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09.06.2026
08:35 Uhr

„Cosmo“ vor dem Aus: Wie ein Millionengrab des Zwangsgebühren-Funks das linke Lager in Aufruhr versetzt

„Cosmo“ vor dem Aus: Wie ein Millionengrab des Zwangsgebühren-Funks das linke Lager in Aufruhr versetzt

Es ist ein Schauspiel, das man so nur im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk erleben kann: Ein Radiosender, der jährlich rund eine Million Euro an Gebührengeldern verschlingt, soll nach 27 Jahren endlich abgewickelt werden – und plötzlich heulen die immer gleichen Stimmen wie ein Chor der Empörten auf. Die Rede ist von „Cosmo“, dem selbsternannten „vielfältigsten und migrantischsten“ Radioprogramm der Republik, finanziert von WDR, Radio Bremen und dem RBB. Auf Deutsch: bezahlt vom Beitragszahler, der zu kaum etwas weniger gefragt wird als zu seiner Meinung.

Ein Sender, den fast niemand hört – aber alle retten wollen

Beginnen wir mit den nackten Zahlen, denn die sind in dieser Geschichte das vielleicht entlarvendste Detail. „Cosmo“ erreichte zuletzt einen Reichweitenanteil von mageren 0,4 Prozent. Das entspricht 254.000 Hörern. Zum Vergleich: „SWR 3“ kommt auf 21,8 Prozent und damit auf rund 3,5 Millionen Hörer – fast vierzehnmal so viele. Anders formuliert: Hier wird ein Programm mit Millionenbeträgen am Leben gehalten, das die Republik schlicht nicht hören will. Selbst jene „migrantische Community“, für die der Sender angeblich unverzichtbar sei, schaltet offenbar lieber etwas anderes ein.

Doch der Grund für die geplante Einstellung ist gar nicht erst eine späte Einsicht in die Verschwendung, sondern der Reformstaatsvertrag, der die ARD-Anstalten zwingt, ihre Radioprogramme zu reduzieren. Die Redaktion soll im Jugendsender „1Live“ aufgehen, ein neues Format namens „1Live Street“ ist geplant, und „Cosmo“ wäre bis April 2027 faktisch Geschichte.

Die übliche Verdächtigen-Galerie läuft Sturm

Kaum war die Entscheidung bekannt, formierte sich die altbekannte Phalanx. Unter dem Banner „Save Cosmo Radio!“ wurde eine Petition gestartet, und die Liste der Unterstützer liest sich wie das Who-is-Who des linken Milieus. Mit dabei: ZDF-Satiriker Jan Böhmermann, Klima-Aktivistin Luisa Neubauer, die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth – und, man höre und staune, sogar der Verband der Dönerproduzenten Deutschlands. Böhmermann nannte die Pläne in seinem Podcast „das Allerletzte, das Allerdümmste“ und „mega-schief“. Starke Worte für einen Mann, dessen eigenes Wirken im Gebührenfunk so manchen Beitragszahler ratlos zurücklässt.

„Cosmo“ stehe in einer Zeit, in der die Demokratie gefährdet sei, „wie kein anderes“ Radioprogramm für „das Zusammenleben in kultureller Diversität“ – so die Begründung der Petenten.

Man muss sich diese Argumentation auf der Zunge zergehen lassen: Ein Sender mit 0,4 Prozent Reichweite soll der letzte Wall gegen den Untergang der Demokratie sein. Wer so argumentiert, hat entweder ein dramatisch überzogenes Selbstbild oder ein sehr handfestes Eigeninteresse.

Von der Gastarbeiter-Idee zur Ideologie-Schleuder

Dabei begann die Geschichte des Senders durchaus mit einem nachvollziehbaren Gedanken. 1998 als „Funkhaus Europa“ ins Leben gerufen, später in „Cosmo“ umbenannt, sollte das Programm der seit den 60er-Jahren wachsenden Zahl ausländischer Gastarbeiter ein Stück Heimat bieten – mit Musik in Türkisch, Kurdisch oder Italienisch. Eine charmante Idee aus einer anderen Zeit.

