
Blockade statt Unterricht: Schul-Randale erschüttert Berlin!

Am Freitagmorgen haben Schüler und schulfremde Aktivisten in Berlin zwei Gymnasien blockiert, das Andreas-Gymnasium in Friedrichshain und das Leibniz-Gymnasium in Kreuzberg. Vorbild waren die teils gewalttätigen Schülerproteste in Frankreich. Am Ende des Tages gab es mehrere Ermittlungsverfahren, eine verletzte 67-Jährige und einen festgenommenen 17-Jährigen.
Barrikaden vor dem Schultor
Gegen 7.30 Uhr versammelten sich nach Polizeiangaben vor beiden Schulen jeweils rund 60 Schüler und weitere Demonstranten. Sie versperrten Eingänge mit Gegenständen und hinderten Mitschüler daran, das Gebäude zu betreten. Am Andreas-Gymnasium waren Vorder- und Hintereingang blockiert, nur die Seiteneingänge blieben frei. Laut rbb waren dort zeitweise etwa 100 junge Leute beteiligt.
Für den Schulbetrieb hatte das Folgen. Regulärer Unterricht fand nicht statt. Einige Schüler wurden in der Turnhalle betreut, andere an eine Nachbarschule gebracht. Mittags wurde die Schulpflicht für den restlichen Tag ausgesetzt. Für alle, die eigentlich lernen wollten, war der Schultag damit verloren.
Rangeleien, Parolen, Vermummte
Die Polizei war mit rund 30 Einsatzkräften vor Ort. Zunächst sei alles überwiegend friedlich geblieben, teilte ein Sprecher mit. Am Andreas-Gymnasium kam es dann aber zu Handgreiflichkeiten. Videos in sozialen Netzwerken zeigen Rangeleien. Die Polizei erklärte auf X, ihre Beamten seien zu Beginn bedrängt worden. Deshalb hätten sie „einfache körperliche Gewalt in Form von Drücken und Schieben“ anwenden müssen. Linke Gruppen warfen der Polizei dagegen vor, gewaltsam gegen den Protest vorgegangen zu sein.
Die Demonstranten riefen „Hundert Milliarden für Bildung und Soziales“, „Nicht unser Krieg, nicht unser Militär“ und „Freiheit für Palästina“. Dazu kamen eine grobe Beleidigung gegen Polizisten und ein vulgäres Transparent gegen Bundeskanzler Friedrich Merz. Es wehten auch Palästina-Flaggen. Was hat das noch mit Kürzungen im Bildungsbereich zu tun? Die Frage ist berechtigt.
Laut Tagesspiegel waren auch schulfremde Personen aus dem linken Spektrum dabei, einige davon vermummt. Die Polizei bestätigte, dass sich Außenstehende unter die Blockierer gemischt hätten.
Eine Anwohnerin wollte nur ihren Müll wegbringen
Eine 67-jährige Anwohnerin wurde leicht verletzt. Nach Polizeiangaben wollte sie ihren Müll zur Tonne bringen, als einzelne Demonstranten versucht hätten, den Behälter mitzunehmen. Als sie das verhindern wollte, sei es zu dem mutmaßlichen Übergriff gekommen. Ein 17-Jähriger wurde wegen des Verdachts der Körperverletzung festgenommen. Außerdem ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch, tätlichen Angriff und Sachbeschädigung.
„Härtere Maßnahmen“: Die Senatorin zieht eine Grenze
Zu den Protesten aufgerufen hatte die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Sie wendet sich gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht und gegen Sparmaßnahmen an den Schulen. Ein Schüler sagte dem Tagesspiegel offen, frühere Streiks hätten nichts bewirkt: „Die Politik reagiert nicht auf unsere Forderungen, deswegen müssen wir zu härteren Maßnahmen greifen.“ Kritiker dürften darin eine gefährliche Logik sehen: Wer sich nicht gehört fühlt, sperrt eben andere aus.
Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) kritisierte die Aktionen scharf:
„Friedlicher Protest, Kritik und politische Meinungsäußerung sind legitim. Die Blockade einer Schule, die Behinderung anderer Schülerinnen und Schüler und das bewusste Herbeiführen von Konfrontationen sind es nicht.“
Sie warf zudem schulexternen Personen vor, die Anliegen der Schüler für eigene Zwecke zu instrumentalisieren.
Der Funke kommt aus Frankreich
In Frankreich demonstrieren seit Ende September landesweit junge Menschen für bessere Lernbedingungen. Nach Angaben des französischen Innenministeriums waren bis Anfang Oktober fast 2.000 Menschen festgenommen und 305 Polizisten und Gendarmen verletzt worden. Am 13. Oktober blockierten Demonstranten laut Bildungsministerium 214 Gymnasien.
Berlin zieht nun nach. Schon am Montag hatten rund 150 Schüler die Eingänge des Französischen Gymnasiums in Mitte blockiert. Für den 20. November wird bereits ein bundesweiter Schulstreik beworben. Aus Sicht unserer Redaktion muss die Politik jetzt klarmachen, dass das Recht auf Bildung für alle Schüler gilt und nicht von denen abhängt, die am lautesten blockieren.
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