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27.10.2026
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Boeing tritt auf die Bremse: Der 737-Max-Hochlauf scheitert an den Flügeln

Boeing tritt auf die Bremse: Der 737-Max-Hochlauf scheitert an den Flügeln
Symbolbild: KI-generiert

Boeing kommt nicht so schnell aus der Krise wie versprochen. Konzernchef Kelly Ortberg hat am Dienstag in einem Interview mit dem US-Sender CNBC eingeräumt, dass der Flugzeugbauer aus Seattle seine Produktionsziele für den Verkaufsschlager 737 Max deutlich verfehlt. An der Börse sackte die Aktie daraufhin um mehr als neun Prozent ab.

Eigentlich sollte schon im Sommer mehr gehen

Der Plan klang ehrgeizig, aber machbar. Bereits im Laufe des Sommers wollte Boeing statt 42 dann 47 Maschinen der 737-Familie pro Monat fertigen, also fünf Jets mehr. Nach Ortbergs Worten wird es bis Anfang 2027 dauern, bis dieses Zwischenziel erreicht ist.

Noch schwerer wiegt eine zweite Aussage. Das Produktionsniveau von 2018 werde Boeing selbst 2029 nicht wieder erreichen. Damals lag die Fertigung bei rund 52 Maschinen im Monat. Elf Jahre später würde der einstige Stolz der amerikanischen Industrie also immer noch seiner eigenen Vergangenheit hinterherfliegen.

Der Engpass sitzt an den Tragflächen

Als Grund nannte der Vorstandschef erneut die Tragflächen: Deren Produktion halte mit dem Tempo nicht Schritt. Damit kassierte Ortberg auch das Ziel, in diesem Jahr 500 Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Sein Credo laut dem Interview:

„Wir fahren die Produktion hoch, aber wir machen es richtig.“

Das klingt vernünftig, und es ist auch eine Lehre aus bitterer Erfahrung. Vor Ortbergs Amtsantritt im Sommer 2024 hatte Boeing jahrelang mit Qualitätsproblemen zu kämpfen. Die Ursache sahen Kritiker in überzogenen Produktionsvorgaben.

Eine Krisenchronik, die sich wie ein Thriller liest

Ein kurzer Rückblick zeigt, wie tief Boeing gefallen ist. Nach den Abstürzen der 737 Max in Indonesien im Oktober 2018 und in Äthiopien im März 2019 mit insgesamt 346 Toten blieb der Typ weltweit rund 20 Monate am Boden. Im Januar 2024 folgte der nächste Schock.

Bei einem Flug von Alaska Airlines riss kurz nach dem Start in Portland ein Rumpfteil heraus, ein sogenannter Door Plug. Nach Erkenntnissen der US-Unfallermittler NTSB fehlten Schrauben, die schon im Werk hätten eingesetzt werden müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA deckelte die Fertigung daraufhin auf 38 Maschinen pro Monat. Erst im Oktober 2025 durfte Boeing laut Medienberichten auf 42 erhöhen.

Cashflow-Prognose enttäuscht die Wall Street

An der Börse zählt am Ende das Geld. Weil der Hochlauf stockt, dürfte der Free Cashflow, also der frei verfügbare Mittelzufluss aus dem Geschäft, deutlich magerer ausfallen als erhofft:

  • 2027: Boeing peilt drei Milliarden Dollar an, Analysten hatten mit 5,6 Milliarden gerechnet.
  • 2028: Boeing nennt sechs Milliarden Dollar, erwartet worden waren 9,6 Milliarden.

Die Quittung kam prompt. Die Aktie fiel auf 171 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit gut eineinhalb Jahren. Ein einziges Interview hat Milliarden an Börsenwert vernichtet.

Was Anleger daraus lernen können

Der Fall Boeing zeigt, wie zerbrechlich Vertrauen in Einzelwerte sein kann. Wer auf die Wende eines angeschlagenen Konzerns setzt, ist auf die Pläne des Managements, auf Zulieferer, Regulierer und die Laune der Märkte angewiesen. Eine fehlende Tragfläche reicht dann schon, um die Rechnung über den Haufen zu werfen.

Physisches Gold und Silber hängen dagegen an keiner Produktionslinie und an keiner Quartalsprognose. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können Edelmetalle helfen, Vermögen gegen solche Rückschläge abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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