
Blutbad an Schule bei Berlin: Helfer stirbt bei Rettungsversuch

Ein 30-jähriger Mann wollte eingreifen – und bezahlte dafür mit dem Leben. Am Donnerstagmittag ist an einer Schule im brandenburgischen Gosen-Neu Zittau (Landkreis Oder-Spree) Amokalarm ausgelöst worden. Zwei Menschen starben, mehrere weitere wurden verletzt. Ein Tatverdächtiger sitzt in Polizeigewahrsam.
Was bislang bekannt ist
Die Polizei Brandenburg bestätigte eine „Gewalttat“ an der Schule und rückte mit einem Großaufgebot an. Nach Angaben der Beamten wurde eine männliche Person festgenommen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge kamen eine Frau und ein Mann ums Leben.
Bei dem weiblichen Opfer soll es sich nach Informationen einer regionalen Tageszeitung um eine 18-jährige Schülerin der Einrichtung handeln. Das zweite Todesopfer sei ein 30-jähriger Mann, der dem Bericht zufolge starb, als er versuchte, den Angreifer zu stoppen.
Der mutmaßliche Täter soll demnach der Ex-Freund der getöteten Schülerin sein und etwa in ihrem Alter liegen. Bestätigt sind diese Angaben von offizieller Seite bislang nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung – über Tatmotiv und Tathergang entscheiden am Ende Staatsanwaltschaft und Gericht, nicht die schnelle Schlagzeile.
Ein stiller Ort im Speckgürtel – und plötzlich Sirenen
Gosen-Neu Zittau liegt am östlichen Rand Berlins, zwischen Seen, Kiefernwald und Datschen. Rund 4.000 Menschen leben hier. Es ist genau jene Art von Gemeinde, in die Familien ziehen, weil sie Ruhe suchen. Am Donnerstag stand dort ein Rettungshubschrauber auf dem Schulgelände.
Betroffen ist Berichten zufolge eine Schule in freier Trägerschaft. Rettungsdienst, Notfallseelsorger und Kriseninterventionsteams waren im Einsatz. Für Schüler, Lehrer und Eltern dürfte dieser Nachmittag ein Einschnitt bleiben, der sich nicht wegtherapieren lässt.
Der Zivilcourage-Fall, der niemanden kaltlassen darf
Ein Mann geht dazwischen, um ein junges Leben zu retten – und verliert dabei sein eigenes. Wenn sich dieser Ablauf bestätigt, ist das Zivilcourage in ihrer härtesten und teuersten Form. Nicht als Hashtag, nicht als Sonntagsrede, sondern als Entscheidung von Sekunden.
Wer eingreift, riskiert alles. Genau deshalb schuldet ein Staat seinen Bürgern eine Sicherheitslage, in der niemand in diese Lage kommen muss.
Die Einordnung: Gewalt an Schulen ist längst kein Ausnahmefall mehr
Aus Sicht unserer Redaktion reiht sich der Fall in eine bedrückende Entwicklung ein. Erst im Juli sorgte ein Angriff an einem Gymnasium im bayerischen Schongau bundesweit für Entsetzen, bei dem Medienberichten zufolge zwei Schülerinnen schwer verletzt wurden. Auch aus Sachsen wurde in jüngerer Zeit ein Messerangriff an einer Schule gemeldet.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für Deutschland ein Rekordniveau bei der erfassten Kriminalität und einen deutlichen Anstieg gefährlicher Angriffe aus. Viele Bürger fragen sich deshalb völlig zu Recht: Warum diskutiert die Politik seit Jahren lieber über Sprachvorschriften und Symboldebatten als über Prävention, Strafverfolgung und Schutz an Schulen?
Gewalt in Trennungssituationen ist zudem ein Phänomen, das Sicherheitsbehörden seit Langem beschäftigt. Der Fall von Gosen-Neu Zittau wirft die Frage auf, ob Warnsignale früh genug erkannt und ernst genommen werden.
Die Ermittlungen dauern an. Bis dahin bleibt vor allem eines: zwei Tote, eine Schulgemeinschaft im Schock – und ein Mann, der geholfen hat, als es darauf ankam.
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