
Die Wurst als Gradmesser des Niedergangs: Deutschlands Wirtschaft auf dem Prüfstand

Wenn selbst internationale Wirtschaftsmagazine wie der renommierte Economist die deutsche Misere an einer Wurstfabrik festmachen, dann ist das mehr als nur eine journalistische Pointe – es ist ein vernichtendes Urteil über den Zustand einer einstigen Wirtschaftsmacht. Die Eberswalder Wurstwerke in Britz, einst mit 3.000 Mitarbeitern der größte Wursthersteller Europas, werden Ende Februar ihre Pforten schließen. 500 Beschäftigte stehen vor dem Nichts. Und das Ausland? Es schaut mit einer Mischung aus Verwunderung und unverhohlenem Spott auf den deutschen Sonderweg.
Ein Wirtschaftsmodell am Ende seiner Tage
Was sich derzeit in Deutschland abspielt, ist kein konjunktureller Dämpfer, keine vorübergehende Schwächephase. Es ist ein massives Wegbrechen ganzer Wirtschaftszweige, das man an Werkstoren und Firmenlisten ablesen kann. Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache: Im Dezember lagen die Firmenpleiten 15 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im Gesamtjahr 2025 waren es mehr als 17.600 Insolvenzen – so viele wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, wie das Leibniz-Institut Halle ermittelte.
Besonders hart trifft es Transport, Gastgewerbe und Bau. Doch die Krise macht vor keiner Branche halt. Sie frisst sich durch das gesamte wirtschaftliche Gefüge wie ein schleichendes Gift. Und was macht das Statistische Bundesamt in dieser Lage? Es will erstmal keine weiteren Statistiken zu Insolvenzen mehr veröffentlichen. Man könnte meinen, was man nicht zählt, existiert auch nicht.
Die Kälte, die durch die Wirtschaft frisst
Die Art und Weise, wie das Ende der Eberswalder Wurstwerke kommuniziert wurde, passt ins Bild einer erschreckenden Gleichgültigkeit. Ein Mitarbeiter schilderte den Moment der Wahrheit so:
„Wir haben davon eine halbe Stunde vor der Fernsehsendung erfahren."Tönnies, der westdeutsche Eigentümer, hatte bei der Übernahme vor zwei Jahren noch Investitionen versprochen. Der Unterschied zwischen „versprochen" und „umgesetzt" steht nun als Schließungsdatum am Kalender.
Dabei fehlt es dem Betrieb nicht einmal an Kundschaft. Die hautlosen Bratwürste und die Schorfheider Knüppelsalami sind beliebt, am Werkstor lief der Verkauf trotz Schneewetter rege. Gerade diese Szene wirkt wie stiller Hohn: Drinnen kaufen Menschen ein, während draußen feststeht, dass der ganze Laden verschwindet.
Eine Lawine rollt durch alle Branchen
Britz ist nur ein Beispiel von vielen. Am 8. Januar kündigte Zalando an, ein Logistikzentrum in Erfurt zu schließen – 2.700 Beschäftigte sind betroffen. Es sind nicht mehr nur kleine Betriebe, die leise verschwinden, sondern große Standorte, die in einem Satz gestrichen werden.
Die Liste bekannter Namen, die sich im vergangenen Jahr in den Konkurs verabschiedet haben, liest sich wie ein Nachruf auf die deutsche Einzelhandelslandschaft: Goertz, Gerry Weber, Esprit, Groschenmarkt, Karrie Bau und Zoo Zajac, der weltweit größte Zoofachhandel. Das sind Marken, die man nicht suchen musste – sie standen in Einkaufsstraßen, sie waren Alltag. Wenn solche Namen fallen, wirkt jede Beschwichtigung wie eine schlechte Ausrede.
Der fatale Unterschied zu früheren Krisen
Ja, Deutschland hat schon schlimmere Konjunkturabschwünge gesehen. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase gingen in manchen Jahren über 39.000 Unternehmen in Konkurs. Doch damals konzentrierte sich die Krise stark auf bestimmte Branchen, vor allem Technologie. Jetzt trifft es alles, quer durch die Wirtschaft, und genau dieses Muster macht die Lage so dramatisch.
Die selbstverschuldete Energiekatastrophe
Das Fundament des deutschen Wohlstands basierte jahrzehntelang auf einer simplen Formel: Günstige Energie aus Russland importieren, Vorprodukte aus aller Welt veredeln und als Premiumware „Made in Germany" teuer in den globalen Markt verkaufen. Diese Zeiten sind vorbei – und zwar nicht durch höhere Gewalt, sondern durch politische Entscheidungen, die man nur als selbstzerstörerisch bezeichnen kann.
Die Energiepreise sind dauerhaft auf einem Niveau, das energieintensive Industrie kaum noch wettbewerbsfähig macht. Was früher als deutscher Vorteil galt – die exportorientierte Industrie, die Präzision, die Qualität – wird in dieser Lage zur Last. Der Druck landet nicht irgendwann, sondern direkt in den Kostenrechnungen.
Das vernichtende Urteil des Economist
Der Economist setzt den Schlusspunkt mit zwei Sätzen, die härter sind als jede Sonntagsanalyse:
„Das gesamte Wirtschaftsmodell des Landes ist für die neuen Realitäten schlecht geeignet. Bis es sich angepasst hat, werden sogar Wursthersteller auf dem Prüfstand stehen."
Britz ist dieser Prüfstand bereits – mit 500 Beschäftigten, die nicht mehr spekulieren müssen, sondern ein Enddatum vor sich haben. Und während die neue Große Koalition unter Kanzler Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen plant, das die Inflation weiter anheizen und Generationen mit Schulden belasten wird, fragt man sich unwillkürlich: Wann wird die Politik endlich begreifen, dass man Wohlstand nicht drucken, sondern nur erarbeiten kann?
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