
BASF-Kahlschlag „CoreShift": Wenn der Chemieriese in Ludwigshafen zum Sparen gezwungen wird

Es ist ein weiteres Kapitel im traurigen Niedergang des einst stolzen deutschen Industriestandorts: Am 20. Mai 2026 hat der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen ein neues Sparprogramm mit dem klangvollen Namen „CoreShift" angekündigt. Hinter der wohlklingenden Marketing-Vokabel verbirgt sich nichts weniger als der nächste massive Stellenabbau bei einem der traditionsreichsten Unternehmen Deutschlands. Bis 2029 sollen die zahlungswirksamen Fixkosten im Kerngeschäft um bis zu 20 Prozent gegenüber dem Niveau von 2024 sinken. Eine genaue Zahl der betroffenen Arbeitsplätze? Fehlanzeige. Die Beschäftigten dürfen weiter zittern.
Vier Kernsegmente unter dem Rotstift
Betroffen sind die vier Kernbereiche Chemicals, Materials, Industrial Solutions sowie Nutrition & Care – ein Geschäftsvolumen von rund 40 Milliarden Euro Umsatz steht damit auf dem Prüfstand. BASF will weltweit Abläufe vereinfachen und vereinheitlichen. Doch der Rotstift fährt nicht nur durch die Produktionshallen. Auch interne Dienste, IT-Prozesse und nicht zuletzt der Stammsitz Ludwigshafen geraten in den Strudel des Umbaus.
Vorstandschef Markus Kamieth ließ keinen Zweifel daran, dass es sich um einen tiefen Eingriff in das Kerngeschäft handle. BASF solle künftig mit weniger Personal arbeiten, die Personalkosten würden einen erheblichen Teil der Einsparungen liefern. Übersetzt heißt das: Tausende Familien in der Region Rhein-Neckar bangen erneut um ihre Existenz.
Ludwigshafen – ein Symbol des deutschen Industrieabstiegs
Der Stammsitz in Ludwigshafen, einst Symbol für deutsche Ingenieurskunst und chemische Spitzenforschung, ist längst zum Sinnbild für den Niedergang des Wirtschaftsstandorts Deutschland geworden. Rund 30.000 Beschäftigte arbeiten dort noch – wobei das Wörtchen „noch" hier bedeutsam mitschwingt. Allein seit Anfang 2024 hat BASF am Standort bereits rund 2.800 Stellen abgebaut. Nun droht die nächste Welle.
Betriebsratschef Sinischa Horvat ließ durchblicken, dass der genaue Umfang für Ludwigshafen weiter offen sei. Da in Produktion und Technik bereits massiv gekürzt worden sei, erwarte er diesmal andere Schwerpunkte. Ein schwacher Trost für die Belegschaft.
Die wahren Ursachen werden verschwiegen
Bemerkenswert ist, was in den offiziellen Verlautbarungen sorgfältig ausgeblendet wird: die hausgemachten Ursachen dieses Abstiegs. Explodierende Energiekosten, eine ideologiegetriebene Klimapolitik, die der Schwerindustrie systematisch das Lebenslicht ausbläst, eine erdrückende Bürokratie und Steuerlast – all das hat den einst stolzen Chemiestandort Deutschland in eine Lage manövriert, in der Konzerne wie BASF längst Milliarden in den USA und Asien investieren, während sie hierzulande Fabrik um Fabrik dichtmachen. Die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 sowie das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Großen Koalition werden die Inflation weiter befeuern und damit auch die Kostenstruktur energieintensiver Branchen weiter belasten.
KI und ERP-Systeme statt deutscher Facharbeiter
Künftig sollen Personalverwaltung, Buchhaltung, Logistik und Einkauf neu geordnet werden. Standardisierte IT-Lösungen über ein neues ERP-System und der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz sollen Prozesse beschleunigen und Kosten senken. Ein eigens geschaffenes „Core Transformation Office" unter Leitung von Julia Raquet, die direkt an Vorstandschef Kamieth berichtet, soll die Operation koordinieren. Die Botschaft an die Belegschaft ist unmissverständlich: Wer durch einen Algorithmus ersetzt werden kann, wird ersetzt werden.
Was bedeutet das für Anleger und Sparer?
Die Vorgänge bei BASF sind weit mehr als eine isolierte Unternehmensmeldung. Sie sind ein weiteres Mosaiksteinchen im großen Bild eines schleichend deindustrialisierten Deutschlands. Wenn selbst der größte Chemiekonzern der Welt seine Heimat als Standort zunehmend infrage stellt, dann sollten auch private Vermögensinhaber ihre Konsequenzen ziehen. Aktien einzelner Industriekonzerne sind politischen Risiken, Strompreisen und globaler Konkurrenz schutzlos ausgeliefert. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, sollte über eine Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachdenken. Diese haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Fehlentscheidungen und industriellen Strukturkrisen ihre Kaufkraft bewahren – ein nicht zu unterschätzender Vorteil in Zeiten, in denen ganze Industriezweige ins Wanken geraten.
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