
Bulgarien tritt der Eurozone bei: Ein fragwürdiges Geschenk zum Jahreswechsel
Während Deutschland ins neue Jahr feiert, vollzieht sich an der Peripherie Europas ein währungspolitisches Experiment von zweifelhafter Tragweite. Bulgarien führt als 21. Mitglied den Euro ein und wird damit das erste Land am Schwarzen Meer, das die Gemeinschaftswährung übernimmt. Was von Brüssel als Erfolgsgeschichte europäischer Integration verkauft wird, wirft bei nüchterner Betrachtung erhebliche Fragen auf.
Das ärmste EU-Land im Währungsverbund
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Bulgarien ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf das ärmste Land der Europäischen Union. Der festgelegte Wechselkurs von rund 1,96 Lew für einen Euro mag auf dem Papier stabil erscheinen, doch die wirtschaftlichen Realitäten vor Ort zeichnen ein anderes Bild. Tausende Bulgaren gingen in den vergangenen Monaten auf die Straßen, um gegen die Euro-Einführung zu protestieren. Ihre Sorgen wurden von den Entscheidungsträgern in Brüssel offenbar geflissentlich ignoriert.
Besonders brisant: Im Korruptionswahrnehmungsindex der Organisation Transparency International belegt Bulgarien den letzten Platz unter allen EU-Mitgliedstaaten. Erst Mitte Dezember trat die bulgarische Regierung nach Massenprotesten gegen Korruption zurück – nach weniger als einem Jahr im Amt. Ein Land in politischer Dauerkrise wird nun also vollständig in den europäischen Währungsverbund integriert.
Die Risiken für die Eurozone
Man muss kein Wirtschaftsexperte sein, um die Gefahren dieser Entwicklung zu erkennen. Die Eurozone hat in der Vergangenheit bereits schmerzhafte Erfahrungen mit wirtschaftlich schwachen Mitgliedern gemacht. Die griechische Schuldenkrise, die Europa jahrelang in Atem hielt, sollte eigentlich als mahnendes Beispiel dienen. Stattdessen öffnet man nun einem Land die Tür, dessen institutionelle Strukturen noch fragiler erscheinen.
Die Frage drängt sich auf: Wer haftet am Ende, wenn das Experiment scheitert? Die deutschen Steuerzahler dürften eine Ahnung haben.
Währungsstabilität als Illusion?
Die Euro-Einführung in Bulgarien reiht sich ein in eine Politik der ständigen Erweiterung, die wenig Rücksicht auf wirtschaftliche Vernunft nimmt. Während die Gemeinschaftswährung durch Inflation und expansive Geldpolitik der EZB ohnehin unter Druck steht, werden weitere Risikofaktoren hinzugefügt. Die Bürger in den wirtschaftlich stärkeren Ländern werden einmal mehr vor vollendete Tatsachen gestellt.
Für all jene, die ihr Vermögen vor den Unwägbarkeiten einer zunehmend fragilen Währungsunion schützen möchten, bleibt der Blick auf bewährte Wertanlagen wie physische Edelmetalle eine überlegenswerte Alternative. Gold und Silber haben über Jahrhunderte ihre Funktion als Wertspeicher bewiesen – unabhängig davon, welche politischen Experimente gerade en vogue sind.

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