
Chinesischer Riese greift nach deutschem Traditionsunternehmen: Anta wird größter Puma-Aktionär
Ein weiteres Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte wechselt in ausländische Hände. Der chinesische Sportartikelgigant Anta übernimmt für stolze 1,51 Milliarden Euro einen Anteil von rund 29 Prozent am kriselnden fränkischen Sportartikelhersteller Puma. Damit wird das Unternehmen aus der ostchinesischen Stadt Jinjiang zum größten Anteilseigner des deutschen Traditionskonzerns – ein Deal, der einmal mehr die schwindende wirtschaftliche Souveränität Deutschlands vor Augen führt.
Die Pinaults ziehen sich zurück
Die französische Milliardärsfamilie Pinault, die über ihre Luxusholding Artemis bislang die Fäden bei Puma zog, verabschiedet sich aus dem Engagement. François-Henri Pinault hatte die Beteiligung bereits im vergangenen September als „interessant", aber „nicht strategisch" bezeichnet – eine diplomatische Umschreibung dafür, dass man das sinkende Schiff verlassen wollte. Artemis selbst steht wegen hoher Verschuldung unter erheblichem Druck.
Der gebotene Preis von 35 Euro je Aktie entspricht einem bemerkenswerten Aufschlag von 62 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Die Puma-Aktie reagierte zunächst euphorisch und stieg zum Handelsstart um bis zu 21,2 Prozent, gab in der Folge jedoch wieder nach. Ein Strohfeuer an der Börse, das die fundamentalen Probleme des Unternehmens kaum überdecken kann.
Vom Weltkonzern zum Sanierungsfall
Die Lage bei Puma ist dramatisch. Der einstige drittgrößte Sportartikelhersteller der Welt hat seine Position längst an Konkurrenten wie Skechers verloren. Während der Erzrivale Adidas mit Retro-Modellen wie Samba und Gazelle triumphiert, rutschte Puma tief in die Verlustzone. Der Aktienkurs ist in den vergangenen drei Jahren um mehr als zwei Drittel eingebrochen – eine Entwicklung, die Aktionäre und Mitarbeiter gleichermaßen schmerzt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres sanken die Umsätze um acht Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von mehr als 300 Millionen Euro. Der neue Vorstandschef Arthur Höld, der von Adidas zu Puma wechselte, räumte unumwunden ein, dass die Marke an Begehrlichkeit verloren habe.
Stellenabbau als bittere Medizin
Die Konsequenzen sind brutal: Rund 900 der 7000 Stellen in der Verwaltung sollen gestrichen werden, nachdem bereits 500 Arbeitsplätze abgebaut wurden. Der Versuch, mit dem Speedcat-Modell an den Retro-Trend anzuknüpfen, scheiterte kläglich – die Nachfrage in den USA und Europa blieb weit hinter den Erwartungen zurück.
Antas globaler Expansionshunger
Der chinesische Konzern hat sich in den vergangenen Jahren vom schlichten Auftragsfertiger zu einem der wertvollsten Sportartikelhersteller der Welt entwickelt. Die Übernahme westlicher Marken gehört zur Kernstrategie: Fila, der deutsche Outdoorhersteller Jack Wolfskin und ein Anteil von über 40 Prozent am finnischen Sportartikelhersteller Amer – dem unter anderem Arcteryx, Salomon und Wilson gehören – befinden sich bereits im Portfolio.
Anta-Chef Ding Shizhong sprach von einem „Meilenstein für die globale Multimarken-Strategie" und betonte den Wert der Marke Puma: „Eine derart starke Marken-DNA und ein so wertvolles Markenerbe sind selten." Man wolle die „fortlaufende Wiederbelebung der Marke unterstützen".
Ein Symptom für größere Probleme
Der Einstieg von Anta bei Puma ist mehr als nur eine Unternehmenstransaktion – er ist ein weiteres Symptom für den schleichenden Ausverkauf deutscher Wirtschaftskraft. Während die Bundesregierung sich mit ideologischen Projekten beschäftigt, wandern Traditionsunternehmen in ausländische Hände. Die Frage, ob ein chinesischer Großaktionär tatsächlich im Interesse deutscher Arbeitsplätze und des Standorts Deutschland handeln wird, bleibt unbeantwortet.
Der Deal muss noch von den Wettbewerbsbehörden und den Anta-Aktionären genehmigt werden. Nach Abschluss der Transaktion will Anta Sitze im Puma-Aufsichtsrat anstreben – und damit direkten Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens nehmen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Die in diesem Artikel dargestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken.

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