
Bad Bunny: Wenn woke Fans ihrem Idol lieber nicht zuhören sollten
Es ist eine jener köstlichen Ironien unserer Zeit, die man sich kaum besser ausdenken könnte: Der puerto-ricanische Reggaetón-Star Bad Bunny, der sich durch seine öffentlichen Scharmützel mit Donald Trump zum Liebling der progressiven Szene aufgeschwungen hat, entpuppt sich bei näherer Betrachtung seiner Texte als das genaue Gegenteil dessen, wofür ihn seine woken Anhänger feiern. Ein Macho alter Schule, dessen Songtexte vor triefender Banalität und unverhohlener Frauenverachtung nur so strotzen.
Der Spanisch-Boom mit bitterem Nachgeschmack
Wie das Wall Street Journal kürzlich berichtete, erleben die Vereinigten Staaten einen regelrechten Ansturm auf Spanischkurse. Die anglophone Fangemeinde möchte endlich verstehen, was ihr Idol da eigentlich von sich gibt. Man könnte ihnen raten: Lasst es bleiben. Die Enttäuschung dürfte gewaltig sein.
Denn selbst Muttersprachler verstehen das meiste nicht, was der Puerto-Ricaner ins Mikrofon nuschelt, brabbelt und ächzt. Der unverständliche Slang gehöre geradezu zum Wesenskern des Reggaetón. Und wer es doch entschlüsselt? Der findet rein gar nichts Politisches. Keine revolutionären Botschaften, keine gesellschaftskritischen Manifeste. Stattdessen: eine betäubende Banalität, für deren Verständnis es schon einer gehörigen Portion Cannabis bedürfe.
Ein unverbesserlicher Macho als progressives Idol
Was die Sache für die woke Anhängerschaft vollends zum Desaster macht: Bad Bunny ist ein unverbesserlicher Macho, der sich damit brüstet, dass Frauen – an deren Namen er sich oft nicht einmal erinnern könne – Schlange stünden, um seine Gunst zu erlangen. Von Transgender, Nonbinarität oder Diversität keine Spur. In jedem zweiten Song tauchen derartige Motive auf, die in der westlichen Welt eigentlich längst als toxische Männlichkeit gebrandmarkt werden.
Die Doppelmoral könnte kaum größer sein. Dieselben Menschen, die bei jedem vermeintlichen Mikroaggression in Schnappatmung verfallen, feiern einen Künstler, dessen Texte nach den Maßstäben der eigenen Ideologie ein einziges Tribunal verdient hätten. Aber man versteht ihn ja nicht – und genau darin liegt offenbar der Reiz.
Historische Parallelen: La Colegiala und die Blindheit des Publikums
Das Phänomen ist freilich nicht neu. Bad Bunny erinnere an den Cumbia-Klassiker „La Colegiala", der seit den 1980er Jahren in der Latino-Szene zelebriert wird. Durch eine Nescafé-Werbung wurde der Song 1981 zum Welthit. Zum Glück verstand damals kaum jemand den Text – denn es handelte sich um eine brunftige Ode auf den koketten Reiz eines frühreifen Schulmädchens. Man stelle sich vor, ein Weltkonzern würde heute mit derartigen Inhalten werben.
Der Fall Bad Bunny offenbart einmal mehr die fundamentale Heuchelei der progressiven Bewegung. Solange die Fassade stimmt und der politische Gegner der richtige ist, wird jeder zum Helden erklärt – ganz gleich, was er tatsächlich von sich gibt. Es ist dieselbe Oberflächlichkeit, die unsere gesamte politische Debatte vergiftet: Haltung zeigen statt Inhalte prüfen, Symbolpolitik statt Substanz.
Die Lektion für unsere Zeit
Was lehrt uns diese Episode? Dass ideologische Verblendung offenbar selbst Sprachbarrieren überwindet – allerdings nur in eine Richtung. Die woke Bewegung, die jeden klassischen Liedtext auf problematische Inhalte durchforstet und Statuen stürzt, feiert einen Künstler, dessen Texte nach ihren eigenen Maßstäben ein einziges Skandalon darstellen. Es genügt eben, gegen Trump zu sein, um in diesen Kreisen zum moralischen Leuchtturm aufzusteigen. Inhalt? Nebensache. Hauptsache, die Pose stimmt.
Diese selektive Empörung ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die den Kompass verloren hat. Traditionelle Werte werden verhöhnt, während gleichzeitig ein Macho-Rapper als progressiver Held gefeiert wird – nur weil niemand versteht, was er singt. Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so bezeichnend wäre für den Zustand unserer Zeit.

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