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Kettner Edelmetalle
02.02.2026
16:04 Uhr

Deutschlands Gasspeicher am Limit: Wem dreht der Staat zuerst den Hahn ab?

Deutschlands Gasspeicher am Limit: Wem dreht der Staat zuerst den Hahn ab?

Die Energieversorgung in Deutschland steht vor einem Desaster historischen Ausmaßes. Was jahrelang als Schwarzmalerei abgetan wurde, ist nun bittere Realität geworden: Die Gasspeicher leeren sich in besorgniserregendem Tempo, und die Frage ist längst nicht mehr, ob abgeschaltet wird, sondern nur noch wann – und vor allem wem der Gashahn zugedreht wird.

Ein selbstverschuldetes Debakel

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Ende Januar lagen die deutschen Gasspeicher bei mageren 34 Prozent Füllstand, Tendenz rapide fallend. Die einst als kritisch definierte Schwelle von 40 Prozent wurde bereits unterschritten. Was für eine grandiose Leistung der deutschen Energiepolitik! Während andere Nationen pragmatisch ihre Energieversorgung sichern, hat sich Deutschland in einen ideologischen Kreuzzug gegen fossile Brennstoffe verrannt, der nun seine hässliche Fratze zeigt.

Die Umstellung von russischem auf amerikanisches Gas – ein politisch gewollter Akt der Selbstkasteiung – hat die Energiepreise in astronomische Höhen getrieben. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie? Dahin. Die Deindustrialisierung? In vollem Gange. Und als wäre das nicht genug, stiegen die Gaspreise in den USA kürzlich um satte 70 Prozent auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Diese Preisspitzen werden sich direkt auf die europäischen Verbraucher auswirken – ausgerechnet in einem der kältesten Winter seit Jahren.

Der Notfallplan: Bürokratie trifft Realität

Die Bundesregierung hat natürlich einen Plan. Einen dreistufigen Notfallplan, um genau zu sein. Klingt beruhigend, nicht wahr? Die Frühwarnstufe konzentriert sich auf Berichtspflichten und Beratungen – also im Wesentlichen auf Papierkram. Die Alarmstufe tritt ein, wenn der Markt die Situation noch eigenständig bewältigen kann. Und dann gibt es die Notfallstufe, die sogenannte "Ultima Ratio", wenn alle Stricke reißen.

Was bedeutet das konkret? Die Bundesnetzagentur fungiert als sogenannter Bundeslastverteiler und entscheidet im Einzelfall, wer Gas bekommt und wer nicht. Einen festen Abschaltplan gibt es nicht – stattdessen Einzelfallentscheidungen, abhängig von Speicherfüllständen, Wetter und europäischem Bedarf. Willkommen im bürokratischen Chaos!

Geschützte und ungeschützte Verbraucher

Die Gasverbraucher werden in zwei Kategorien eingeteilt: geschützte und nicht geschützte Letztverbraucher. Zu den Geschützten gehören Haushalte, Krankenhäuser, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Polizei, Feuerwehr und die Bundeswehr. Sie machen etwa die Hälfte des Gasverbrauchs aus. Die andere Hälfte? Die Industrie. Und genau hier wird zuerst der Rotstift angesetzt.

Eine Reduzierung der Gaslieferungen an Industriebetriebe führt in den meisten Fällen zur faktischen Stilllegung, da viele Produktionsprozesse mit geringeren Gasmengen schlicht nicht aufrechterhalten werden können. Die Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland wären verheerend.

Welche Branchen trifft es zuerst?

Eine Studie von Prognos für die Bundesnetzagentur hat untersucht, welche Sektoren bei einer Gasmangellage zuerst abgeschaltet werden könnten. Die Kriterien: Bedeutungsgrad für die Gesellschaft, Komplexitätsindex und Abhängigkeit von Gas. Branchen mit geringem Bedeutungs- und Komplexitätsgrad stehen ganz oben auf der Abschaltliste:

Aluminium, Büromaschinen, Computer, Edelmetalle, elektronische Geräte, Gießereien, Holzverarbeitung, Keramik, Textilien, Möbelproduktion, Zement und Baukeramik – sie alle könnten als erste den Gashahn zugedreht bekommen. Die Ironie dabei: Die Einsparungen durch diese Abschaltungen sind oft marginal. Bei einer schweren Mangellage würden auch Sektoren mit höherer Bedeutung betroffen sein.

Das physikalische Problem: Druck im System

Was viele nicht verstehen: Ein Speicherfüllstand von 20 Prozent bedeutet nicht einfach nur weniger Gas. Gasspeicheranlagen benötigen eine bestimmte Menge an Puffergas, um den Druck aufrechtzuerhalten, der erforderlich ist, um Gas überhaupt in die Pipelines zu drücken. Sinkt der Speicherstand zu stark, verlangsamt sich die Entnahmegeschwindigkeit dramatisch. Die Regierung muss also frühzeitig eingreifen – und das bedeutet: Industrieabschaltungen, um Haushalte und kritische Infrastruktur zu versorgen.

Die Konsequenzen der Energiewende

All dies ist das Ergebnis einer ideologisch getriebenen Energiepolitik, die auf unzuverlässige Energiequellen setzt – Quellen, die ausgerechnet dann am wenigsten verfügbar sind, wenn sie am dringendsten gebraucht werden. Die sogenannte Energiewende, einst als Leuchtturmprojekt gefeiert, entpuppt sich als Sargnagel für den Industriestandort Deutschland.

Erschwerend kommt hinzu, dass in der EU eifrig am Abbau der Gasverteilnetze gearbeitet wird. Städte wie Mannheim planen, ihr Gasnetz bis 2035 komplett stillzulegen. Eine Politik, die an Realitätsverweigerung kaum zu überbieten ist.

Ein Weckruf für Deutschland

Die aktuelle Gasmangellage ist kein Naturereignis, sondern ein hausgemachtes Problem. Jahrelang wurde vor den Konsequenzen einer einseitigen Energiepolitik gewarnt, doch die Warnungen verhallten ungehört. Nun steht Deutschland vor der bitteren Erkenntnis, dass ideologische Träumereien keine Heizungen wärmen und keine Fabriken am Laufen halten.

Die Verlagerung von Industrien ins Ausland wird sich beschleunigen. Arbeitsplätze werden verschwinden. Der Wohlstand, den Generationen aufgebaut haben, steht auf dem Spiel. Und während die politisch Verantwortlichen in Talkshows ihre Ausreden präsentieren, frieren die Bürger und bangen um ihre wirtschaftliche Existenz.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und drohender Versorgungsengpässe gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Instrument der Vermögenssicherung an Bedeutung. Sie bieten einen Schutz gegen Inflation und wirtschaftliche Turbulenzen, der von keiner politischen Fehlentscheidung abhängig ist.

Deutschland braucht dringend eine Kurskorrektur – weg von ideologischer Verbohrtheit, hin zu pragmatischer Energiepolitik. Die Frage ist nur, ob diese Erkenntnis rechtzeitig kommt oder ob der deutsche Michel erst aufwacht, wenn ihm buchstäblich das Gas ausgeht.

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