
Aus für den Cybertruck: Musks Stahl-Monster wird zum Auslaufmodell!
Tesla zieht beim umstrittensten Auto seiner Firmengeschichte die Reißleine. Wie Konzernchef Elon Musk am frühen Freitagmorgen, dem 6. November 2026, auf X mitteilte, soll die Cybertruck-Produktion in der Gigafactory Texas etwa ab Mitte 2027 auslaufen. Das Werk soll dann mehr Platz für den selbstfahrenden Cybercab bekommen.
Musk selbst gibt sich dabei wehmütig. Er nannte den kantigen Pickup das „beste Fahrzeug, das Tesla je gebaut hat“, und sprach vom „Ende einer Ära“. Die Verkaufszahlen erzählen allerdings eine ganz andere Geschichte.
250.000 versprochen, ein Bruchteil geliefert
Musk hatte einmal 250.000 verkaufte Cybertrucks pro Jahr als Ziel ausgegeben. Davon war Tesla in der Realität weit entfernt. Nach Schätzungen von Kelley Blue Book setzte der Konzern in den USA 2024 noch 38.965 Exemplare ab. 2025 waren es nur noch 20.237, in den ersten neun Monaten 2026 sogar bloß 11.586.
Zusammengerechnet kommen die drei Jahre auf 70.788 Fahrzeuge. Das ist weniger als ein Drittel dessen, was Musk für ein einziges Jahr angepeilt hatte. Dabei hatte die Präsentation im November 2019 noch Kultstatus erreicht, auch wegen der berühmten „unzerbrechlichen“ Panzerglasscheibe, die auf offener Bühne zersplitterte. Ausgeliefert wurde dann erst Ende 2023, mit jahrelanger Verspätung.
Branchenveteran: „Jeder vernünftige Autoexperte“ sähe es so
Der frühere Aston-Martin-Chef Andy Palmer fand gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters deutliche Worte. Es ergebe keinen Sinn, das Modell weiterzuführen, wenn es seine Ziele verfehle, sagte er. Jeder rationale Automann würde dasselbe sagen.
„Es wird zweifellos nur ein Rundungsfehler in Teslas Bilanz sein, aber die Statistik spricht für sich.“
Damit steht Tesla nicht allein. Elektro-Pickups sind in Amerika bislang ein Ladenhüter. Ford hat den F-150 Lightning inzwischen eingestellt, Dodge die Pläne für einen elektrischen Ram 1500 begraben. Auch GMC verzeichnet beim Hummer EV laut Berichten einen kräftigen Absatzeinbruch. Der amerikanische Pickup-Käufer, der auf Reichweite, Anhängelast und schnelles Tanken angewiesen ist, lässt sich offenbar nicht so leicht umerziehen, wie Politik und Konzernstrategen es sich lange erhofft hatten.
Robotaxi statt Pritsche: Musks neue Wette
Musk selbst malt die Lage in leuchtenden Farben. Bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal hatte er erklärt, die Nachfrage nach Tesla-Fahrzeugen wachse rasant und übersteige die Produktion deutlich. Treiber sei vor allem die Software für autonomes Fahren (FSD), für die es in keinem käuflichen Auto einen echten Konkurrenten gebe.
Jetzt setzt Musk alles auf den landesweiten Robotaxi-Rollout, und dafür braucht Tesla Fertigungskapazität. Dazu kommen weitere Großprojekte: SpaceX soll die Startkosten so weit drücken, dass Rechenzentren im niedrigen Erdorbit wirtschaftlich werden. Außerdem plant Musk einen eigenen Mobilfunkanbieter gegen AT&T, Verizon und T-Mobile, der breite kommerzielle Start ist für 2028 geplant. Und der humanoide Roboter Optimus soll ebenfalls bald kommen.
Ein Comeback als günstigere Version?
Eine Hintertür bleibt offen. Ob Tesla den Cybertruck in einigen Jahren als preiswertere zweite Generation zurückbringt, ist derzeit unklar. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass das Fahrzeug bei US-Spezialkräften offenbar Eindruck hinterließ. Sie sollen es als den fortschrittlichsten Truck bezeichnet haben, der je gebaut wurde.
Die Lehre für Anleger
Der Fall Cybertruck zeigt, wie weit Visionen und Bilanzen auseinanderliegen können. Wer sein Vermögen allein auf die großen Versprechen charismatischer Konzernchefs baut, geht ein hohes Risiko ein. Robotaxis, Orbit-Rechenzentren und Roboter mögen faszinieren, aber ob die Rechnung aufgeht, muss sich erst noch zeigen. Physisches Gold und Silber versprechen keine Revolution, dafür sind sie seit Jahrtausenden ein verlässlicher Wertspeicher. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio kann das gerade in Zeiten großer Technologie-Wetten für Stabilität sorgen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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