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Deal-Poker im Weißen Haus: Trump verspricht Russland-Abkommen für Europa

Deal-Poker im Weißen Haus: Trump verspricht Russland-Abkommen für Europa
Symbolbild: KI-generiert

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag im Oval Office ein „sehr großes“ Abkommen mit Russland angekündigt, das weit über die Ukraine hinausreichen soll. Zuvor hatte er im Weißen Haus Kreml-Berater Kirill Dmitrijew empfangen. Das Abkommen könne nach Trumps Worten sogar „ganz Europa“ betreffen. Was genau darin stehen soll, verriet er nicht.

Große Worte, keine Details

Typisch Trump: viel Superlativ, wenig Substanz. Über den Inhalt der Gespräche könne er nichts sagen, erklärte der Präsident vor Journalisten. Eines aber sei sicher, ließ er wissen:

„Es wird eine Übereinkunft geben, es wird eine große Übereinkunft geben.“

Er legte noch einmal nach: Es werde „ein großes, schönes Abkommen werden, und alle werden begeistert sein“. Mit den ukrainischen Vertretern habe er sich an diesem Tag allerdings nicht getroffen. Und genau hier wird es heikel. Wenn in Washington über die Zukunft eines ganzen Kontinents gesprochen wird, stellt sich eine unbequeme Frage: Wo sitzen eigentlich die Europäer am Tisch?

Dmitrijew ist kein Unbekannter. Er leitet den russischen Staatsfonds RDIF und gilt seit Langem als einer der wichtigsten Gesprächskanäle zwischen Kreml und Trump-Lager. Dass ausgerechnet er im Weißen Haus ein und aus geht, spricht Bände über die Gewichtsverschiebungen in diesem Konflikt.

Melania Trump als stille Diplomatin

Die eigentliche Bühne gehörte an diesem Tag allerdings der First Lady. Melania Trump hatte Dmitrijew und den ukrainischen Unterhändler David Arachamia empfangen und dabei für eine „dauerhafte“ Waffenruhe geworben. Als Vorbild nannte sie die sechstägige Feuerpause in der russisch besetzten Stadt Oleschky, die sie selbst vermittelt hatte.

Diese Feuerpause endete am vergangenen Sonntag. Sie war nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP die längste seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor gut viereinhalb Jahren und ermöglichte einen humanitären Einsatz. Gemeinsam könne man etwas schaffen, das länger halte als ein vorübergehender Waffenstillstand, sagte die gebürtige Slowenin.

Briefe an Putin und Selenskyj

Den beiden Unterhändlern überreichte sie nach eigener Aussage Briefe an Kremlchef Wladimir Putin und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dmitrijew bedankte sich laut eigener Darstellung im Namen Putins für ihre „herausragende humanitäre Rolle“. Kiew war schon am Mittwoch einen Schritt weiter gegangen: Selenskyj verlieh der First Lady einen nationalen Orden. Sie engagiert sich bereits seit Längerem für die Rückkehr ukrainischer Kinder, die nach Russland verschleppt worden sind.

Kiew drückt aufs Tempo

Parallel liefen die Gespräche in der ukrainischen Hauptstadt. Dort traf Selenskyj am Mittwoch die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Auf X sprach er von einem anderthalbstündigen, sehr ausführlichen Austausch. Die Verhandlungen müssten mit voller Kraft vorangetrieben werden, die Ukraine sei bereit, die notwendigen Schritte zu gehen.

Bei solchen Sätzen werden Beobachter hellhörig. Welche Schritte das sein sollen, Gebietsfragen, Sicherheitsgarantien, Sanktionen, bleibt offen.

Europa als Zuschauer?

Für Berlin und Brüssel ist die Lage alles andere als komfortabel. Aus Sicht unserer Redaktion rächt sich nun, dass Europa jahrelang Milliarden überwiesen, aber kaum eigene diplomatische Schlagkraft aufgebaut hat. Wenn Washington und Moskau über einen Deal „für ganz Europa“ sprechen, dann droht die EU zum Zaungast über ihr eigenes Schicksal zu werden. Auch die Regierung Merz muss sich fragen lassen, welchen Einfluss sie in diesem Poker überhaupt noch hat.

Ob am Ende tatsächlich Frieden steht oder bloß ein weiteres Versprechen aus dem Oval Office, ist völlig offen. Gerade in solchen Phasen geopolitischer Unsicherheit setzen viele Sparer auf physisches Gold und Silber. Die Metalle gelten seit Jahrhunderten als Krisenschutz, unabhängig davon, welche Deals Politiker gerade schmieden.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigene Recherchen anstellen und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.

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