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Billionen-Blase im Schatten: Droht jetzt der nächste Finanzcrash?

Billionen-Blase im Schatten: Droht jetzt der nächste Finanzcrash?
Symbolbild: KI-generiert

Rund 2,2 Billionen Dollar stecken inzwischen in einem Markt, den kaum jemand durchschaut: privaten Firmenkrediten an der Bankenwelt vorbei. Die EZB, der Finanzstabilitätsrat in Basel und die deutsche Finanzaufsicht BaFin warnen inzwischen alle zugleich. Seit 2026 sind Privatanleger mit ihren Ersparnissen direkt betroffen.

Der Notausgang ist plötzlich verriegelt

Ausgelöst hat die Unruhe ausgerechnet Blackrock, der größte Vermögensverwalter der Welt. Im ersten Quartal 2026 wollten Anleger Anteile im Umfang von 9,3 Prozent des Fondsvermögens aus dem HPS Corporate Lending Fund (HLEND) abziehen. Ausgezahlt wurden nur fünf Prozent, mehr erlauben die Fondsbedingungen nicht.

Ruhe kehrte danach nicht ein. Medienberichten zufolge verlangten Anleger im zweiten Quartal sogar 13,3 Prozent zurück. Erneut gab es nur fünf Prozent. Nach Angaben aus Fachkreisen war HLEND seit März bereits der dritte Private-Debt-Fonds, der in Zahlungsschwierigkeiten geriet.

BaFin-Präsident Mark Branson hatte schon im Mai vor den Gefahren gewarnt. Besonders gefährdet sind seiner Einschätzung nach Kleinanleger, die über sogenannte ELTIFs (European Long Term Investment Funds) in diese Fonds investiert haben.

Wie das Geschäft funktioniert und warum es wackelt

Das Prinzip klingt harmlos. Fonds sammeln Geld bei Versicherern, Banken und zunehmend auch bei Sparern ein. Damit vergeben sie Kredite an nicht börsennotierte Mittelständler, etwa für Firmenübernahmen. Das Problem: Diese Darlehen laufen viele Jahre und lassen sich kaum schnell verkaufen.

Wollen viele Anleger gleichzeitig aussteigen, wird es eng. Entweder sind sie deshalb sieben bis zehn Jahre fest gebunden, oder die Auszahlungen werden pro Quartal gedeckelt. Wer glaubte, jederzeit an sein Geld zu kommen, erlebt dann eine böse Überraschung.

KI-Schock als Brandbeschleuniger

Den Ausschlag gab der KI-Schock in der Softwarebranche. Firmen mit planbaren Lizenzeinnahmen galten lange als sichere Kreditnehmer. Laut dem Bericht soll rund ein Sechstel der Anlagen aus dieser Branche stammen. Als die Kurse einbrachen, war es mit dieser Sicherheit vorbei.

Gewachsen durch Regulierung

Die Ironie dahinter: Diesen Markt hat die Politik selbst großgezogen. Nach der Finanzkrise 2007/2008 verschärfte Basel III die Regeln für Banken, gleichzeitig verschwanden viele Mittelstandsbanken. Nach Angaben der BIZ wuchs der Markt dadurch von 100 Milliarden Dollar im Jahr 2010 auf 2,2 Billionen Dollar 2025. Das Risiko ist also nicht verschwunden, es wurde nur aus den Bankbilanzen ausgelagert.

In den USA laufen bereits rund 20 Prozent der Unternehmensfinanzierungen über solche Fonds. In Europa stieg der Anteil laut Creditreform seit 2020 von fünf auf neun Prozent. Gelockt wurden Anleger mit Renditen von bis zu zehn Prozent.

Warnsignale in den Zahlen

Die Datenlage ist durchwachsen. Bei den Ausfallraten ist von 1,6 bis 4,7 Prozent die Rede. Gleichzeitig hat sich der Anteil notleidender Kredite von gut vier auf knapp neun Prozent mehr als verdoppelt. Umschuldungen lassen die Zahlen zudem besser aussehen, als sie sind.

  • Moody's-Chef Robert Fauber verweist darauf, dass mehr als ein Viertel der Kredite mit Caa1 oder schlechter bewertet sei. Das bedeutet ein sehr hohes Ausfallrisiko.
  • Nayef Perry von Hamilton Lane hält dagegen, Privatkredite seien in der Regel vorrangig besichert.
  • Der Finanzstabilitätsrat betont, der Markt sei in seiner heutigen Größe noch nie in einer schweren Rezession getestet worden.

Ein Déjà-vu von 2007?

Am meisten Sorgen macht die fehlende Transparenz. Es gibt keine Börsenkurse und keine Pflichtmitteilungen, dafür komplizierte Verträge, die laut Moody's die tatsächliche Verschuldung verschleiern können. Dazu rücken Banken und Fonds enger zusammen. Blackrock und die Citigroup haben gerade einen gemeinsamen Fonds angekündigt.

Ähnlich war es vor 2007: Die Aufseher wussten wenig über die Käufer verbriefter Hypotheken und noch weniger über die Risiken. Wie das endete, ist bekannt. Wer sein Vermögen nicht allein den Versprechen der Finanzindustrie überlassen will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle tragen kein Ausfallrisiko eines Schuldners, und ihre Auszahlung lässt sich nicht per Fondsbedingung deckeln.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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