
Das Ende der Goldpreismanipulation? Warum das Kartenhaus der Papiermärkte vor dem Einsturz steht

Jahrzehntelang haben Anleger, die an die zeitlose Kraft des Goldes glaubten, über die systematische Unterdrückung des Goldpreises durch Derivatemärkte geklagt. Was lange als Verschwörungstheorie abgetan wurde, könnte sich nun als bittere Realität entpuppen – eine Realität, die das gesamte westliche Finanzsystem in seinen Grundfesten erschüttern dürfte.
Gold ist Geld – alles andere ist Kredit
Es klingt wie eine Binsenweisheit, und doch hat die westliche Finanzwelt diese fundamentale Wahrheit seit Jahrzehnten verdrängt: Gold ist in nahezu jeder nationalen Rechtsordnung gesetzliches Geld, während Währungen lediglich minderwertiger Kredit sind – also aufgeschobene Zahlungsversprechen. Bereits im römischen Recht wurde diese Unterscheidung klar getroffen. Dass das westliche Finanzestablishment diese Tatsache ignoriert, ändert nichts an ihrer Gültigkeit.
Die Geschichte ist in dieser Hinsicht gnadenlos. Immer wenn Regierungen versuchten, ihre Papierwährungen an die Stelle des Goldes zu setzen, endete dies im Desaster. Immer. Ohne Ausnahme. Und doch wiederholt sich dieses Schauspiel mit der Regelmäßigkeit eines Naturgesetzes – getrieben von der Hybris politischer Entscheidungsträger, die glauben, die ökonomische Schwerkraft außer Kraft setzen zu können.
Der dreifache Angriff auf das Gold
Nach den inflationären Siebzigerjahren, die das 1971 etablierte Dollar-basierte Fiat-Währungssystem beinahe zerstört hätten, ersannen die Strategen im US-Finanzministerium einen ausgeklügelten Dreifachplan, um Gold als monetären Konkurrenten endgültig auszuschalten.
Erstens: Die Umgestaltung des Finanzsystems
Die Banken sollten die Kontrolle über den Wertpapierhandel von der Brokerage-Industrie übernehmen. Londons „Big Bang" Mitte der Achtzigerjahre, auf Geheiß des US-Finanzministeriums von der Thatcher-Regierung umgesetzt, war das sichtbarste Ergebnis dieser Strategie. Eine kapitalstarke, von Banken finanzierte Wertpapierindustrie sollte einen ewigen Bullenmarkt bei Finanzanlagen garantieren – einschließlich Staatsanleihen – und damit eine unerschöpfliche Nachfrage nach Dollar sicherstellen.
Zweitens: Die Manipulation der Statistiken
Die Berechnungsmethoden für zentrale Wirtschaftsindikatoren wie Verbraucherpreisinflation und Arbeitslosenzahlen wurden systematisch „reformiert". Man gab der Regierung damit ein Maß an Kontrolle über diese Zahlen, das die Illusion von Währungsstabilität erzeugte. Nicht nur wurden dadurch die Indexierungskosten für Renten und Sozialleistungen gedrückt – auch die Zinssätze konnten niedriger gehalten werden, als es die Realität eigentlich erfordert hätte. Sämtliche Wirtschaftsstatistiken werden von Regierungsbehörden produziert, die diese Informationen kontrollieren. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Drittens: Die Derivate-Flut
Die dritte und vielleicht perfideste Maßnahme war die Sanktionierung und aktive Förderung der Derivatemärkte. Durch deren massive Ausweitung sollte spekulative Nachfrage von den physischen Goldmärkten abgezogen werden. Das Ziel war unmissverständlich: Den Goldpreis niedrig halten, um den Status des Dollars als Tauschmittel nicht zu gefährden. Dies bildete die Grundlage für die gewaltige Expansion des Goldhandels an der Londoner LBMA und der Gold-Futures unter Kontrolle der großen US-Banken, die gelegentlich als Agenten des Exchange Stabilisation Fund agierten.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Die Dimensionen dieser Papiergold-Maschinerie sind atemberaubend. In London wurden 1998 täglich 44 Millionen Unzen abgewickelt, damals mit einem Wert von rund 13 Milliarden Dollar. Im vergangenen Dezember waren es noch 17 Millionen Unzen – doch bei den gestiegenen Preisen belief sich der Wert bereits auf 71 Milliarden Dollar. Die sinkenden Abwicklungsmengen bei gleichzeitig um das 4,5-fache gestiegenem Wert illustrieren das Problem, vor dem die Papiermärkte nun stehen.
