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Kettner Edelmetalle
10.04.2026
06:30 Uhr

Buchstabensalat als politisches Programm: Kanadische Abgeordnete erfindet das lÀngste Queer-Akronym der Geschichte

Man könnte meinen, es handele sich um einen Tippfehler, einen VerschlĂŒsselungscode oder vielleicht das Ergebnis einer Katze, die ĂŒber eine Tastatur gelaufen ist. Doch weit gefehlt: „MMIWG2SLGBTQQIA+" ist tatsĂ€chlich ein politisch gemeintes Akronym, das eine kanadische Oppositionspolitikerin bei einer offiziellen Pressekonferenz mit todernster Miene in die Kameras sprach. Was klingt wie eine Parodie, ist bitterer Ernst – und ein Symptom einer Gesellschaft, die sich in identitĂ€tspolitischen Sprachlabyrinthen hoffnungslos verirrt hat.

Wenn 18 Buchstaben nicht mehr reichen

Leah Gazan, Abgeordnete der linken New Democratic Party (NDP) im kanadischen Parlament, sorgte am vergangenen Mittwoch fĂŒr internationale Aufmerksamkeit – allerdings nicht mit einem politischen Durchbruch, sondern mit einer Buchstabenfolge, die selbst geĂŒbte Linguisten ins Schwitzen bringen dĂŒrfte. Bei einer Pressekonferenz in Ottawa sprach sie allen Ernstes von einem „andauernden Genozid" an „MMIWG2SLGBTQQIA+"-Personen.

Hinter diesem sprachlichen Monstrum verbirgt sich die Formulierung „Missing and Murdered Indigenous Women, Girls, Two-Spirit, Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Questioning, Intersex and Asexual people" – zu Deutsch also vermisste und ermordete indigene Frauen, MĂ€dchen sowie sĂ€mtliche erdenklichen sexuellen und geschlechtlichen IdentitĂ€ten, die man in ein einziges WortungetĂŒm pressen konnte. Und das Pluszeichen am Ende? Das steht offenbar fĂŒr all jene, die man in diesem ohnehin schon ausufernden Katalog noch vergessen haben könnte.

Der eigentliche Hintergrund: Kampf um Steuergelder

Doch was steckt hinter dem theatralischen Auftritt? Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte umfangreiche Fördermittel fĂŒr identitĂ€tspolitische Inklusionsprogramme auslaufen lassen. Eine Entscheidung, die man durchaus als Zeichen fiskalischer Vernunft werten könnte. Gazan hingegen sieht darin nichts weniger als eine GefĂ€hrdung von Menschenleben. Es sei im „nationalen Interesse", so die Politikerin, das Leben und die Sicherheit der betroffenen Personengruppen zu gewĂ€hrleisten. Mehrere indigene Organisationen, darunter die Native Women's Association of Canada, schlossen sich dem Protest an und forderten die sofortige Wiederaufnahme der gestrichenen Programme.

Man muss kein Zyniker sein, um hier ein bekanntes Muster zu erkennen: Wo immer staatliche Fördertöpfe versiegen, wird reflexartig die Rassismus- oder Genozid-Karte gezogen. Die eigentliche Frage, ob diese Programme tatsĂ€chlich messbare Ergebnisse erzielt haben oder ob sie lediglich eine wachsende BĂŒrokratie identitĂ€tspolitischer FunktionĂ€re alimentierten, wird dabei geflissentlich ĂŒbergangen.

Internationaler Spott und ein Déjà-vu

Die Reaktionen in den sozialen Medien ließen nicht lange auf sich warten. Clips von Gazans Auftritt gingen viral, und der Spott war so vorhersehbar wie berechtigt. Nutzer verglichen das Akronym mit einem sicheren Passwort, andere fragten sich, ob die Politikerin einen Spickzettel benötigt habe, um die Buchstabenfolge fehlerfrei vorzutragen. Es ist nicht das erste Mal, dass Kanada in dieser Hinsicht fĂŒr KopfschĂŒtteln sorgt: Bereits zuvor hatte die kanadische Polizei internationale Aufmerksamkeit erregt, weil auf ihren Dienstwagen statt des ohnehin schon erweiterten LGBT-KĂŒrzels die Variante „2SLGBTQI+" prangte.

Ein Symptom des westlichen Kulturkampfes

Was sich in Kanada abspielt, ist freilich kein isoliertes PhĂ€nomen. Es ist vielmehr die logische Konsequenz einer identitĂ€tspolitischen Spirale, die seit Jahren auch in Europa und insbesondere in Deutschland immer absurdere BlĂŒten treibt. Vom Gendern ĂŒber Pronomen-Debatten bis hin zu immer lĂ€ngeren Buchstabenketten – der Versuch, jede noch so marginale IdentitĂ€t sprachlich sichtbar zu machen, fĂŒhrt am Ende zu einer Sprache, die niemand mehr versteht und die das genaue Gegenteil von Inklusion bewirkt: Entfremdung.

Besonders bemerkenswert ist dabei ein Aspekt, den ein schwuler Kommentator treffend auf den Punkt brachte: Seit der zunehmenden Politisierung und Radikalisierung der Queer-Bewegung wĂŒrden gerade jene Menschen, die eigentlich geschĂŒtzt werden sollten, verstĂ€rkt angefeindet. Wer jahrzehntelang friedlich und akzeptiert in seiner Gemeinschaft lebte, sehe sich plötzlich mit Rechtfertigungsdruck konfrontiert – nicht wegen seiner sexuellen Orientierung, sondern wegen des aggressiven Aktivismus selbsternannter Interessenvertreter.

Die eigentlichen Probleme bleiben ungelöst

WĂ€hrend sich Politikerinnen wie Gazan in immer lĂ€ngeren Akronymen verlieren, bleiben die tatsĂ€chlichen Probleme indigener Gemeinschaften in Kanada – Armut, mangelnde Infrastruktur, fehlende Bildungschancen – weitgehend ungelöst. Doch fĂŒr diese komplexen Herausforderungen gibt es eben keine griffigen Buchstabenkombinationen und keine viralen Pressekonferenzen. Sie erfordern harte Arbeit, pragmatische Lösungen und den Mut, ideologische Scheuklappen abzulegen.

Es wĂ€re den Menschen in Kanada – und auch hierzulande – zu wĂŒnschen, dass sich die politische Klasse wieder auf das Wesentliche konzentriert: auf eine funktionierende Wirtschaft, auf Sicherheit, auf den Zusammenhalt der Gesellschaft. Stattdessen erleben wir eine politische Kultur, die sich in sprachlichen AbsurditĂ€ten verliert und dabei die wirklich drĂ€ngenden Fragen unserer Zeit strĂ€flich vernachlĂ€ssigt. Das Akronym „MMIWG2SLGBTQQIA+" mag in den sozialen Medien fĂŒr GelĂ€chter sorgen. Doch hinter dem Lachen verbirgt sich eine tiefe Erschöpfung – die Erschöpfung einer Gesellschaft, die es leid ist, von ideologisch getriebenen Aktivisten belehrt zu werden, wĂ€hrend die realen Probleme ungelöst bleiben.

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