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Kettner Edelmetalle
20.03.2026
17:40 Uhr

ARD-Haltungsjournalist Restle verlässt „Monitor" – Aufbruch nach Afrika

Es gibt Nachrichten, die lassen den gebührenfinanzierten Zuschauer kurz innehalten und sich fragen, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk vielleicht doch noch zu einem Funken Selbstreflexion fähig ist. Georg Restle, jahrelang das Gesicht des ARD-Politmagazins „Monitor" und für viele Kritiker der Inbegriff des ideologisch aufgeladenen Haltungsjournalismus, wird seinen Posten räumen. Künftig soll er die Leitung des crossmedialen ARD-Studios im kenianischen Nairobi übernehmen. Eine Versetzung, die Fragen aufwirft – und bei nicht wenigen Zuschauern ein vorsichtiges Aufatmen auslösen dürfte.

Vom Cheferklärer zum Auslandskorrespondenten

Restle galt über Jahre hinweg als einer der umstrittensten Moderatoren im deutschen Fernsehen. Nicht etwa, weil er investigativ gearbeitet hätte – das wäre ja durchaus wünschenswert gewesen. Nein, sein Markenzeichen war vielmehr eine kaum verhüllte politische Agenda, die er Woche für Woche in die Wohnzimmer der Republik trug. Wer „Monitor" einschaltete, wusste bereits vor dem ersten Beitrag, welche Haltung ihm präsentiert werden würde. Kritische Distanz zur Regierungspolitik? Fehlanzeige. Stattdessen bekam der Zuschauer verlässlich serviert, was ins ideologische Weltbild des Moderators passte.

Dass ausgerechnet dieser Mann nun nach Afrika versetzt wird, ist bemerkenswert. Die offizielle Lesart dürfte lauten, es handele sich um eine spannende neue Herausforderung, um journalistische Horizonterweiterung. Doch wer zwischen den Zeilen liest, erkennt möglicherweise ein anderes Muster: Hat sich der WDR-Mann schlicht selbst ins Abseits moderiert?

Die Glaubwürdigkeitskrise des ÖRR

Die Personalie Restle steht symptomatisch für ein weit größeres Problem. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland steckt in einer tiefen Vertrauenskrise. Umfrage um Umfrage belegt, dass weite Teile der Bevölkerung eine politische Schlagseite bei ARD und ZDF wahrnehmen. Statt ausgewogener Berichterstattung, wie sie der Rundfunkstaatsvertrag eigentlich vorschreibt, erleben die Bürger allzu oft eine einseitige Weltsicht, die sich verdächtig nah am grün-linken Zeitgeist orientiert.

Dabei zahlt jeder Haushalt in Deutschland monatlich 18,36 Euro Rundfunkbeitrag – ob er will oder nicht. Für dieses Zwangsgeld dürfte man eigentlich erwarten, dass Journalisten ihrem Auftrag nachkommen: informieren, einordnen, verschiedene Perspektiven abbilden. Stattdessen wurde „Monitor" unter Restle zu einer Art Belehrungsfernsehen, bei dem der erhobene Zeigefinger zum festen Inventar gehörte.

Ein Anfang – aber kein Grund zur Euphorie

Man sollte sich allerdings keinen Illusionen hingeben. Der Abgang eines einzelnen Moderators wird die strukturellen Probleme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht lösen. Die politische Einseitigkeit ist kein Restle-Problem – sie ist ein Systemproblem. In den Redaktionsstuben von ARD und ZDF dominiert seit Jahren eine erstaunliche weltanschauliche Homogenität, die mit der Meinungsvielfalt in der deutschen Bevölkerung wenig gemein hat.

Entscheidend wird sein, wer Restles Nachfolge bei „Monitor" antritt. Wird es jemand sein, der den journalistischen Grundsatz der Ausgewogenheit wieder ernst nimmt? Oder wird lediglich ein Haltungsjournalist durch den nächsten ersetzt? Die Erfahrung lehrt leider, dass Letzteres wahrscheinlicher ist.

Die eigentliche Frage lautet nicht, ob Restles Weggang den ÖRR verändert – sondern ob der ÖRR überhaupt den Willen hat, sich zu verändern.

Für die Zuschauer in Nairobi und Ostafrika bleibt zu hoffen, dass Restle in seiner neuen Rolle tatsächlich das tut, was Journalisten tun sollten: berichten, was ist – und nicht, was sein soll. Für die deutschen Gebührenzahler hingegen bleibt die bittere Erkenntnis, dass eine einzelne Personalentscheidung noch lange keine Reform macht. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk braucht nicht weniger als einen grundlegenden Kulturwandel – weg vom Aktivismus, hin zum Journalismus. Ob die neue Große Koalition unter Friedrich Merz den Mut aufbringt, diesen Wandel einzufordern, darf bezweifelt werden. Denn auch die CDU hat sich in der Vergangenheit allzu bereitwillig mit den Strukturen des ÖRR arrangiert.

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