
Brics-Gipfel in Delhi: Frontalangriff auf BrĂĽssels CO2-Zoll!

Nach Verhandlungen bis vier Uhr morgens stand das Papier: Die elf Brics-Staaten haben sich beim 18. Gipfel in Neu-Delhi auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. 140 Punkte, unterzeichnet am 12. September 2026 – und mittendrin eine unmissverständliche Ohrfeige für die EU-Klimapolitik.
Gastgeber Narendra Modi hatte den Gipfel unter das Motto „Aufbau von Resilienz, Innovation, Kooperation und Nachhaltigkeit“ gestellt. Wladimir Putin und Xi Jinping saßen mit am Tisch. Medienberichten zufolge stand die Einigung wegen der Eskalation in der Golfregion zeitweise auf der Kippe.
Der CO2-Grenzausgleich – für die Brics ein Handelshemmnis
Punkt 108 der „Erklärung von Neu-Delhi“ dürfte man in Brüssel mit wenig Begeisterung lesen. Die Staatengruppe lehnt darin „einseitige, strafende, diskriminierende und protektionistische Maßnahmen“ ausdrücklich ab – und nennt den CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM beim Namen. Solche Instrumente stünden nach Auffassung der Unterzeichner nicht im Einklang mit dem Völkerrecht.
CBAM ist das Prestigeprojekt der europäischen Klimapolitik: eine Abgabe auf Importe aus Ländern mit laxeren Klimaauflagen. Gedacht als Schutzschild für die heimische Industrie. Von den großen Schwellenländern wird es offenkundig als das Gegenteil gelesen – als Zollmauer mit grünem Anstrich.
Zölle, Sanktionen, Dollar: die zweite Kampfansage
Auch Washington bekommt sein Fett weg, wenn auch ohne Namensnennung. Die Erklärung äußert „ernsthafte Besorgnis“ über die Zunahme einseitiger tarifärer und nicht-tarifärer Maßnahmen, die den Handel verzerrten und mit WTO-Regeln unvereinbar seien. Einseitige Wirtschafts- und Sekundärsanktionen werden schlicht verurteilt.
Wirtschaftlich brisanter ist Punkt 90: Die Brics-Zahlungs-Taskforce soll weiter an Mechanismen für grenzüberschreitende Zahlungen arbeiten – inklusive Handelsabwicklung in lokalen Währungen. Das klingt technisch. Es ist der Versuch, die Abhängigkeit vom Dollar Schritt für Schritt zu lockern.
Ein Klub, der wächst – und Deutschland schaut zu
Die Brics-Staaten stellen laut Medienberichten rund die Hälfte der Weltbevölkerung und etwa 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Über 400 Treffen in 30 indischen Städten hat der indische Vorsitz im laufenden Jahr organisiert. 2027 übernimmt China den Vorsitz.
Bemerkenswert auch: Die Erklärung bekennt sich ausdrücklich dazu, dass fossile Brennstoffe im globalen Energiemix eine wichtige Rolle spielen werden – „insbesondere für Schwellen- und Entwicklungsländer“. Während in Berlin über Verbrenner-Aus und Heizungsgesetze gestritten wird, setzt die halbe Welt auf Energiesicherheit und ausgewogene Energiemixe.
Was das fĂĽr den BĂĽrger bedeutet
Aus Sicht unserer Redaktion sollte diese Erklärung in Berlin und Brüssel als Warnsignal gelesen werden. Der deutsche Exportmotor lebt von offenen Märkten. Wenn ausgerechnet die wachstumsstärksten Regionen der Welt europäische Klimazölle als Diskriminierung brandmarken, ist das kein Randthema – es geht um Absatzmärkte, Arbeitsplätze und Wohlstand.
Die Weltordnung wird gerade neu vermessen: zwischen Zöllen, Sanktionen und dem stillen Umbau der Zahlungsströme. In solchen Phasen suchen Anleger traditionell nach Werten, die keiner Regierung und keiner Notenbank gehören. Physisches Gold und Silber gehören seit Jahrtausenden dazu – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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