An der Comex zeigt sich die Lage womöglich noch dramatischer: Zwischen 2010 und 2018 betrug die durchschnittliche Brutto-Short-Position der Swap-Kategorie – hauptsächlich bestehend aus Bullionbank-Händlern – rund 15 Milliarden Dollar. Heute liegt sie bei 112 Milliarden Dollar. Die Netto-Position stieg von durchschnittlich 7 Milliarden auf 90 Milliarden Dollar. Diese Zahlen sind nicht weniger als ein Alarmsignal.
Physisches Gold verlässt den Westen – unwiderruflich
Was die Situation für die westlichen Papiermärkte besonders brisant macht: Physisches Gold wird derzeit in beispiellosem Tempo aus London und New York abgezogen. Zentralbanken und asiatische Käufer – sowohl institutionelle als auch private – saugen den Markt regelrecht leer. London steuert auf eine handfeste Liquiditätskrise bei verfügbarem Goldbarren zu, während die Comex-Positionen für die Bullionbank-Händler immer unkontrollierbarer werden.
Die Hoffnung des Goldhandels-Establishments, dass die Nachfrage nach physischem Gold nachlassen und eine Attacke auf bullische Spekulanten ermöglichen würde, erweist sich als Pfeifen im Walde. Der Wind bläst mit zunehmender Stärke – angetrieben von einer Mischung aus Geopolitik und wachsendem Kreditrisiko des Fiat-Dollars. Kurz gesagt: Die Gold-Derivatemärkte treiben auf die Klippen einer Krise zu.
Rohstoffe in Gold bewertet: Eine verblüffende Stabilität
Wer noch immer Zweifel an der monetären Überlegenheit des Goldes hegt, dem sei ein einfacher Vergleich ans Herz gelegt: Bewertet man Industriemetalle und Energiepreise in Dollar, so sind sie über die Jahrzehnte um ein Vielfaches gestiegen – mit enormer Volatilität. Bewertet man dieselben Rohstoffe hingegen in Gold, zeigen sie eine bemerkenswerte Stabilität. Gold bewahrt Kaufkraft. Der Dollar vernichtet sie. So einfach ist das.
Die sich abzeichnenden Probleme bei den Papiergold-Kontrakten werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in steigenden Dollar-Preisen für Rohstoffe generell niederschlagen. Und der Katalysator für eine Implosion der Rohstoff- und Energiederivate ist – Gold.
Das Kartenhaus wankt
So wie Derivate die Gold- und Rohstoffpreise seit den Achtzigerjahren unterdrückt haben, wird ihr Ende eine Explosion der physischen Ersatznachfrage auslösen. Die Kontraktion der ausstehenden Rohstoffderivate wird nicht ohne Unfälle vonstatten gehen. Banken werden mit enormen Abschreibungen konfrontiert sein, und zweifellos werden einige Rettungsaktionen durch die Behörden arrangiert werden müssen. Und es gibt keinerlei Garantie, dass andere Derivatemärkte – etwa Zinsswaps oder Devisenderivate – ungeschoren davonkommen, da die Gegenparteien in all diesen Märkten vielfach identisch sind.
Für den deutschen Bürger, der ohnehin schon unter der schleichenden Geldentwertung leidet – befeuert durch die Schuldenpolitik der Bundesregierung mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das in Wahrheit nichts anderes als Sonderschulden sind –, sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Während die Politik weiterhin so tut, als könne man Wohlstand durch Gelddrucken erzeugen, erinnert uns Gold an eine unbequeme Wahrheit: Echtes Geld lässt sich nicht aus dem Nichts erschaffen.
Die Weisheit des römischen Rechts kehrt zurück
Was wir derzeit erleben, ist nichts Geringeres als die Korrektur von 55 Jahren Fiat-Währungsverzerrungen. Die Weisheit der antiken römischen Gesetzgeber, die den Unterschied zwischen Geld und Kredit klar definierten, wird durch die globalen Märkte zwangsweise wiederhergestellt. Und diese Korrektur, so deutet alles darauf hin, wird kein sanfter Übergang sein, sondern ein finanziell gewaltsames Ende finden.
Für vorausschauende Anleger bedeutet dies: Physisches Gold und Silber sind keine Spekulation – sie sind eine Versicherung gegen das Versagen eines Systems, das auf dem Fundament von Schulden, Manipulation und politischer Hybris errichtet wurde. Wer in Zeiten wie diesen nicht zumindest einen Teil seines Vermögens in physischen Edelmetallen hält, der vertraut blind darauf, dass diesmal alles anders sein wird. Die Geschichte lehrt uns das Gegenteil.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers. Wir empfehlen dringend, vor jeder Investitionsentscheidung eine eigene, gründliche Recherche durchzuführen und gegebenenfalls einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren.
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