
Bessent lässt Hongkong sausen? Alles auf Trumps Shenzhen-Gipfel!

US-Finanzminister Scott Bessent will das Treffen der APEC-Finanzminister in Hongkong Ende Oktober offenbar auslassen. Wie die South China Morning Post unter Berufung auf Insider berichtet, konzentriert er sich stattdessen ganz auf den Besuch von Präsident Donald Trump in Shenzhen im November. Dort geht es um einen Handelsfrieden, der in drei Monaten ausläuft.
Schachzug statt Pflichttermin
Die Prioritäten in Washington sind klar. Laut dem Bericht soll Bessent vor dem Gipfel in Shenzhen Chinas Vizepremier He Lifeng treffen, Pekings obersten Unterhändler in Handelsfragen. Beide Seiten wollen den bilateralen Waffenstillstand im Zollstreit länger verlängern. Er endet derzeit am 10. Januar.
Nach Hongkong reist deshalb wohl nur die zweite Reihe. Als Favoritin für die Leitung der US-Delegation am 20. und 21. Oktober gilt laut einer mit der Lage vertrauten Quelle Erin Browne, Staatssekretärin für internationale Angelegenheiten im US-Finanzministerium. Ein deutliches Signal: Multilaterale Gesprächsrunden sind für die Trump-Regierung nur Beiwerk. Entschieden wird im direkten Gespräch zwischen den Großmächten.
Ein Gipfel-Marathon mit kurzer Leine
Wer den Überblick verloren hat, ist nicht allein. Seit Herbst 2025 jagt ein Treffen das nächste:
- Oktober 2025: Trump und Xi Jinping einigen sich am Rande des APEC-Gipfels im südkoreanischen Busan auf einen einjährigen Handelsfrieden.
- Mai 2026: Trump reist nach Peking.
- September 2026: Xi kommt zum Staatsbesuch nach Washington. Der Waffenstillstand, der eigentlich am 10. November ausgelaufen wäre, wird um lediglich zwei Monate verlängert.
- November 2026: APEC-Gipfel in Shenzhen.
- Dezember 2026: Der G20-Gipfel in Miami soll folgen.
Gerade die knappe Verlängerung im September sorgte für Aufsehen. Viele Beobachter hatten mit sechs Monaten oder mehr gerechnet. Bessent machte damals laut Medienberichten deutlich, Peking müsse noch mehr liefern. US-Experten deuteten den kurzen Zeitraum als Zeichen dafür, dass Washington mit Chinas Angeboten unzufrieden sei und den Druck hochhalten wolle.
Pomp, Panda und wenig Substanz
Der Washington-Besuch Xis bot nach Darstellung amerikanischer Medien vor allem Show: Empfang auf dem Rollfeld, Staatsbankett mit Konzernchefs, zwei Pandas fĂĽr Atlanta. Konkrete Kaufzusagen oder Fortschritte bei kĂĽnstlicher Intelligenz und im Iran-Krieg gab es dagegen nicht. Beide Seiten haben gute GrĂĽnde, die Lage ruhig zu halten.
Trump stehen die Zwischenwahlen bevor, dazu kommen hohe Preise an Zapfsäule und Supermarktkasse. Ein US-Analyst verwies zudem auf Zinsen nahe Rekordniveau, die die Märkte ohnehin nervös machten. Xi kämpft mit hoher Jugendarbeitslosigkeit und demografischen Problemen. Es ist ein Frieden aus Zweckmäßigkeit, nicht aus Vertrauen.
Was das fĂĽr Deutschland bedeutet
Für die exportabhängige deutsche Wirtschaft ist das keine ferne Großmachtpolitik. Seltene Erden, Lieferketten und Zölle hängen direkt an diesem fragilen Frieden. Und Europa? Sitzt bei den entscheidenden Gesprächen nicht am Tisch. Während Washington und Peking verhandeln, verliert sich Brüssel in Regulierungsdebatten, und Berlin wirkt wie ein Zuschauer, der hofft, dass für ihn etwas übrig bleibt.
Ein Handelsfrieden, der alle paar Monate neu ausgehandelt werden muss, schafft keine Planungssicherheit. Jeder geplatzte Termin kann die Märkte in Unruhe versetzen. Viele Sparer setzen in solchen Phasen deshalb auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, weil Edelmetalle nicht vom guten Willen einzelner Regierungen abhängen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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