
China-Offensive auf Europas Straßen: VW schwächelt, BYD verdoppelt!

Europas Automarkt wächst, nur eben nicht für Volkswagen. Laut den neuen Zahlen des Branchenverbands ACEA stiegen die Neuzulassungen in der EU im September 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent auf 971.048 Fahrzeuge. Den Ton geben dabei chinesische Hersteller und Tesla an, während Deutschlands größter Autokonzern zurückfällt.
Wolfsburg verliert, Peking legt zu
Volkswagen kam im September auf 4,1 Prozent weniger Zulassungen als vor einem Jahr. Stellantis, der Mutterkonzern von Peugeot, Fiat und Opel, legte im selben Zeitraum um 4,7 Prozent zu. Für den Konzern aus Wolfsburg ist das unangenehm.
Bei der Konkurrenz aus Fernost sieht es ganz anders aus:
- Geely: plus 33,2 Prozent auf 31.225 Fahrzeuge
- BYD: plus 111,4 Prozent auf 28.309 Fahrzeuge
- SAIC Motor: plus 24,8 Prozent auf 22.978 Fahrzeuge
- Chery: plus 223,8 Prozent auf 20.707 Fahrzeuge
Zusammen kommen diese vier Konzerne auf 103.219 Neuwagen. Das entspricht gut 10,6 Prozent aller EU-Zulassungen. Vor wenigen Jahren hat man in Europa über Autos aus China noch gelächelt. Heute ist mehr als jeder zehnte Neuwagen in der EU ein Modell dieser vier Hersteller.
Auch Tesla wächst wieder deutlich. Nach dem Imageschaden durch die Nähe von Elon Musk zu Donald Trump stiegen die Zulassungen der Amerikaner um 78,6 Prozent auf 45.866 Einheiten.
Iran-Krieg und Steuergeld treiben den Boom
Den größten Wandel zeigen die Antriebsarten. Reine Elektroautos legten im EU-Schnitt um 72,9 Prozent zu, Plug-in-Hybride um 11,7 Prozent und Vollhybride um 7,3 Prozent. Benziner verloren dagegen 23,4 Prozent, Diesel sogar 29,6 Prozent.
Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Der Krieg mit dem Iran treibt seit Monaten die Spritpreise nach oben, und an der Zapfsäule wird der Wechsel zum Stromer für viele zur Rechenfrage. Außerdem gibt es in Deutschland seit Mai ein neues staatliches Förderprogramm für Elektroautos. Die Folge: Im September lagen die Elektro-Zulassungen hierzulande 94,7 Prozent über dem Vorjahr. Medienberichten zufolge wurden in Deutschland im September 88.599 reine Elektroautos neu zugelassen, ein Marktanteil von rund 34,5 Prozent.
Auf die Dauer ist das gefährlich. Ein Boom, der zu einem großen Teil vom Steuerzahler bezahlt wird, kann schnell wieder abbrechen. Das hat schon das abrupte Ende der Umweltprämie im Dezember 2023 gezeigt. Damals brach der Markt ein. Die Kosten tragen am Ende die Bürger, und zwar über ihre Steuern.
Hybride bleiben Europas Lieblinge
Nach Angaben von ACEA bleiben Hybridfahrzeuge die beliebteste Antriebsart. Von Januar bis September 2026 wurden 3.090.530 Hybride neu zugelassen, das sind 36,3 Prozent des Marktes. Batterieelektrische Autos kamen auf 1.931.465 Einheiten und einen Anteil von 22,7 Prozent, nach 16,1 Prozent im Vorjahr. Plug-in-Hybride erreichten 860.257 Fahrzeuge und 10,1 Prozent.
Benziner und Diesel kommen zusammen nur noch auf 28,2 Prozent, vor einem Jahr waren es 36,9 Prozent. Beim Elektroauto wuchsen laut ACEA vor allem Frankreich (plus 79,1 Prozent), Deutschland (plus 58,1 Prozent) und Dänemark (plus 40,3 Prozent).
Wer profitiert wirklich?
Bleibt die Frage, wem die deutschen Fördermilliarden am Ende nützen. Wenn der Staat den Kauf von Elektroautos bezuschusst und gleichzeitig BYD und Chery ihre Zulassungen verdoppeln oder sogar verdreifachen, landet Steuergeld womöglich zu einem guten Teil bei der Konkurrenz aus China. Kritiker der Industriepolitik sehen darin seit Langem ein Problem.
Volkswagen, BMW und Mercedes leiden ohnehin unter hohen Energiekosten, viel Bürokratie und den US-Zöllen. Aus Sicht unserer Redaktion müsste die Politik ehrlich bilanzieren: Eine Branche, die nur mit Subventionen wächst, ist nicht wettbewerbsfähig. Ohne günstigere Standortbedingungen in Deutschland dürfte der Abstand zu China weiter wachsen.
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