
Die Rentenlüge fliegt auf: Millionen Babyboomer stehen vor dem sozialen Absturz

Wenn am Monatsende von der Rente kaum mehr als die Miete übrig bleibt, wird aus einem Leben voller Arbeit ein Leben voller Existenzangst. Genau dieses Szenario droht laut einer aktuellen Berechnung des Pestel-Instituts im Auftrag der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt einer ganzen Generation. Die Zahlen lesen sich wie ein politisches Armutszeugnis: Rund 5,1 Millionen Babyboomer – also vier von zehn künftigen Rentnern – sollen mit weniger als 800 Euro gesetzlicher Rente pro Monat auskommen müssen. Eine Generation, die das Land aufgebaut, die Sozialkassen jahrzehntelang gefüllt und brav ihre Beiträge entrichtet hat, wird in den nächsten zehn Jahren reihenweise in die Wohnarmut entlassen.
Wenn die Lebensleistung nicht einmal die Miete deckt
Bundeskanzler Friedrich Merz nannte die gesetzliche Rente jüngst eine „Basisabsicherung“. Eine bemerkenswerte Wortwahl. Denn was hier als nüchterne Beschreibung daherkommt, ist in Wahrheit das Eingeständnis eines kolossalen Versagens deutscher Sozialpolitik. Wer sein gesamtes Berufsleben in das Umlagesystem eingezahlt hat, sollte am Ende mehr erwarten dürfen als eine „Basis“, die nicht einmal die Kaltmiete in einer mittleren deutschen Stadt deckt.
Bereits heute hängen bundesweit mehr als 760.000 Rentner am Tropf der Grundsicherung. Ihr Anteil hat sich seit dem Jahr 2010 von 2,5 auf 4,3 Prozent nahezu verdoppelt. Spitzenreiter bei den Betroffenen ist laut Pestel-Institut Nordrhein-Westfalen – allein dort droht über einer Million Menschen der finanzielle Absturz im Ruhestand.
Die unbequeme Wahrheit: Niedriglohn, Teilzeit, keine Vorsorge
Pestel-Institut-Chef Matthias Günther liefert laut Nachrichtenagentur dpa eine bittere Erklärung: Wer jahrzehntelang wenig verdient habe, in Teilzeit tätig gewesen sei oder längere Phasen ohne Beschäftigung erlebt habe, sammle schlicht zu wenig Rentenpunkte. Genau diese Gruppe verfüge selten über eine Betriebsrente oder nennenswerte Ersparnisse. Sein Urteil sei drastisch: „Arm im Alter heißt arm bis zum Tod.“
IG-Bau-Chef Robert Feiger bringe das Drama auf den Punkt: Spätestens die Miete dränge einen Großteil der Babyboomer in die Wohnarmut. Bezahlbares Wohnen sei für ihn die „soziale Frage Nummer 1“. Eine Forderung, die nach Jahrzehnten politischen Versagens fast schon wie Hohn klingt.
Wohnungsbau in Trümmern – die Politik schaut zu
Statt das Problem an der Wurzel zu packen, hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt in den vergangenen Jahren systematisch verschlechtert. Feiger warnte bereits im März, dass die Zahl neu gebauter Wohnungen unter 200.000 sinken werde – nicht einmal die Hälfte dessen, was mindestens nötig wäre. Ohne massiv mehr Wohnungsbau, so seine Einschätzung, werde es auch keine wirtschaftliche Erholung geben. Immerhin hängten am Wohnungsbau jeder siebte Arbeitsplatz und jeder siebte Euro der gesamten Wirtschaftsleistung.
Wer nun glaubt, die neue Bundesregierung werde es richten, dem dämpft Immobilienexperte Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft die Hoffnungen: Der sogenannte Bau-Turbo sei noch lange nicht der „große Wurf“. Kommunen kämpften gegen Bürgerproteste, strenge Umweltauflagen blockierten Projekte – beides Themen, die die Politik bis heute nicht ernsthaft angepackt habe. Mit anderen Worten: Während die ideologische Symbolpolitik weiter blüht, wird real kaum noch gebaut.
Die Quittung jahrzehntelanger Fehlsteuerung
Was wir hier erleben, ist die Quittung für eine Politik, die das Geld der Beitragszahler wie Konfetti im Wind verstreut hat. Milliardenhilfen für die halbe Welt, Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe, ausufernde Bürokratie, ideologisch motivierte Energiepreise und eine Migrationspolitik, die die sozialen Sicherungssysteme zusätzlich belastet – all das geht zulasten derjenigen, die das System einst getragen haben. Die Babyboomer, einst Garanten des deutschen Wirtschaftswunders, werden zur Verfügungsmasse einer Politik, die ihre eigenen Bürger systematisch aus dem Blick verloren hat.
Während die neue Große Koalition unter Merz und Klingbeil ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur durchwinkt und die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz schreibt, fragen sich Millionen Menschen, wie sie morgen ihre Heizkostenabrechnung bezahlen sollen. Die Schere zwischen den großen politischen Versprechen und der bitteren Lebensrealität älterer Menschen klafft so weit auseinander wie selten zuvor.
Was bleibt: Eigenverantwortung und reale Werte
Wer sich auf den Staat verlässt, ist verlassen – das ist die zentrale Lehre dieser Studie. Die gesetzliche Rente wird auch in den kommenden Jahren weiter erodieren, weil das Umlagesystem demografisch an seine Grenzen stößt und die Politik mehr mit Umverteilung als mit nachhaltiger Vorsorge beschäftigt ist. Wer im Alter nicht in die Wohnarmut rutschen will, muss heute selbst Vorsorge treffen. Sachwerte, allen voran physische Edelmetalle wie Gold und Silber, haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Inflationsschutz und stabiler Vermögensanker bewährt – gerade dann, wenn staatliche Versprechen unter dem Druck politischer Realität zerbröseln. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio kann ein wichtiger Baustein sein, um die eigene Kaufkraft im Ruhestand zu sichern.
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