
Putins Vertrauter in Peking: Wird hier der Gipfel mit Trump geschmiedet?

Nikolai Patruschew, einer der engsten Weggefährten von Kremlchef Wladimir Putin, ist am Donnerstag zu einem sechstägigen Besuch in China eingetroffen. Offiziell geht es um Schiffe, Häfen und Seewege. Beobachter fragen sich allerdings, ob in Peking gerade ein Dreiergipfel von Xi Jinping, Putin und Donald Trump vorbereitet wird.
Die offizielle Agenda: Werften, Logistik, Wissenschaft
Patruschew reist als Vorsitzender des russischen Marinekollegiums. Laut dem chinesischen AuĂźenministerium trifft er AuĂźenminister Wang Yi. Der Aufenthalt ist vom 8. bis zum 13. Oktober angesetzt.
Patruschew bringt eine große Delegation mit: Vertreter von Regierungsbehörden, großen Logistikkonzernen, Werften sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Die russische Agentur Interfax zitierte das Kollegium, man wolle über die Zusammenarbeit beider Länder auf See sprechen.
Pekings AuĂźenamtssprecherin Mao Ning sagte, es sei Patruschews erste China-Reise in diesem Amt. Beide Staaten seien umfassende strategische Partner. China wolle den Besuch nutzen, um der Beziehung neuen Schwung zu geben.
Kein gewöhnlicher Funktionär
Patruschew ist weit mehr als ein Fachmann für Schifffahrt. Der frühere Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB leitete von 2008 bis 2024 den mächtigen russischen Sicherheitsrat. Er gilt seit Jahrzehnten als einer der einflussreichsten Hardliner in Putins Umfeld.
Im Mai 2024 wurde er Berater des Präsidenten und ist seitdem für den Schiffbau zuständig. Doch wer so tief im Machtzentrum verwurzelt ist, reist selten nur wegen Containerterminals um die halbe Welt. Der Zeitpunkt dieser Reise wirkt kaum zufällig.
Treffen sich Xi, Putin und Trump in Shenzhen?
Am 18. und 19. November lädt Xi Jinping zum Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC nach Shenzhen ein. Putin hat bereits angekündigt, Xi dort zu treffen. Kremlberater Juri Uschakow bestätigte das bilaterale Gespräch.
Ein Dreiergipfel mit Trump ist dagegen noch offen. Russischen Medien zufolge habe Uschakow erklärt, die praktischen Details eines solchen Treffens seien noch nicht besprochen worden. Ende September hatte Moskau allerdings nicht ausgeschlossen, dass Xi selbst die Initiative ergreifen könnte. Trump hat seine China-Reise im November inzwischen bestätigt.
Laut Berichten ist Patruschew der erste hochrangige russische Politiker in China seit dem Treffen von Xi und Trump in Washington Ende September. Zugleich nehmen chinesische Soldaten an Russlands Militärübung „Zentr-2026“ teil. Die Achse Moskau–Peking wird enger.
Und Europa? Schaut nur zu
Für Deutschland ist das eine unbequeme Nachricht. In Asien könnte sich eine neue Weltordnung abzeichnen, und Berlin sitzt dabei nicht mit am Tisch. Auch Brüssel nicht, obwohl der Krieg in der Ukraine Europa direkt betrifft.
Dabei geht es gerade auf See um viel. Deutschland lebt vom Export und ist auf freie Handelswege angewiesen. Wenn Russland und China ihre Zusammenarbeit bei Schifffahrt, Häfen und Logistik ausbauen, betrifft das unsere Lieferketten unmittelbar. Kritiker fragen seit Langem, ob die Bundesregierung darauf eine Strategie hat. Bisher ist davon wenig zu erkennen.
Gold in unsicheren Zeiten
Die Machtverhältnisse in der Welt verschieben sich, und das spiegelt sich auch in den Tresoren der Notenbanken wider. Nach Angaben des World Gold Council kauften die Zentralbanken weltweit von 2022 bis 2024 jedes Jahr mehr als 1.000 Tonnen Gold. Auch China und Russland stocken ihre Reserven seit Jahren auf.
Viele Anleger ziehen daraus ihre eigenen Schlüsse. Physisches Gold und Silber hängen von keiner Regierung ab und von keinem Gipfeltreffen. In einem breit gestreuten Vermögen können sie deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur Absicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. FĂĽr Ihre Entscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
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