
Axt-Terror in Gräfenhainichen: 21 Anzeigen – und keine Festnahme

Eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt lebt seit Wochen in Angst. Ein 35-jähriger Mann soll in Gräfenhainichen Kinder mit einer erhobenen Axt bedroht, Passanten geschlagen und Anwohner beschimpft haben. 34 Polizeieinsätze, 21 Strafanzeigen – und der Mann läuft weiter frei herum.
Drei Kinder, eine erhobene Axt
Der Fall, der dem Mann seinen Spitznamen einbrachte, datiert Medienberichten zufolge auf den 9. Juli. Vor einem Discounter in der Bahnhofstraße soll der 35-Jährige drei Kinder im Alter von elf und zwölf Jahren mit einer erhobenen Axt bedroht haben.
Nach Angaben der Polizei war er zu diesem Zeitpunkt mit knapp 1,4 Promille alkoholisiert. In der Vernehmung habe er angegeben, sich von den Kindern belästigt gefühlt zu haben. Weitere Axt-Vorfälle seien den Behörden offiziell nicht bekannt.
17 Tage später: Faustschlag, Hundebiss, Markisenstange
Am 26. Juli folgte laut Polizei die nächste Eskalation. Zunächst soll der Mann einen Passanten an einer Tankstelle beleidigt, danach in der Nähe eines Imbisses einem 18-Jährigen ins Gesicht geschlagen haben. Anschließend soll er vor einem Wohnhaus einen weiteren Mann attackiert haben.
Die Ehefrau des Angegriffenen schilderte den Vorfall gegenüber der „Bild“:
„Als mein René vor dem Haus rauchte, kam der Axtmann vorbei und brüllte, er wolle ihm in die Fresse treten.“
Ihr Mann sei geschlagen worden, zudem soll der 35-Jährige seinen Hund auf ihn gehetzt haben. Das Opfer habe Bisswunden erlitten und sich nur mit einer Markisenstange wehren können; erst der Sohn habe den Angreifer aus dem Hausflur zurückgedrängt.
Behörden verweisen auf Zuständigkeiten
Die Vorwürfe lauten laut Polizei unter anderem auf Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Hausfriedensbruch. Ermittelt wurde auch wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz – der Mann soll seinen Hund geschlagen und getreten haben. Das Tier ist inzwischen tot. Zeitweise war er nach einem Brand, den er gelegt haben soll, in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Für die Vorwürfe gilt bis zu einer gerichtlichen Entscheidung die Unschuldsvermutung.
Zu einer Festnahme kam es nie. Berichten zufolge wiegen die Taten in der Bewertung der Behörden nicht schwer genug – es blieb bei einer Gefährderansprache. Bürgermeister Enrico Schilling (CDU) verwies auf die Grenzen seines Amtes:
„Ich bitte um Verständnis dafür, dass ein Bürgermeister weder Blaulicht noch Dienstwaffe hat und nicht die Polizei, Staatsanwaltschaft oder ein Richter ist.“
Er wünsche sich, dass Strafen schneller verhängt würden, sei an manchen Tagen „fast schon konsterniert“ – kaum sei ein verhaltensauffälliger Mann verschwunden, stehe der Nächste bereit. Im nahen Zschornewitz beschäftigte Medienberichten zufolge ein anderer Mann mit rund 200 Straftaten in einem halben Jahr die Behörden. Auch er blieb frei.
Wenn der Rechtsstaat langsamer ist als der Täter
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart dieser Fall ein Kernproblem: Nicht die Gesetze fehlen, sondern deren zügige Durchsetzung. Wer wochenlang eine Stadt in Atem hält und lediglich eine Ansprache erhält, lernt vor allem eines – dass wenig passiert.
Für viele Bürger in Gräfenhainichen dürfte das bitter sein: Sie tragen Steuern, Abgaben und Regeln – und erleben, dass der Staat beim Kern seiner Aufgabe, dem Schutz der Bürger, langsam bleibt. Eine Politik, die Sicherheit wieder zur Priorität macht, wäre überfällig.
- Themen:
- #CDU-CSU

Der große Der große Das große Live-Webinar am 26. August – was jetzt über Konto, Erbe und Bargeld entschieden wird. Und wie Sie Ihr Vermögen legal schützen.
Live mit Ernst Wolff, Dr. Hans-Georg Maaßen, Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Paul Brandenburg, Gerald Grosz, Tom-Oliver Regenauer & einem anonymen Banken-Insider – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

ErnstWolff

Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. PaulBrandenburg

GeraldGrosz

Tom-OliverRegenauer

Bankeninsider(anonym)
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















