
Autonomes Fahren: Deutsche Autobauer drohen den Anschluss zu verlieren
Während in den Vereinigten Staaten fahrerlose Taxis längst zum Straßenbild gehören, kämpft die deutsche Automobilindustrie ums nackte Überleben. Der Wettlauf um die Vorherrschaft im Zukunftsmarkt des autonomen Fahrens ist in vollem Gange – und die einstigen Vorzeigeunternehmen aus Stuttgart, München und Wolfsburg spielen bestenfalls eine Nebenrolle.
Amerikanische und chinesische Konzerne geben das Tempo vor
Die Alphabet-Tochter Waymo hat sich längst an die Spitze der Bewegung gesetzt. In amerikanischen Großstädten sind die selbstfahrenden Fahrzeuge des Technologieriesen mittlerweile Alltag geworden. Doch auch der chinesische Konzern Baidu drängt mit Macht auf den Markt und investiert Milliarden in die Entwicklung autonomer Systeme. Tesla, das Unternehmen des umstrittenen Milliardärs Elon Musk, verfolgt derweil seinen eigenen Ansatz und setzt auf eine aggressive Expansion seiner Autopilot-Technologie.
Was haben all diese Unternehmen gemeinsam? Sie verstehen, dass autonomes Fahren in erster Linie ein Informatikprojekt ist. Es geht um Datenerfassung, um künstliche Intelligenz, um die Verarbeitung gigantischer Informationsmengen in Echtzeit. Das Fahrzeug selbst degradiert dabei zum bloßen Trägersystem – eine bittere Erkenntnis für eine Industrie, die jahrzehntelang vom Mythos deutscher Ingenieurskunst lebte.
Die deutsche Automobilindustrie: Ein Trauerspiel in mehreren Akten
Warum sollten deutsche Autohersteller hier überhaupt mitmischen können? Diese provokante Frage stellen sich mittlerweile nicht nur Branchenexperten, sondern auch die Aktionäre der großen Konzerne. BMW, Mercedes und Volkswagen sind keine Informatikkonzerne. Die Entwicklung konkurrenzfähiger autonomer Systeme verschlingt zweistellige Milliardenbeträge – Geld, das die deutschen Hersteller schlicht nicht haben, weil sie es für die Rationalisierung und Verlagerung ihrer Fertigung benötigen.
Selbst wenn diese Mittel verfügbar wären, würden sie vermutlich von einer Wirtschaftspolitik abgeschöpft, die sich mehr um Klimaziele als um industrielle Wettbewerbsfähigkeit sorgt. Die heimische Automobilindustrie trägt freilich auch selbst Verantwortung für ihren Niedergang. Sie hat Entwicklungen ermöglicht und zugelassen, die ihre Zukunftsfähigkeit erheblich einschränken.
Freiheit versus Kontrolle: Die dunkle Seite der Technologie
Doch es gibt auch kritische Stimmen, die das autonome Fahren grundsätzlich in Frage stellen. Dient diese Technologie tatsächlich dem Fortschritt – oder ist sie vielmehr ein weiterer Baustein zur Einschränkung individueller Freiheit? Wer nicht mehr selbst fährt, ist abhängig. Abhängig von Algorithmen, von Konzernen, von Systemen, die im Zweifelsfall entscheiden, wohin die Reise geht.
„Freiheit ist Selbstbestimmung. Autonomes Fahren ist aber auch der Feind der individuellen Mobilität."
Die EU verfolgt mit ihrer Null-Verkehrstote-Strategie ein Ziel, das auf den ersten Blick nobel erscheint. Doch was passiert, wenn der menschliche Fahrer irgendwann als das größere Verkehrsrisiko gilt? Wird er dann schlicht verboten? Die Vorstellung, dass andere über unsere Mobilität entscheiden, sollte jeden freiheitsliebenden Bürger alarmieren.
Deutschlands digitale Steinzeit als Hindernis
Selbst wenn deutsche Hersteller morgen ein konkurrenzfähiges System präsentieren würden – wie soll autonomes Fahren in einem Land funktionieren, dessen digitale Infrastruktur bestenfalls als mittelmäßig bezeichnet werden kann? Die Funklöcher auf deutschen Autobahnen sind legendär, der Breitbandausbau stockt seit Jahren. Autonome Fahrzeuge benötigen jedoch eine lückenlose Datenverbindung, um sicher zu operieren.
Vielleicht erweist sich das Hinterherhinken der deutschen Autobauer am Ende sogar als Wettbewerbsvorteil. Denn autonomes Fahren ist nicht mehr Autofahren – es ist Transport. Und ob die Menschheit tatsächlich bereit ist, für diese vermeintlichen Zukunftsmärkte ihre Freiheit aufzugeben, bleibt abzuwarten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Technologieunternehmen oder die Automobilbranche sind mit erheblichen Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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