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Kettner Edelmetalle
11.02.2026
11:19 Uhr

Brics-Zahlungssystem: Moskaus Traum von der Dollar-Befreiung stößt auf indische Ernüchterung

Während der Westen über Zölle und Handelskriege debattiert, schmiedet Russland im Hintergrund an einer ganz anderen Revolution: einem sanktionsresistenten Zahlungssystem, das die Dominanz des US-Dollars im Welthandel brechen soll. Doch was in der Theorie wie ein geopolitischer Paukenschlag klingt, entpuppt sich in der Praxis als zähes Ringen um Kompromisse – denn ausgerechnet Indien, der aktuelle Brics-Vorsitzende, tritt kräftig auf die Bremse.

Rjabkow fordert Tempo – und meint den Westen

Beim jüngsten Treffen der Brics-Sherpas in Neu-Delhi ließ der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow keinen Zweifel daran, wohin die Reise gehen soll. Er forderte eine grenzüberschreitende Zahlungsinfrastruktur, ein neues Investitionsprogramm und sogar eine eigene Brics-Getreidebörse. Die Mechanismen müssten „resistent gegen feindliche Einflüsse von außen" sein – eine kaum verhüllte Anspielung auf die westlichen Sanktionen, die Russland seit dem Einmarsch in die Ukraine wirtschaftlich unter Druck setzen.

Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu verstehen, was Moskau hier bezweckt. Wer vom internationalen Zahlungsverkehr über SWIFT weitgehend abgeschnitten ist, sucht naturgemäß nach Alternativen. Dass Russland dabei die Brics-Plattform als Vehikel nutzen möchte, überrascht niemanden. Die Frage ist nur: Spielen die anderen mit?

Indiens diplomatischer Eiertanz

Die kurze Antwort lautet: nicht alle, und schon gar nicht bedingungslos. Indien, das Anfang des Jahres den Brics-Vorsitz übernommen hat, verfolgt einen auffallend zurückhaltenden Kurs. Neu-Delhi möchte die Staatengruppe keinesfalls zu einem geopolitischen Gegengewicht zum Westen aufbauen – zu wichtig sind die wachsenden strategischen Beziehungen zu den USA, zu brisant die anhaltenden Grenzspannungen mit China.

Rjabkows diplomatisch verpackte Bemerkung, dass „vieles vom Vorsitz abhängt", dürfte in Wahrheit ein kaum verhohlener Seitenhieb auf Indiens Zögerlichkeit gewesen sein. Denn während Moskau und Peking auf Tempo drängen, will Premierminister Modi den Fokus lieber auf Entwicklungszusammenarbeit und den Globalen Süden legen – ohne dabei Washington zu verprellen. Ein Spagat, der zunehmend schwieriger wird.

Digitale Zentralbankwährungen statt Einheitswährung

Immerhin hat man sich auf einen pragmatischen Kompromiss verständigt. Statt einer gemeinsamen Brics-Währung – ein Projekt, das ohnehin mehr Wunschdenken als Realität war – setzt man nun auf ein System interoperabler digitaler Zentralbankwährungen. Die Mitgliedstaaten könnten damit Handel über elektronische Versionen ihrer jeweiligen Landeswährungen abwickeln, ohne den Dollar vollständig zu ersetzen.

Dieses bescheidenere Ziel hat einen entscheidenden Vorteil: Es zerstreut die Befürchtungen kleinerer Brics-Mitglieder, dass eine gemeinsame Währung letztlich von China dominiert und kontrolliert werden könnte. Denn seien wir ehrlich – wer glaubt ernsthaft, dass Peking bei einer Brics-Einheitswährung nicht die Fäden in der Hand halten würde? Der Yuan als Wolf im Schafspelz einer multilateralen Währung – diese Sorge treibt nicht nur Indien um.

Was bedeutet das für den Westen – und für Anleger?

Die Brics-Gruppe, die seit ihrer Gründung 2009 von fünf auf mittlerweile elf Vollmitglieder angewachsen ist und weitere Partnerstaaten wie Belarus, Usbekistan oder Vietnam aufgenommen hat, repräsentiert einen erheblichen Teil der Weltwirtschaft. Dass diese Staaten nach Alternativen zum dollardominierten Finanzsystem suchen, ist ein Trend, den man nicht ignorieren sollte – auch wenn die internen Widersprüche das Tempo erheblich bremsen.

Für den aufmerksamen Beobachter offenbart sich hier ein fundamentales Problem: Die Brics-Staaten eint vor allem ihre Unzufriedenheit mit der bestehenden Weltordnung. Doch sobald es um konkrete Lösungen geht, treten die massiven Interessengegensätze offen zutage. Russland braucht das System aus purer Not, China will seine Währungsmacht ausbauen, Indien fürchtet genau das, und Länder wie Saudi-Arabien oder die Emirate wollen sich alle Optionen offenhalten.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Diskussion um alternative Zahlungssysteme und die schleichende Dedollarisierung den Goldpreis seit Jahren beflügelt. Zentralbanken weltweit – allen voran jene der Brics-Staaten – haben ihre Goldreserven massiv aufgestockt. In einer Welt, in der das Vertrauen in Papierwährungen und digitale Zahlungssysteme zunehmend auf dem Prüfstand steht, erweist sich das gelbe Edelmetall einmal mehr als zeitloser Anker der Vermögenssicherung. Wer angesichts dieser tektonischen Verschiebungen im globalen Finanzsystem auf physische Edelmetalle als Beimischung im Portfolio setzt, dürfte langfristig gut beraten sein.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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