „Offenheit“ wird hier ausgegrenzt.
Ob die Apothekerin so Kunden gewinnt? Daran darf man zweifeln. Am Ende entscheiden die Bürger ganz demokratisch an der Ladentür, wo sie ihre Medikamente holen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Die Inhalte geben die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder.
- Themen:
- #AFD
Kostenloses Live-Webinar
Der digitale Euro kommt
Was er für Ihr Erspartes bedeutet und wie Sie jetzt vorsorgen.

DieterBohlen
ErnstWolff
Prof. Dr.Werner
Tom-OliverRegenauer
JochenStaiger
GeraldGrosz
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













