
Chinas Finanzelite im Visier: Ex-Regulierer Fang Xinghai wird zum nächsten Bauernopfer der Anti-Korruptions-Kampagne

Es ist ein Schauspiel, das sich in der Volksrepublik China mit ermüdender Regelmäßigkeit wiederholt: Wieder einmal fällt ein hochrangiger Finanzfunktionär in Ungnade, wieder einmal spricht die staatliche Disziplinarbehörde von den obligatorischen „schwerwiegenden Rechts- und Disziplinarverstößen“ – ein euphemistischer Deckmantel, hinter dem sich Vorwürfe von Korruption und Amtsmissbrauch verbergen. Diesmal trifft es Fang Xinghai, den einstigen Vizevorsitzenden der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde CSRC.
Ein Karrierist von Weltformat gerät ins Räderwerk
Wie die zentrale Kommission für Disziplinarinspektion (CCDI) am Freitag verkündete, befinde sich der 62-Jährige nunmehr unter Untersuchung. Fang, der zwischen Oktober 2015 und Juli 2024 sein Amt bekleidete, ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Mit einem Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften der renommierten Stanford University in der Tasche, einer Vergangenheit als Ökonom bei der Weltbank und als einer jener Rückkehrer, die Ende der 1990er Jahre ihr im Westen erworbenes Wissen nach China trugen, galt er lange als Aushängeschild einer weltgewandten Finanzkaste.
Bevor er zur CSRC wechselte, bekleidete Fang eine Führungsposition an der Börse in Shanghai und war einer der zentralen Ansprechpartner der Metropole für ausländische Investoren. Ausgerechnet dieser Mann, der das Gesicht des chinesischen Finanzmarktes gegenüber dem Ausland verkörperte, wird nun zum Gejagten.
Ein Muster, das Bände spricht
Man muss kein Kenner der undurchsichtigen Pekinger Machtapparate sein, um zu erkennen, dass hier ein System am Werk ist. Erst Ende April traf es Fangs früheren Kollegen Yi Huiman, der zwischen 2019 und 2024 die Behörde geführt hatte. Ihm wurde vorgeworfen, seine Stellung genutzt zu haben, um sich Vorteile bei Beförderungen, Börsenzulassungen und Kreditvergaben zu verschaffen – und dabei, so die CCDI, „gewaltige Bestechungssummen“ kassiert zu haben.
Wenn ein autoritärer Staat seine eigenen Finanzwächter reihenweise abserviert, dann steht meist mehr auf dem Spiel als bloße Gerechtigkeit.
Der Zeitpunkt dieser Enthüllung ist bemerkenswert. Denn just in dieser Woche mühen sich Chinas Staatsorgane, den strauchelnden Aktienmarkt zu stabilisieren. In einer konzertierten Aktion kauften staatliche Institutionen Aktien auf, um dem Kursverfall Einhalt zu gebieten. Man fragt sich unweigerlich: Dient die Jagd auf einstige Regulierer womöglich auch dazu, von den tieferliegenden Problemen eines Finanzsystems abzulenken, das auf tönernen Füßen steht?
Was der Westen daraus lernen sollte
Für den deutschen Anleger offenbart dieser Vorgang eine unbequeme Wahrheit: Wer sein Vermögen einem System anvertraut, in dem Papierwerte auf Knopfdruck von staatlicher Hand gestützt und Aufseher nach Belieben aus dem Verkehr gezogen werden, spielt ein riskantes Spiel. Aktienmärkte, ob in Peking, Frankfurt oder New York, bleiben letztlich Konstrukte, deren Wert von politischem Wohlwollen und dem Vertrauen der Öffentlichkeit abhängt.
Physisches Gold und Silber hingegen kennen weder Disziplinarkommissionen noch Bilanzskandale. Sie brauchen keine staatlichen Stützungskäufe und lassen sich nicht durch die Willkür einer Behörde entwerten. Wer sein Portefeuille krisenfest aufstellen möchte, tut gut daran, den greifbaren Werten einen festen Platz einzuräumen – als solides Fundament in einer Welt, in der das Vertrauen in Institutionen zunehmend bröckelt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Für Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich. Wir empfehlen ausdrücklich, vor jeder Investition eigenständig zu recherchieren und im Zweifel einen unabhängigen Fachberater zu konsultieren.

Deutschland Deutschland Das große Live-Webinar am 29. Juli – wie Sie Ihr Vermögen schützen, ohne auszuwandern
Live mit Marc Friedrich, Peter Hahne, Philip Hopf, Gerald Grosz, Kay Gottschalk & Tim Kellner – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

MarcFriedrich

PeterHahne

PhilipHopf

GeraldGrosz

KayGottschalk

TimKellner
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik


















