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Kettner Edelmetalle
23.02.2026
07:44 Uhr

Atompoker in Genf: Iran und USA ringen um neuen Nuklear-Deal

Während im Nahen Osten die Spannungen auf ein bedrohliches Niveau eskaliert sind und Israel erst kürzlich iranische Atomanlagen ins Visier genommen hat, soll nun ausgerechnet in der beschaulichen Schweizer Diplomatenstadt Genf ein neues Kapitel in den iranisch-amerikanischen Atomverhandlungen aufgeschlagen werden. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat eine weitere Gesprächsrunde mit den Vereinigten Staaten angekündigt – und gibt sich dabei erstaunlich optimistisch.

Teherans Chefdiplomat verbreitet Zuversicht

Araghtschi erklärte gegenüber dem US-Sender CBS News, er gehe davon aus, dass bei dem Treffen am Donnerstag in Genf ein „tragfähiger Text" ausgearbeitet werden könne und man rasch zu einer Einigung gelangen werde. Mehr noch: Der iranische Außenminister zeigte sich überzeugt, dass ein besserer Deal als das Wiener Atomabkommen von 2015 möglich sei. Es gebe Elemente, die deutlich über die damalige Vereinbarung hinausgehen könnten.

Ein solches Abkommen könne unter anderem die friedliche Natur des iranischen Atomprogramms garantieren und zugleich eine Aufhebung der westlichen Sanktionen ermöglichen, so der iranische Chefdiplomat. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch wer die Geschichte der iranischen Nukleardiplomatie kennt, weiß: Zwischen vollmundigen Ankündigungen und tatsächlichen Ergebnissen liegen oft Welten.

Die Kernfrage: Wie viel Uran darf Teheran anreichern?

Der eigentliche Knackpunkt der Verhandlungen bleibt unverändert brisant. Washington und Jerusalem fordern vom Iran die vollständige Aufgabe seines Atomprogramms – insbesondere eine Null-Urananreicherung. Eine Maximalforderung, die Teheran kategorisch ablehnt. Die iranische Seite sei lediglich bereit, den derzeitigen Anreicherungsgrad von 60 Prozent zu senken, um zu demonstrieren, dass das Nuklearprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene.

60 Prozent Urananreicherung – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Für die zivile Nutzung von Kernenergie werden typischerweise drei bis fünf Prozent benötigt. Waffenfähiges Uran beginnt bei etwa 90 Prozent. Der Iran bewegt sich also in einem Bereich, der bei westlichen Geheimdiensten und Sicherheitsexperten seit Jahren die Alarmglocken schrillen lässt. Die Behauptung, dies diene rein friedlichen Zwecken, dürfte selbst wohlwollende Beobachter vor erhebliche Glaubwürdigkeitsprobleme stellen.

Das gescheiterte Erbe des JCPOA

Man erinnere sich: Das Wiener Atomabkommen von 2015, der sogenannte JCPOA, wurde seinerzeit von der Obama-Administration als diplomatischer Durchbruch gefeiert. Donald Trump zog die USA in seiner ersten Amtszeit 2018 aus dem Abkommen zurück – eine Entscheidung, die damals heftig kritisiert wurde, sich im Nachhinein aber als weitsichtig erweisen könnte. Denn der Iran nutzte die Jahre nach dem Rückzug, um sein Atomprogramm massiv auszubauen und die Anreicherung auf jene bedenklichen 60 Prozent hochzufahren.

Nun also ein neuer Anlauf unter Trump 2.0. Der 47. Präsident der Vereinigten Staaten, der seit Januar 2025 wieder im Weißen Haus residiert, hat mit seinen massiven Zollerhöhungen und seiner kompromisslosen Außenpolitik bereits gezeigt, dass er nicht zu den Diplomaten der leisen Töne gehört. Ob ausgerechnet er einen Deal akzeptieren wird, der dem Iran weiterhin eine substanzielle Urananreicherung zugesteht, darf bezweifelt werden.

Geopolitisches Pulverfass Naher Osten

Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund einer dramatisch verschärften Sicherheitslage statt. Die jüngste Eskalation zwischen Israel und dem Iran – mit israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen und iranischen Vergeltungsschlägen – hat die Region an den Rand eines offenen Krieges gebracht. In dieser aufgeheizten Atmosphäre diplomatische Fortschritte zu erzielen, gleicht dem Versuch, in einem brennenden Haus über die Renovierung zu verhandeln.

Für Europa und insbesondere für Deutschland hätte ein neues Atomabkommen weitreichende Konsequenzen. Die Sanktionen gegen den Iran haben den internationalen Handel erheblich belastet, und eine Aufhebung könnte neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen – vorausgesetzt, der Deal hält diesmal länger als sein Vorgänger. Doch angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre wäre gesunde Skepsis wohl die angemessenste Haltung.

Eines steht fest: Die Welt wird am Donnerstag nach Genf blicken. Ob dort tatsächlich Geschichte geschrieben wird oder lediglich ein weiteres Kapitel im endlosen Atompoker aufgeschlagen wird, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – doch im Nahen Osten stirbt sie besonders langsam.

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