Doch was ist daraus geworden? Heute ist „Cosmo“ weniger für seinen Musikmix bekannt als für links-ideologische Beiträge, die auf Instagram in schöner Regelmäßigkeit Wellen schlagen. Da behauptet eine Aktivistin allen Ernstes, es sei eine Form von Rassismus, einem asiatischen Menschen zu sagen, er könne gut rechnen. Da beklagt der Sender, dass bei den Olympischen Spielen in Paris „kaum Trans*-Athlet:innen“ angetreten seien – als sei es ein gesellschaftlicher Missstand, dass im Frauensport zu wenige biologische Männer mitliefen.

Wenn Satire zur Beleidigung der eigenen Kultur wird

Besonders aufschlussreich ist ein Clip, in dem eine Influencerin, die zuvor schon Frauen ohne Kopftuch als „halbnackt“ bezeichnete und sich über deutsche Frauen als „Alman-Sabines“ lustig machte, eine fiktive Restaurantszene spielt. Darin wird eine Protagonistin von unfreundlichem deutschen Personal abgespeist – am Ende landen nackte Kartoffeln ohne Beilage auf dem Teller. Garniert mit der Zeile „Deutschland. Was bleibt, ist die Satire“. Vorurteile gegenüber der deutschen Kultur scheinen für diesen Sender kein Problem zu sein, solange sie in die richtige Richtung zeigen. Man stelle sich für einen Moment vor, ein gebührenfinanzierter Sender würde umgekehrt eine andere Kultur derart durch den Kakao ziehen – der Aufschrei wäre ohrenbetäubend.

Eigeninteressen, hübsch verpackt als „Vielfalt“

Auffällig ist auch, wer hier besonders laut für den Erhalt trommelt. Viele der protestierenden Musiker, darunter Peter Fox und Trettmann, werden bei „Cosmo“ selbst gespielt. Zahlreiche Unterstützer sind ohnehin Teil des öffentlich-rechtlichen Apparats. Es ist ein bemerkenswertes Phänomen, wenn der Gebührenfunk sich selbst rettet, finanziert vom Bürger, der dazu nie befragt wurde. Die hehre Begründung „Vielfalt“ entpuppt sich bei näherem Hinsehen verdächtig oft als schlichtes Eigeninteresse.

Auch die Politik schaltet sich erwartungsgemäß ein. Die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial nennt die Entscheidung „falsch“, der SPD-Queerbeauftragte Alfonso Pantisano, der Linkenpolitiker Ferat Koçak und natürlich Claudia Roth stehen Gewehr bei Fuß. Dass es längst zahlreiche migrantisch ausgerichtete Formate im Gebührenfunk gibt und dass echte Integration vielleicht eher dadurch gelänge, dass man die für alle gedachten Angebote nutzt, statt sich in immer neue Nischen zurückzuziehen – diesen Gedanken sucht man in den Statements vergeblich.

Ein Lehrstück über den aufgeblähten Gebührenapparat

Was bleibt, ist ein Lehrstück über ein System, das längst aus dem Ruder gelaufen ist. Ein Sender, der kaum gehört wird, soll mit allen Mitteln am Leben gehalten werden, weil er ideologisch als unverzichtbar gilt. Wer es wagt, an dieser heiligen Kuh zu rütteln, dem wird sogleich vorgeworfen, „die Medienpolitik der AfD“ zu betreiben. Es ist genau diese Reflexhaftigkeit, dieses Unvermögen, Verschwendung von Sinnhaftigkeit zu trennen, die das Vertrauen großer Teile der Bevölkerung in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zerstört hat. Und es ist ein Spiegelbild jener politischen Großwetterlage, in der ideologische Symbolpolitik regelmäßig über wirtschaftliche Vernunft gestellt wird.

Dass ein Sender mit 0,4 Prozent Reichweite überhaupt erst zur Debatte stand, ist kein Skandal – der eigentliche Skandal ist, dass er so lange unangetastet existieren durfte. Die Existenz wurde zum Selbstzweck. Und während der gebeutelte Beitragszahler weiter zur Kasse gebeten wird, debattiert das linke Lager mit hochrotem Kopf, ob man sich diesen Luxus nicht doch leisten müsse. Die Mehrheit der Deutschen, das darf man getrost behaupten, hat für solche Prioritäten schon lange kein Verständnis mehr.

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