
Australien macht Ernst: Fast fünf Millionen Kinder-Accounts in sozialen Medien stillgelegt

Was hierzulande undenkbar erscheint, wird am anderen Ende der Welt mit bemerkenswerter Konsequenz durchgesetzt. Australien zieht nach nur einem Monat eine erste Bilanz seines weltweit einzigartigen Social-Media-Verbots für Minderjährige – und die Zahlen sind beeindruckend. Mehr als 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren wurden seit dem 10. Dezember deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt.
Ein Vorreiter im digitalen Kinderschutz
Während in Deutschland noch endlose Debatten über Medienkompetenz und digitale Erziehung geführt werden, hat Australien schlicht gehandelt. Das Gesetz, das bereits Ende 2024 mit breiter parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet wurde, zielt auf das Wesentliche ab: Kinder sollen wieder eine echte Kindheit haben. Premierminister Anthony Albanese brachte es auf den Punkt, als er erklärte, dass Veränderungen zwar nicht über Nacht geschehen, die ersten Ergebnisse jedoch zeigten, wie wichtig dieser Schritt gewesen sei.
Die Online-Sicherheitsbehörde eSafety bestätigt, dass die betroffenen Plattformen „ernsthafte Anstrengungen" unternehmen, um Minderjährigen den Zugang zu verwehren. Von Instagram über TikTok und Snapchat bis hin zu Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch – die großen Namen der Branche müssen sich fügen oder saftige Bußgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar, umgerechnet etwa 28,5 Millionen Euro, riskieren.
Messenger-Dienste bleiben verschont
Interessanterweise hat der australische Gesetzgeber durchaus differenziert. Messenger-Dienste wie WhatsApp und Facebook Messenger sowie Spieleplattformen wie Roblox sind von den Beschränkungen ausgenommen. Eine pragmatische Entscheidung, die zeigt, dass es nicht um digitale Totalverweigerung geht, sondern um den Schutz vor den nachweislich schädlichen Auswirkungen endlosen Scrollens durch algorithmisch kuratierte Inhalte.
Reddit wehrt sich juristisch
Nicht alle Plattformen fügen sich widerstandslos. Reddit hat gegen das Verbot Klage eingereicht – ein Schritt, der die Nervosität der Tech-Giganten offenbart. Denn sollte das australische Modell Schule machen, könnten ähnliche Regelungen weltweit folgen. Die Plattformen hatten zwölf Monate Zeit, sich auf die neuen Altersbeschränkungen einzustellen. Zeit genug, möchte man meinen.
Ein Modell für Deutschland?
Die Frage drängt sich auf: Wann zieht Deutschland nach? Während hierzulande Eltern weitgehend allein gelassen werden im Kampf gegen die Suchtmechanismen von TikTok und Co., zeigt Australien, dass staatliches Handeln möglich ist. Die Botschaft der australischen Regierung ist klar: „Wir wollen, dass unsere Kinder eine Kindheit haben – und dass Eltern wissen, dass wir hinter ihnen stehen."
In einer Zeit, in der Studien immer deutlicher die verheerenden Auswirkungen exzessiver Social-Media-Nutzung auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen belegen, erscheint der australische Ansatz weniger als Bevormundung denn als überfällige Schutzmaßnahme. Ob die neue Bundesregierung unter Kanzler Merz den Mut aufbringt, ähnliche Wege zu beschreiten, bleibt abzuwarten. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Veränderung – zumindest am anderen Ende der Welt.
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