
Bolivien verschärft Goldankauf-Regeln nach Korruptionsskandal

Die bolivianische Zentralbank hat ihre Goldankaufprogramme wieder aufgenommen – allerdings unter deutlich strengeren Auflagen. Nach Jahren sozialistischer Misswirtschaft und einem handfesten Korruptionsskandal zieht die neue Mitte-Rechts-Regierung unter Präsident Rodrigo Paz nun die Zügel an. Ein Lehrstück darüber, wie staatliche Eingriffe in Edelmetallmärkte enden können, wenn Kontrolle und Transparenz auf der Strecke bleiben.
Vom Devisenmangel zum Korruptionssumpf
Die Geschichte beginnt im Mai 2023, als Bolivien unter akutem Dollarmangel litt. Die sozialistische Vorgängerregierung startete damals ein Programm zum Ankauf heimisch geförderten Goldes, um die Devisenreserven aufzustocken und subventionierte Treibstoffimporte sowie Auslandsschulden bedienen zu können. Was zunächst als pragmatische Lösung erschien, entwickelte sich jedoch zu einem Fiasko.
Denn das Programm lief ohne ausreichende Sicherheitsmechanismen. Die Herkunft des angekauften Goldes konnte nicht lückenlos nachverfolgt werden – ein Einfallstor für Unregelmäßigkeiten aller Art. Früher in diesem Jahr wurde ein ehemaliger Manager des staatlichen Goldhandelsunternehmens im Rahmen einer 18-Millionen-Dollar-Ermittlung verhaftet. Die Schatten der Vergangenheit holen das Land nun ein.
Atypische Vorauszahlungen in Millionenhöhe
Zentralbankpräsident David Espinoza enthüllte diese Woche brisante Details: Zwischen Januar und Oktober 2025 habe die Bank „atypische" Vorauszahlungen in Höhe von 278 Millionen Dollar an zwei Unternehmen für 2,8 Tonnen Gold geleistet. Gleichzeitig schulde die Bank noch die Lieferung von 6,6 Tonnen Gold bis Oktober dieses Jahres – Ergebnis von Vorverkäufen aus früheren Jahren.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine Zentralbank, die Geld im Voraus zahlt und gleichzeitig Goldlieferungen schuldig bleibt. Solche Praktiken wären in einem funktionierenden Wirtschaftssystem undenkbar. Sie sind das Erbe einer Politik, die Ideologie über solides Finanzmanagement stellte.
Die Bilanz der vergangenen Jahre
Zwischen Mai 2023 und Dezember 2025 kaufte die bolivianische Zentralbank nach offiziellen Angaben fast 36 Tonnen Gold und monetarisierte etwa 57 Tonnen für rund 4,7 Milliarden Dollar. Der Großteil dieser Einnahmen floss in die Sicherung subventionierter Treibstofflieferungen – eine Praxis, die die neue Regierung nach der Aufhebung dieser Subventionen auslaufen lassen will.
Neue Regierung, neue Regeln
Präsident Paz, der am 8. November nach zwei Jahrzehnten sozialistischer Herrschaft sein Amt antrat, versucht nun einen Neuanfang. Im Dezember wurden die Goldkäufe mit 234 Kilogramm wieder aufgenommen – zu aktuellen Preisen ein Wert von etwa 35,8 Millionen Dollar. Die entscheidende Neuerung: Zahlungen in Landeswährung werden jetzt anhand eines US-Dollar-Referenzpreises berechnet. Vorauszahlungen sind künftig tabu.
Die Devisenreserven Boliviens beliefen sich im Dezember 2025 auf 3,7 Milliarden Dollar, davon 3,1 Milliarden in Gold und 505 Millionen in bar. Bemerkenswert ist der sprunghafte Anstieg der Barreserven von nur 51 Millionen Dollar im Vormonat. Gold macht damit über 84 Prozent der Reserven aus – entsprechend 22,3 Tonnen.
Gesetzesänderung für mehr Flexibilität geplant
Espinoza kündigte an, dass die Zentralbank an einem Gesetzentwurf zur Änderung des sogenannten Goldgesetzes arbeite. Dieses schreibt derzeit einen Mindestbestand von 22 Tonnen vor. Die Änderung soll den Entscheidungsträgern mehr Flexibilität bei der Verwaltung der Reserven geben. Zudem arbeite die Bank an einem Übergang von einem festen Wechselkurs zu einem flexiblen, einheitlichen und marktbasierten System.
Ein Lehrstück für die Bedeutung von Gold
Der Fall Bolivien zeigt eindrücklich, welche zentrale Rolle physisches Gold für die Stabilität eines Landes spielen kann – und wie schnell staatliche Programme ohne angemessene Kontrollen aus dem Ruder laufen. Während der Goldpreis weltweit neue Rekorde erklimmt und kürzlich die Marke von 4.700 Dollar pro Unze überschritt, wird die Bedeutung des Edelmetalls als Reservewährung immer deutlicher.
Für Anleger bleibt die Erkenntnis: Gold ist und bleibt ein unverzichtbarer Baustein zur Vermögenssicherung. Während Regierungen kommen und gehen, ihre Programme scheitern und Korruptionsskandale aufgedeckt werden, behält das gelbe Metall seinen Wert. Die bolivianische Zentralbank hat dies erkannt – auch wenn der Weg dorthin von Fehlern gepflastert war.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Physische Edelmetalle können eine sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios zur Vermögenssicherung darstellen.
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