
Chaos am Hauptstadtflughafen: BER kapituliert vor dem Winter

Was für ein Armutszeugnis für die deutsche Infrastruktur: Der Berliner Flughafen BER, ohnehin schon ein Symbol für deutsches Planungsversagen, muss seinen Betrieb wegen Blitzeis komplett einstellen. Die Flächen seien „spiegelglatt", es bestehe „Gefahr für Leib und Leben", so ein Sprecher des Flughafens. Man fragt sich unweigerlich: Ist Deutschland nicht mehr in der Lage, einen Flughafen bei winterlichen Bedingungen zu betreiben?
Totaler Stillstand: Weder Starts noch Landungen möglich
Bereits am Donnerstagabend musste der Flugbetrieb eingestellt werden. Gefrierender Regen hatte die Start- und Landebahnen in gefährliche Eisflächen verwandelt. Auch am Freitag blieb die Situation unverändert kritisch. Wann der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden kann, vermochte niemand zu sagen. Eine Planungssicherheit für die zahlreichen gestrandeten Passagiere? Fehlanzeige.
Die Probleme hatten sich bereits im Laufe des Donnerstags dramatisch zugespitzt. Nach gefrierendem Regen am Morgen konnten zunächst keine Maschinen mehr abheben. Das Enteisen der Flugzeuge – ein Vorgang, der normalerweise routiniert ablaufen sollte – nahm jeweils bis zu einer Stunde in Anspruch. Der erste Flieger hob erst am späten Vormittag ab, doch da war das Chaos bereits perfekt.
Massenhaft Flugausfälle und verärgerte Passagiere
Von den ursprünglich 180 geplanten Starts wurden bis zur Mittagszeit bereits 35 komplett gestrichen. In den folgenden Stunden kamen weitere Dutzende Ausfälle hinzu. Fluggäste mussten stundenlange Wartezeiten erdulden, ohne zu wissen, ob ihre Maschine überhaupt noch abheben würde. Ein Szenario, das man eher aus Entwicklungsländern kennt als vom Hauptstadtflughafen einer der größten Volkswirtschaften der Welt.
Der Deutsche Wetterdienst hatte zwar vor den erhöhten Risiken durch Glatteis im Westen und Nordwesten Brandenburgs gewarnt. „Es besteht hohe Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eisansatz", so die offizielle Warnung. Doch die Frage drängt sich auf: Warum ist ein moderner Flughafen nicht besser auf solche – keineswegs ungewöhnlichen – Winterbedingungen vorbereitet?
Ein Flughafen, der zum Sinnbild deutscher Misswirtschaft wurde
Der BER ist längst zum Symbol für alles geworden, was in Deutschland schiefläuft. Jahre der Bauverzögerungen, explodierende Kosten in Milliardenhöhe, technische Pannen ohne Ende – und nun auch noch die Unfähigkeit, bei etwas Winterwetter den Betrieb aufrechtzuerhalten. Andere Flughäfen in Skandinavien oder Kanada meistern deutlich härtere Bedingungen routiniert. Doch am deutschen Hauptstadtflughafen reicht offenbar schon gefrierender Regen, um den kompletten Stillstand auszulösen.
Diese Episode reiht sich nahtlos ein in das Bild eines Landes, dessen Infrastruktur zunehmend marode wird. Während die Politik sich mit ideologischen Debatten beschäftigt, verfällt die Substanz. Brücken werden gesperrt, Bahnstrecken sind chronisch verspätet, und nun steht auch noch der Hauptstadtflughafen bei etwas Eis still. Es ist höchste Zeit, dass sich die Prioritäten in diesem Land wieder verschieben – weg von symbolpolitischen Projekten, hin zu einer funktionierenden Grundversorgung.

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