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Ausverkauf an der Wall Street: Gold rutscht unter 3.900 Dollar!

Ausverkauf an der Wall Street: Gold rutscht unter 3.900 Dollar!
Symbolbild: KI-generiert

Ein schwarzer Freitag für Edelmetall-Anleger: Im späten US-Handel ist der Goldpreis um mehr als 3,5 Prozent auf rund 3.880 US-Dollar je Unze gefallen. Silber erwischte es noch härter, es brach um über 6 Prozent auf etwa 49 Dollar ein. Ausgelöst hat den Rutsch ein heftiger Ausverkauf bei Technologieaktien an der Wall Street.

Wenn die Börse brennt, wird Gold verkauft

Das klingt paradox, oder? Die Anleiherenditen sinken, am Persischen Golf eskaliert die Lage, eigentlich ideale Bedingungen für den sicheren Hafen Gold. Trotzdem ging es abwärts. Der Grund ist ein bekanntes Muster: Wer an der Börse Verluste macht und Nachschussforderungen bedienen muss, verkauft das, was sich am schnellsten zu Geld machen lässt. Und das sind oft die Gewinner im Depot.

An der Wall Street war die Lage brutal. Der Nasdaq Composite stürzte um 2,9 Prozent auf rund 25.437 Punkte ab. Der S&P 500 verlor 1,8 Prozent, so viel wie an keinem Tag seit Juni. Medienberichten zufolge brach die Intel-Aktie nach einem enttäuschenden Gewinnausblick um fast 29 Prozent ein. Dazu kamen Sorgen über die gewaltigen Investitionen von Amazon und anderen Konzernen in künstliche Intelligenz. Auch der DAX gab 0,9 Prozent auf etwa 25.819 Punkte nach.

Pulverfass Hormus: Öl so teuer wie seit April nicht

Zugleich verschärft sich die Lage in der Straße von Hormus. Berichten zufolge wurde dort erneut ein Handelstanker angegriffen. Von einem kleinen Boot aus sollen Sprengsätze am Rumpf angebracht worden sein. Wer dahintersteckt, ist bislang unklar. Die Verhandlungen zwischen Washington, Teheran und regionalen Vermittlern haben noch keine bestätigte Einigung gebracht.

Am Ölmarkt reagierten die Händler sofort. Brent zur Lieferung im Dezember stieg um 2,4 Prozent auf 117,64 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI kletterte auf 104,12 Dollar. Allein im Oktober verteuerte sich Brent um rund 13,6 Prozent. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen, die ohnehin unter hohen Energiekosten leiden, ist das eine bittere Nachricht.

Die Fed als Spielverderber

Teures Öl heißt hartnäckige Inflation. Die US-Zentralbank ließ den Leitzins am Mittwoch zwar bei 3,75 bis 4,00 Prozent, doch zwei Notenbanker hätten laut den Berichten bereits für eine sofortige Anhebung um 0,25 Prozentpunkte gestimmt. Die Daten geben ihnen Futter. Die PCE-Inflation stieg im September auf 3,6 Prozent, die Kernrate auf 3,1 Prozent. Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um kräftige 3,4 Prozent.

Höhere Zinsen machen zinslose Anlagen wie Gold kurzfristig weniger attraktiv. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass anhaltende Inflation genau das ist, wovor das gelbe Metall langfristig schützt.

Silber leidet doppelt

Der Absturz beim Silber fiel fast doppelt so stark aus. Das hat einen Grund: Silber ist auch ein Industriemetall. Wenn die Angst vor schwächerer Industrieproduktion wächst, trifft es den „kleinen Bruder“ des Goldes überproportional. Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex fiel im Oktober auf 55,3 Punkte. Das deutet auf eine nachlassende Dynamik hin, liegt aber immer noch klar im Wachstumsbereich.

Panik? Ein Blick zurück beruhigt

Wer jetzt nervös wird, sollte die Relationen kennen. Medienberichten zufolge hatte Gold Anfang 2026 ein Rekordhoch von über 5.000 Dollar erreicht. Danach stürzte das Metall binnen weniger Tage um mehr als 20 Prozent ab, Silber zeitweise sogar um rund 40 Prozent. Solche Schwankungen gehören zum Markt. Die strukturelle Nachfrage der Notenbanken stützt den Goldpreis laut Analysten weiterhin.

Charttechniker sehen beim Gold eine erste Widerstandszone zwischen 3.890 und 3.910 Dollar, Unterstützung erwarten sie bei 3.780 bis 3.800 Dollar. Beim Silber gilt die Marke von 49 Dollar als entscheidend. Klar ist: Wenn Tech-Blasen platzen, die Ölpreise explodieren und die Inflation nicht weichen will, zeigt sich der Wert physischer Edelmetalle selten am ersten Tag des Bebens. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben Gold und Silber aus Sicht unserer Redaktion ein solides Fundament.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

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