
BMW im Gewinn-Sturzflug: Dritte Warnung binnen 13 Monaten!

Schwarzer Mittwoch in München: Der BMW-Konzern hat für die ersten neun Monaten des Jahres einen Einbruch des operativen Gewinns um 35,2 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro gemeldet. Medienberichten zufolge ist das der tiefste Stand seit dem Corona-Jahr 2020. Schon am Vorabend hatte der Autobauer seine Prognose gesenkt, und im Kerngeschäft drohen jetzt sogar Verluste.
Die Zahlen: Rot, wohin man schaut
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ist nicht der einzige Wert, der fällt. Der Nettogewinn schrumpfte um mehr als 24 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um 7,3 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro zurück.
Im dritten Quartal blieben unter dem Strich 1,45 Milliarden Euro hängen, knapp 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Am schlimmsten erwischte es das eigentliche Autogeschäft: Dort sackte das Ebit in neun Monaten um fast 44 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro ab. Die operative Marge rutschte von 5,9 auf 3,5 Prozent. Für einen Premiumhersteller, der von hohen Margen lebt, ist das ein Alarmsignal.
China: Vom Goldesel zum Albtraum
Der Hauptgrund liegt in Fernost. Der größte Automarkt der Welt schrumpft. Gleichzeitig drängen chinesische Konkurrenten mit aggressiven Preisen nach vorn. BMW verlor dort rund ein Viertel seines Absatzes.
Immerhin hängen die Münchner weniger stark am chinesischen Markt als etwa Audi. Zuwächse in Europa und den USA haben einen Teil des Minus aufgefangen. Deshalb sank der Absatz im dritten Quartal nur um 6,3 Prozent, der Quartalsumsatz um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro. Das tröstet allerdings wenig, solange das Geschäft im wichtigsten Wachstumsmarkt wegbricht.
Warnung Nummer drei: Die Marge fällt auf null
Am Vorabend der Zahlen kam die nächste Gewinnwarnung. Es ist die zweite in diesem Jahr und die dritte binnen 13 Monaten. Für die Automobilsparte erwartet BMW nun eine Ebit-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Zuvor hatte der Konzern noch 1 bis 3 Prozent angepeilt. Im vierten Quartal könnte das Kerngeschäft also deutlich Geld verlieren.
Auch beim Absatz rechnet BMW jetzt mit weniger: Erwartet wird ein Minus von 5 bis 9,9 Prozent statt bisher 1 bis 4,9 Prozent. Die Prognose für den Vorsteuergewinn bleibt dagegen unverändert. Seit der ersten Warnung im Frühsommer geht der Konzern hier von einem Rückgang um mehr als 15 Prozent aus.
Abfindungen: Der Andrang überrascht den Konzern
Ein Teil der Belastung stammt aus dem Konzernumbau. Medienberichten zufolge will BMW weltweit rund 8000 Stellen streichen. Das Abfindungsprogramm startete Anfang Oktober und war nach weniger als drei Wochen wieder geschlossen, weil sich überraschend viele Mitarbeiter meldeten. Kalkuliert waren gut eine Milliarde Euro. Hinzu kommen laut Berichten Abschreibungen auf ältere Modelle und Technologien, die wegen der neuen Elektroautos früher auslaufen.
Der Ansturm sagt einiges über die Stimmung in der Belegschaft. Wenn Beschäftigte eines Vorzeigekonzerns so schnell nach dem Ausgang greifen, glauben offenbar viele nicht mehr an rosige Zeiten.
Die Chefetage spricht von Investitionen in die Zukunft
Finanzchef Walter Mertl stellt die Kosten als Investition dar:
„Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor. Deshalb intensivieren wir noch in diesem Jahr die Maßnahmen für mehr Effizienz und schlankere Strukturen.“
Konzernchef Milan Nedeljkovic, der erst seit Mai an der Spitze steht, betonte, die Branche verlange konsequente Entscheidungen und eine schnelle Umsetzung. Strukturelle Maßnahmen wolle man gezielt verstärken und beschleunigen.
Ein schwacher Trost bleibt: Im dritten Quartal lag BMW nur knapp hinter Mercedes mit 1,52 Milliarden Euro und klar vor Audi und VW. Für viele Beobachter zeigt das, wie tief die ganze deutsche Autoindustrie in der Krise steckt. Schuld seien neben der Konkurrenz aus China auch teure Energie, hohe Abgaben und die politisch vorangetriebene Elektro-Wende aus Brüssel und Berlin, die den Herstellern teure Umbauten aufzwinge. Die Bundesregierung hat darauf bislang keine überzeugende Antwort gefunden.
Wer sein Vermögen vor solchen Erschütterungen schützen will, setzt deshalb oft auf breite Streuung. Physisches Gold und Silber können dabei als krisenfeste Ergänzung dienen, weil ihr Wert nicht von Quartalszahlen oder Gewinnwarnungen abhängt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Wertpapiere oder andere Anlagen zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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