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11.08.2026
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Cambridge-Skandal: Erst Plagiats-Affäre, jetzt Islamismus-Vorwurf

Cambridge-Skandal: Erst Plagiats-Affäre, jetzt Islamismus-Vorwurf
Symbolbild: KI-generiert

Die Universität Cambridge kommt nicht zur Ruhe. Kaum ist Professor Jason Arday nach massiven Plagiatsvorwürfen zurückgetreten, steht die nächste Personalie derselben Fakultät im Feuer. Ein Bericht des britischen Magazins The Spectator wirft der Bildungsforscherin Farah Ahmed eine islamistische Vergangenheit vor – und sorgt in Großbritannien für Empörung.

Eine Schrift aus dem Jahr 2002 – und ihre Sprengkraft

Dem Bericht zufolge verfasste Ahmed 2002 für die Organisation Hizb ut-Tahrir eine Schrift mit dem Titel „Education and Identity“, die 2017 erneut veröffentlicht worden sein soll. Darin habe sie „westliche Bildung“ als Bedrohung für die Glaubensüberzeugungen von Muslimen in Großbritannien beschrieben.

Demokratie und Integration habe sie darin verurteilt. Britische Schulen soll sie unter anderem dafür kritisiert haben, dass sie Kindern beibringen, Kinderehen seien falsch. Hizb ut-Tahrir wurde in Großbritannien inzwischen als terroristische Organisation verboten.

In einem Fernsehauftritt habe Ahmed die Frage, ob sie jemals Mitglied der Gruppe gewesen sei, dem Bericht zufolge nicht beantwortet. Eine öffentliche Stellungnahme von ihr zu den aktuellen Vorwürfen liegt uns nicht vor.

Heute Assistant Research Professor – und Steuergeld im Spiel

Heute ist Ahmed laut Universitätsangaben Assistant Research Professor an der Fakultät für Erziehungswissenschaft in Cambridge und Research Fellow am Hughes Hall. Sie forscht zu islamischer Bildungsphilosophie und ist in der Betreuung des akademischen Nachwuchses eingebunden.

Brisant: Laut dem Bericht ist sie weiterhin Treuhänderin jener Trägerorganisation, die zwei Schulen in Haringey und Slough betreibt – Einrichtungen, die im vergangenen Jahr rund 382.000 Pfund öffentliche Mittel erhalten haben sollen. Britische Steuerzahler finanzieren damit Strukturen, deren Umfeld nun im Zentrum einer öffentlichen Debatte steht.

Der Fall Arday: Absturz einer Vorzeige-Karriere

Der Zeitpunkt könnte für Cambridge kaum unglücklicher sein. Jason Arday, 2023 als jüngster schwarzer Professor in der Geschichte der Universität gefeiert, trat am 5. August 2026 mit sofortiger Wirkung von seinem Lehrstuhl und seinem Fellowship am Jesus College zurück – nur Stunden, nachdem die Universität wegen „neuer Informationen“ zu seinen Qualifikationen eine Untersuchung angekündigt hatte.

Ihm wird vorgeworfen, in seiner Dissertation über 180 Passagen anderer Autoren ohne korrekte Kennzeichnung übernommen zu haben. Arday bestreitet die Vorwürfe, räumte gegenüber britischen Medien „Fehler“ ein und sprach von einer rassistisch motivierten Kampagne gegen ihn. Es gilt: Bis zum Abschluss der Untersuchungen sind das Vorwürfe, keine Feststellungen.

Warum das auch deutsche Leser angeht

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Doppelskandal ein Muster, das an deutschen Hochschulen nicht unbekannt ist: Wo Herkunft, Identität und politische Erwünschtheit zu Auswahlkriterien werden, gerät die schlichte Frage nach wissenschaftlicher Qualität leicht ins Hintertreffen. Ein Kritiker warf der Universität in britischen Medien vor, Arday sei als „Gesicht“ der Diversitätsagenda eingestellt worden.

Cambridge war jahrhundertelang ein Synonym für akademische Exzellenz. Reputation aber ist wie Vertrauen in eine Währung: über Generationen aufgebaut – und in wenigen Wochen ruiniert.

Wer nun an Aufklärung interessiert ist, dürfte vor allem eines verlangen: dass die Universität selbst offenlegt, wie beide Berufungen zustande kamen. Alles andere wäre ein Offenbarungseid.

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